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Usual USD Kurs Chart (USD0)

Preis, Marktkapitalisierung und Volumen im Vergleich.

0,86 EUR
13.06.2026, 07:45 UhrVolumen: 53.913 EUR
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Ratgeber · Usual USD verstehen

Usual USD (USD0) – Was ist Usual USD?

Von Frank Menze· Fachjournalist· Aktualisiert 12. Juni 2026

Was ist Usual USD (USD0)?

Usual USD (USD0) ist ein dezentral ausgegebener, fiat-gedeckter Stablecoin, der seinen Wert durch eine 1:1-Besicherung mit tokenisierten Real-World Assets – vor allem kurzlaufenden US-Staatsanleihen – aufrechthält und dabei ohne Abhängigkeit von traditionellen Bankeinlagen auskommt.

Herkunft und Entstehung

Hinter USD0 steht das Usual Protocol, das von Usual Labs entwickelt wurde. Als Gründer gilt unter anderem Pierre Person, ehemaliges Mitglied der französischen Nationalversammlung. Usual Labs schloss im April 2024 eine Finanzierungsrunde ab (DeFi Firm Usual Labs Raises $7M Round Led by Kraken Ventures and IOSG Ventures, CoinDesk); der öffentliche Protokollstart und die Mainnet-Phase folgten im Verlauf des Jahres 2024. Der konzeptionelle Ausgangspunkt: Stablecoins wie USDT oder USDC werden vollständig von zentralen Emittenten kontrolliert, die die Erträge aus den hinterlegten Reserven einbehalten. Usual Protocol sollte dieses Verhältnis grundlegend neu ordnen.

Was Usual USD von anderen Stablecoins unterscheidet

1. RWA-Besicherung statt Bankeinlagen USD0 ist keine Forderung gegenüber einem Kreditinstitut. Als Kollateral dienen ausschließlich tokenisierte kurzlaufende US-Staatsanleihen und vergleichbare kurzfristige Instrumente – etwa in Form von USYC (Hashnote) oder BULD. Usual nutzt dabei Produkte etablierter RWA-Anbieter als Kollateralbasis, tritt jedoch selbst als unabhängiger Stablecoin-Emittent auf. Die Reserven sind on-chain einsehbar und sollen Echtzeit-Transparenz bieten.

2. Permissionless und bankensystemunabhängig USD0 kann ohne Kontoeröffnung bei einer Bank oder einem zentralen Zahlungsdienstleister geminted und übertragen werden. Der Zugang zur Blockchain-Infrastruktur genügt. Das unterscheidet ihn strukturell von USDT oder USDC, deren Ausgabe und Einlösung an zentrale Gatekeeping-Prozesse gebunden ist.

3. Multi-Chain-Architektur via LayerZero OFT USD0 ist nicht auf Ethereum beschränkt. Usual setzt den LayerZero OFT-Standard (Omnichain Fungible Token) ein, der eine nahtlose Übertragung des Tokens über verschiedene Blockchain-Netzwerke hinweg ermöglicht, ohne dass separate Bridge-Verträge mit eigenen Sicherheitsmodellen zwischengeschaltet werden müssen.

4. Eigentumsverteilung durch den USUAL-Governance-Token Das Protokoll trennt zwei Token klar voneinander: USD0 ist der Stablecoin mit Peg-Funktion; USUAL ist der Governance-Token, über den die Nutzer an Protokollentscheidungen und an der wirtschaftlichen Entwicklung des Protokolls teilhaben können. Das bloße Halten von USD0 begründet keinen automatischen Ertragsanspruch – Ertragsstrukturen im Protokoll sind an gesonderte Mechanismen wie USD0++ geknüpft, die im Gegenzug Liquiditätsbindungen erfordern. 90 Prozent des USUAL-Angebots sind laut offizieller Protokolldokumentation für die Community vorgesehen, nicht für Team oder Investoren.

Steckbrief: Usual USD (USD0)

MerkmalAusprägung
Name / SymbolUsual USD / USD0
Token-TypFiat-backed Stablecoin (RWA-gesichert)
Zugrundeliegende BlockchainEthereum (EVM); Multi-Chain via LayerZero OFT
Protokollstart2024
EntwicklerUsual Labs (Pierre Person u. a.)
AngebotsmodellUnbegrenzt, nachfragegesteuert (Mint gegen Kollateral, Burn bei Rückgabe)
Besicherung1:1 durch tokenisierte US-Staatsanleihen (RWAs)
Governance-TokenUSUAL (Supply Cap: 3 Mrd.; von ursprünglich 4 Mrd. nach unten revidiert)
BesonderheitProtokolleigene Ertragsverteilung via USUAL; kein Bankeinlagen-Risiko

USD0 richtet sich damit an Nutzer, die einen transparenten, bankensystemunabhängigen Stablecoin mit on-chain nachprüfbarer Besicherung suchen – und an Protokolle, die einen solchen als Basis-Liquiditätsbaustein im DeFi-Ökosystem einsetzen möchten.

USD0 auf einen Blick: Kennzahlen & Eckdaten

Die Live-Marktdaten zu USD0 und USUAL — darunter aktueller Kurs, Marktkapitalisierung, Umlaufmenge und Handelsvolumen — werden oberhalb dieser Seite in Echtzeit aktualisiert. Dieser Abschnitt erklärt, was diese Kennzahlen im Kontext von Usual Protocol bedeuten und wie man sie richtig liest.


Kurs und Peg: Was der USD0-Preis aussagt

Bei einem gewöhnlichen Krypto-Asset spiegelt der Kurs Angebot und Nachfrage am freien Markt wider. Bei USD0 ist das anders: Der Token ist konstruktiv so ausgelegt, dass sein Kurs dauerhaft bei 1,00 US-Dollar liegt. Dieser sogenannte 1:1-Peg wird nicht algorithmisch erzwungen, sondern durch vollständige Besicherung mit kurzlaufenden US-Staatsanleihen (über tokenisierte Vehikel wie USYC oder BULD) gestützt. Solange die Reserven gedeckt und liquide sind, existiert für Arbitrageure ein wirtschaftlicher Anreiz, den Peg eng zu halten.

Ein leichtes Abweichen vom Peg — wenige Basispunkte nach oben oder unten — ist im normalen Marktbetrieb üblich und kein unmittelbares Warnsignal. Größere oder anhaltende Abweichungen hingegen deuten auf Stress im Besicherungsportfolio oder eingeschränkte Einlösbarkeit hin und verdienen genauere Betrachtung (siehe den gesonderten Abschnitt zur Peg-Stabilität weiter oben).


Marktkapitalisierung: Was sie misst — und was nicht

Die Marktkapitalisierung ergibt sich aus der Multiplikation des aktuellen Kurses mit der im Umlauf befindlichen Tokenmenge. Bei USD0 entspricht sie damit näherungsweise dem Gesamtwert aller ausgegebenen und noch nicht eingelösten USD0-Token — ein direktes Abbild des aktuell im Protokoll gebundenen Kapitals.

Was die Marktkapitalisierung nicht misst: Sie sagt nichts über die Qualität der dahinterstehenden Reserven aus, nichts über deren Liquidierbarkeit unter Stressbedingungen und nichts über das operative Risiko des Protokolls. Zwei Stablecoins mit identischer Marktkapitalisierung können in puncto Sicherheit erheblich voneinander abweichen — je nachdem, wie die Reserven zusammengesetzt sind. Bei USD0 ist die Reservezusammensetzung on-chain in Echtzeit einsehbar; das unterscheidet das Protokoll von Stablecoins, die lediglich periodische Testate veröffentlichen.


Umlaufmenge und das Emissionsmodell

Die Umlaufmenge von USD0 ist nicht fest vorgegeben. Neue USD0-Token entstehen ausschließlich, wenn Nutzer zulässige Kollateralwerte (etwa USYC oder BULD) im Verhältnis 1:1 ins Protokoll einbringen (Mint). Werden USD0 eingelöst, wird die entsprechende Menge vernichtet. Die Umlaufmenge wächst also mit der Nachfrage nach dem Stablecoin und schrumpft bei Rückgaben — ein sogenanntes elastisches Angebotsmodell.

Für Stablecoins mit elastischem Angebot bedeutet das: Eine stark steigende Umlaufmenge signalisiert wachsende Protokollnutzung, eine stark sinkende kann auf Rückzug von Kapital oder nachlassendes Vertrauen hinweisen. Der Absolutwert ist weniger aussagekräftig als die Richtung und das Tempo der Veränderung.


Fully Diluted Valuation (FDV): bei USD0 wenig relevant

Die Fully Diluted Valuation (FDV) berechnet sich als aktueller Kurs multipliziert mit dem theoretischen Maximalangebot. Bei Stablecoins wie USD0, die kein festes Maximalangebot haben, ist die FDV als Kennzahl weitgehend bedeutungslos — es gibt keine "maximale Verdünnungsgrenze", an der sich Investoren orientieren könnten. Die FDV-Anzeige für USD0 spiegelt daher lediglich die aktuelle Umlaufmenge wider und unterscheidet sich kaum von der Marktkapitalisierung.

Anders verhält es sich beim USUAL-Governance-Token: Hier existiert laut offizieller Protokolldokumentation ein Supply Cap von 3 Milliarden Token, der in einer Revision von ursprünglich 4 Milliarden nach unten angepasst wurde. Einige externe Quellen führen noch immer das frühere Maximum von 4 Milliarden auf; maßgeblich ist die aktuelle offizielle Dokumentation des Protokolls. Für USUAL ist die FDV damit eine sinnvolle Kennzahl — sie zeigt, wie das Protokoll bei vollständiger Token-Ausgabe zum heutigen Kurs bewertet wäre — und sollte im Verhältnis zur aktuellen Marktkapitalisierung gelesen werden. Ein stark erhöhtes FDV/MCap-Verhältnis weist auf einen noch hohen Anteil nicht umlaufender Token hin, die künftig in den Markt gelangen können.


24h-Handelsvolumen: Aktivität, nicht Liquidität

Das 24-Stunden-Volumen misst den Gesamtwert aller an Börsen und dezentralen Protokollen gehandelten USD0- oder USUAL-Token innerhalb eines Tages. Es ist ein Indikator für Aktivität und Interesse, sagt aber wenig über die tatsächliche Liquidität aus — also darüber, wie einfach größere Positionen ohne signifikante Kurswirkung bewegt werden können.

Für USD0 als Stablecoin ist hohes Handelsvolumen oft ein Hinweis auf rege Nutzung in Liquiditätspools, Lending-Protokollen oder als Tauschmittel im DeFi-Ökosystem. Für USUAL als Governance-Token spiegelt das Volumen eher Spekulationsaktivität und Marktinteresse wider. Ein ungewöhnlich hohes Volumen bei gleichzeitig stabiler Marktkapitalisierung kann auf erhöhte Marktaktivität oder Arbitrage hinweisen; ein sehr niedriges Volumen relativ zur Marktkapitalisierung kann auf Liquiditätsrisiken bei schnellem Ausstieg deuten.


ATH und ATL: historische Spannweite einordnen

Allzeithoch (ATH) und Allzeittief (ATL) markieren die historischen Extrempunkte eines Kurses. Bei USD0 als Stablecoin sollten ATH und ATL nahe bei 1,00 US-Dollar liegen — größere Abweichungen in der Vergangenheit sind ein Hinweis auf frühere Peg-Stressphasen. Die Distanz zwischen ATH und ATL ist hier aussagekräftiger als der absolute Betrag: Eine enge Spanne bestätigt stabile Peg-Haltung über die Zeit; eine weite Spanne legt vergangene Instabilität offen.

Für USUAL gelten andere Maßstäbe: Als Governance-Token mit Marktpreisbildung können ATH und ATL weit auseinanderliegen und spiegeln die allgemeine Krypto-Marktdynamik sowie das Protokollwachstum wider. Das ATH zeigt dabei, welche maximale Bewertung der Markt dem Token bislang zugemessen hat; das ATL markiert den tiefsten Punkt des Vertrauens.


Zusammenfassung: Kennzahlen richtig lesen

  • USD0-Kurs: Sollte stabil bei 1,00 USD liegen; Abweichungen sind Frühindikator für Peg-Druck.
  • Marktkapitalisierung USD0: Entspricht näherungsweise dem on-chain gebundenen Kapital; Qualität der Reserven separat prüfen.
  • Umlaufmenge USD0: Elastisch — wächst bei Einzahlungen, sinkt bei Rückgaben; Trend relevanter als Absolutwert.
  • FDV USD0: Wenig aussagekräftig, da kein Maximalangebot.
  • USUAL Supply Cap: Laut offizieller Dokumentation 3 Milliarden Token (revidiert von ursprünglich 4 Milliarden); ältere externe Quellen können abweichen.
  • 24h-Volumen: Zeigt Aktivität, nicht Liquidität — stets im Verhältnis zur Marktkapitalisierung betrachten.
  • ATH/ATL USD0: Enge historische Spanne signalisiert Peg-Stabilität; ATH/ATL USUAL spiegeln Markt- und Protokollentwicklung.
  • On-Chain-Transparenz: Reserven und Umlaufmenge von USD0 sind in Echtzeit on-chain einsehbar — ein struktureller Unterschied zu vielen traditionellen Stablecoin-Modellen.

Peg-Mechanik & RWA-Besicherung von USD0

Der stabile Wert von USD0 ergibt sich nicht aus einem Algorithmus, einer Überbesicherung durch volatile Krypto-Assets oder einem Vertrauensvorschuss in einen zentralen Emittenten. Stattdessen beruht er auf einem klar abgegrenzten Zusammenspiel aus drei Bausteinen: erstens der vollständigen 1:1-Besicherung durch tokenisierte Real-World Assets, zweitens einer Reihe von Smart Contracts auf Ethereum, die Ausgabe und Rücknahme regeln, und drittens dem LayerZero-OFT-Standard, der USD0 über mehrere Netzwerke hinweg nutzbar macht. Diese Bausteine greifen ineinander und bestimmen, warum USD0 seinen Peg halten kann — und wo die Grenzen dieses Ansatzes liegen.

USD0 läuft auf Ethereum — kein eigener Konsensmechanismus

Usual Protocol betreibt keine eigene Blockchain und hat keinen eigenen Konsensmechanismus. USD0 wird als Smart-Contract-Token auf Ethereum ausgegeben und erbt damit die Sicherheitseigenschaften der Ethereum-Infrastruktur vollständig.

Ethereum validiert Transaktionen seit dem Merge (September 2022) über Proof-of-Stake (PoS). Validatoren hinterlegen ETH als wirtschaftliches Pfand; wer regelwidrig handelt, verliert durch Slashing einen Teil dieses Stakes. Die Finalisierung von Blöcken erfolgt über das Casper-FFG-Protokoll, das Transaktionen nach zwei Checkpoint-Runden als endgültig kennzeichnet. Für USD0-Nutzer bedeutet das: Jede Ausgabe, jede Übertragung und jede Rückgabe von USD0 wird durch Tausende unabhängiger Ethereum-Validatoren gesichert — ohne dass Usual selbst Nodes betreibt oder eigene Konsens-Infrastruktur verantwortet.

Diese Entscheidung hat einen klaren Vorteil: Usual kann sich vollständig auf die Protokolllogik konzentrieren, ohne die Sicherheitsschicht neu erfinden zu müssen. Der Nachteil ist die strukturelle Abhängigkeit: Netzwerküberlastung oder grundlegende Änderungen auf Ethereum-Ebene wirken sich unmittelbar auf USD0 aus.

Der Minting-Prozess: Von USDC oder RWA-Token zu USD0

Die Ausgabe neuer USD0-Einheiten folgt einem permissionless gestalteten, on-chain verifizierbaren Prozess:

  1. Einzahlung von Kollateral: Ein Nutzer oder eine Institution überweist entweder USDC oder einen zugelassenen RWA-Token — etwa USYC (Hashnote U.S. Government Money Market Fund) oder BUIDL (BlackRock USD Institutional Digital Liquidity Fund) — an das Usual-Smart-Contract-System.
  2. Bewertung und Minting: Das Protokoll bewertet den eingezahlten Wert in USD und gibt im Gegenzug exakt die entsprechende Anzahl USD0 aus. Das Verhältnis ist strikt 1:1: Für jeden eingezahlten US-Dollar-Äquivalent entsteht genau ein USD0.
  3. Kollateral-Verwaltung: Die hinterlegten Mittel fließen in einen Reservepool, der ausschließlich aus kurzlaufenden US-Staatsanleihen oder deren tokenisierten Äquivalenten besteht. Diese Papiere unterliegen minimal Zinsänderungsrisiko und gelten als nächste Annäherung an risikolose Dollarwerte.

Wichtig ist dabei: Usual ist kein Konkurrent zu BlackRock oder Ondo Finance. Das Protokoll ist auf diese Akteure angewiesen und nutzt deren tokenisierte Produkte als Bausteine des Kollaterals — es integriert sie, statt mit ihnen zu konkurrieren.

Rückgabe: Wie USD0 wieder eingelöst wird

Das Gegenstück zum Minting ist der Redemption-Prozess. Wer USD0 gegen den zugrundeliegenden Wert eintauschen möchte, gibt die Token an das Protokoll zurück. Die Smart Contracts verifizieren den Eingang, verbrennen (Burning) die entsprechende Anzahl USD0 und geben den Gegenwert in USDC oder einem akzeptierten RWA-Token frei.

Dieser Mechanismus hält den Peg über Arbitrage aufrecht: Weicht der Marktpreis von USD0 nach unten ab, können Arbitrageure USD0 günstig am Markt kaufen und zum vollen Wert über das Protokoll einlösen — der Preisdruck wird damit systematisch abgebaut. Weicht er nach oben ab, kann neues USD0 geminted und verkauft werden. In der Praxis setzt dieser Mechanismus allerdings voraus, dass das Kollateral jederzeit liquide und in ausreichender Höhe vorhanden ist.

Smart-Contract-Architektur: Programmierbarkeit und Transparenz

Usual hat seine gesamte Protokolllogik in Ethereum-Smart-Contracts kodiert. Das umfasst:

  • Minting- und Burning-Logik für USD0
  • Kollateral-Verwaltung und Zulassung neuer RWA-Token durch Governance
  • Ertragsverteilung an USUAL-Staker
  • Upgrade-Mechanismen, die durch Governance-Entscheidungen gesteuert werden

Da Ethereum eine vollständig programmierbare Smart-Contract-Plattform ist, kann Usual sein Protokoll ohne externe Erlaubnis anpassen — solange Governance-Beschlüsse gefasst werden. Diese Offenheit bedeutet gleichzeitig, dass Smart-Contract-Risiken real sind: Fehler in der Vertragslogik können unabhängig von der Qualität des Kollaterals zu Verlusten führen.

Die Transparenz ist ein strukturelles Merkmal: Alle Positionen, Kollateral-Salden und Minting-Vorgänge sind on-chain öffentlich einsehbar. Externe Beobachter können den Besicherungsgrad jederzeit selbst prüfen, ohne auf Berichte eines zentralen Treuhänders angewiesen zu sein.

Cross-Chain-Nutzung: LayerZero OFT-Standard

USD0 ist nicht auf Ethereum beschränkt. Usual implementiert den LayerZero Omnichain Fungible Token (OFT)-Standard, der es ermöglicht, USD0 nativ über mehrere Blockchains zu bewegen, ohne klassische Bridge-Mechanismen mit separaten Wrapped-Token-Risiken nutzen zu müssen.

Der OFT-Standard funktioniert nach dem Lock-and-Mint- bzw. Burn-and-Mint-Prinzip: Wird USD0 von Ethereum auf eine andere Chain gesendet, werden die Token auf der Quell-Chain gesperrt oder verbrannt und auf der Ziel-Chain neu ausgegeben — stets im 1:1-Verhältnis und über die LayerZero-Messaging-Infrastruktur abgesichert.

Für Nutzer bedeutet das: USD0 kann in DeFi-Ökosystemen verschiedener Netzwerke eingesetzt werden, ohne dass separate Token-Varianten entstehen oder ein manueller Brücken-Vorgang die Fungibilität beeinträchtigt. Das Kollateral verbleibt dabei stets auf Ethereum, wo es durch die Protokoll-Smart-Contracts verwaltet wird.

Sicherheit: Woher die Stabilität kommt

Die Sicherheit von USD0 setzt sich aus mehreren Schichten zusammen:

SchichtMechanismusWer trägt das Risiko?
KonsenssicherheitEthereum PoS / Validator-SlashingEthereum-Ökosystem
Kollateral-QualitätUS-Staatsanleihen / Treasury MMFsEmittenten der RWA-Token
Smart-Contract-IntegritätAudits, Governance-KontrollenUsual-Protokoll
Peg-StabilitätArbitrage + Redemption-MechanismusMarkt und Protokoll
Cross-Chain-SicherheitLayerZero-MessagingLayerZero-Infrastruktur

Keine dieser Schichten ist für sich allein hinreichend. Ein Fehler in einem einzelnen RWA-Token-Smart-Contract, ein Exploit in der LayerZero-Infrastruktur oder eine unzureichende Liquidität der Kollateral-Assets kann die Stabilität von USD0 beeinflussen — unabhängig davon, wie robust die anderen Schichten sind. Dieses Zusammenspiel unterschiedlicher Abhängigkeiten ist ein strukturelles Merkmal des Designs, das Nutzer verstehen sollten, bevor sie USD0 im DeFi-Umfeld einsetzen.

Was Usual von rein zentral verwahrten Stablecoins unterscheidet, ist die on-chain Verifizierbarkeit: Die Besicherung ist nicht eine Behauptung, die auf periodischen Audits beruht, sondern ein jederzeit überprüfbarer Zustand im öffentlichen Ethereum-Ledger.

Erklärt, wie USD0 durch RWA-Hinterlegung entsteht und wie der Peg gewährleistet wird
Erklärt, wie USD0 durch RWA-Hinterlegung entsteht und wie der Peg gewährleistet wird

Emission, Reserven & der USUAL-Governance-Token

Das Usual-Protokoll besteht aus drei voneinander getrennten Produkten, die unterschiedliche wirtschaftliche Eigenschaften haben: dem Stablecoin USD0, dem yield-bearing Derivat USD0++ und dem Governance-Token USUAL. Wer die Angebotslogik verstehen will, muss alle drei getrennt betrachten.

USD0: Emission ohne feste Obergrenze

USD0 ist ein Mint-basierter Stablecoin: Neue Einheiten entstehen ausschließlich dann, wenn Nutzer oder autorisierte Institutionen qualifizierende Kollateralwerte — in der Regel tokenisierte US-Staatsanleihen wie USYC oder BULD — im Verhältnis 1:1 in das Protokoll einbringen. Für jeden hinterlegten Dollar an anerkanntem Kollateral wird exakt ein USD0 ausgegeben; für jede Rückgabe wird das entsprechende Kollateral freigegeben und der Token vernichtet.

Daraus folgt: USD0 hat keine feste Maximalversorgung. Die im Umlauf befindliche Menge wächst oder schrumpft strikt proportional zum hinterlegten Kollateralwert. Eine technische Obergrenze existiert nicht; die faktische Grenze ist der verfügbare Bestand an zugelassenen RWA-Instrumenten, den Nutzer einbringen wollen. Dieses Modell unterscheidet USD0 fundamental von Kryptowährungen mit einem programmatisch festgelegten Maximalangebot — und gleichermaßen von algorithmusgesteuerten Stablecoins, die Angebot und Nachfrage ohne hinterlegte Vermögenswerte steuern.

Die Reserven werden on-chain nachvollziehbar gehalten: Das Protokoll veröffentlicht in Echtzeit, welche Kollateralwerte welchem USD0-Bestand gegenüberstehen. Eine vollständige Überbesicherung im klassischen Sinne gibt es nicht und ist auch nicht vorgesehen — das Ziel ist eine exakte 1:1-Deckung, deren Integrität von der Qualität und Liquidität der hinterlegten RWA abhängt. Risiken, die sich daraus für den Peg ergeben, wurden im Abschnitt zu Peg-Stabilität und Depeg-Risiken behandelt.

USD0++: Das yield-bearing Derivat mit Lock-Mechanismus

USD0 selbst generiert für Halter keine direkte Rendite. Der Protokollertrag — also die Zinsen, die die hinterlegten Staatsanleihen abwerfen — wird nicht automatisch an USD0-Inhaber ausgeschüttet. Wer an dieser Ertragskomponente teilhaben möchte, muss USD0 in USD0++ umwandeln.

USD0++ ist ein eigenständiges Produkt, das nicht mit USD0 gleichzusetzen ist. Die Konvertierung setzt eine Bindungsdauer von vier Jahren voraus; USD0++ stellt damit wirtschaftlich betrachtet eher eine langfristige, verzinsliche Position als einen jederzeit liquiden Stablecoin dar. Ein entscheidender Unterschied zur früheren Wahrnehmung des Produkts: Seit Januar 2025 gilt für USD0++ ein Floor Price von 0,87 USD0 — eine sofortige 1:1-Rückgabe in USD0 ist damit ausgeschlossen. Der tatsächliche Rückgabewert hängt von Marktbedingungen, Laufzeit und dem jeweils gültigen Protokollmechanismus ab.

Jede über USD0++ erzielte Rendite ist kein risikofreier Zins. Sie hängt von der Ertragslage der hinterlegten Staatsanleihen, der Protokolllogik, Smart-Contract-Risiken und der Marktlage für USD0++ selbst ab. Wer USD0++ hält, geht eine Bindung ein, deren vorzeitige Auflösung nur zu dem jeweils gültigen Marktpreis möglich ist — nicht zum Nennwert von 1 USD0.

USUAL: Governance-Token mit definierter Obergrenze

Parallel zu USD0 und USD0++ existiert USUAL, der Governance-Token des Protokolls. USUAL ist kein Stablecoin und hat keinen festen Gegenwert in Fiat oder RWA. Seine wirtschaftliche Logik folgt einer anderen Struktur.

Das maximale Angebot von USUAL beträgt 3 Milliarden Token — ein Wert, der gegenüber einer ursprünglich geplanten Menge von 4 Milliarden nach unten revidiert wurde. Diese Reduktion ist protokollseitig dokumentiert und spiegelt eine bewusste Entscheidung zur Angebotssteuerung wider. Eine Erhöhung des Supply Caps wäre nur durch Governance-Abstimmung möglich.

Die Verteilungsstruktur folgt einem ausdrücklich community-orientierten Modell: 90 % der USUAL-Token sind für die Community vorgesehen, darunter Liquiditätsanreize, Protokollteilnehmer und weitere dezentrale Zuteilungsmechanismen. Nur ein vergleichsweise kleiner Anteil entfällt auf Team und frühe Investoren. Die Emission Rate ist dabei so gestaltet, dass frühe Teilnehmer strukturell stärker profitieren — die Ausgabemenge nimmt im Zeitverlauf ab, was langfristige Teilnahme gegenüber kurzfristigem Opportunismus begünstigen soll.

USUAL-Inhaber können über grundlegende Protokollparameter abstimmen, etwa über Kollateralzulassungen, Gebührenstrukturen oder Änderungen am Emissionsmodell. Das Protokoll strebt an, USUAL nicht als reines Spekulationsinstrument zu positionieren, sondern als Token, dessen Wert an die tatsächliche Nutzung und den Ertrag des Protokolls gekoppelt ist — konkret an das Volumen des umlaufenden USD0 und die daraus generierten Protokolleinnahmen.

Knappheit, Emission und Werthaltigkeit — was sich daraus schließen lässt und was nicht

Die unterschiedlichen Angebotslogiken der drei Produkte haben unterschiedliche Implikationen:

ProduktMaximalangebotEmissionssteuerungRendite für Halter
USD0Kein fixes CapKollateral-abhängigKeine direkte Rendite
USD0++Abgeleitet von USD0Lock-gebunden (4 Jahre)Ja, aber nicht garantiert
USUAL3 Mrd. (revidiert)Abnehmende EmissionGovernance + Protokollertrag

Ein festes Supply Cap — wie es USUAL besitzt — begrenzt die theoretische Verwässerung. Das ist ein strukturelles Merkmal, das sich von unbegrenzt inflatierenden Token unterscheidet. Ob und wie sich dieses Merkmal auf den Marktwert auswirkt, hängt jedoch von Faktoren ab, die weit über die bloße Angebotsbegrenzung hinausgehen: tatsächliche Protokollnutzung, regulatorisches Umfeld, Wettbewerb im Stablecoin-Markt und makroökonomische Rahmenbedingungen.

Für USD0 gilt: Das Fehlen eines Maximalangebots ist konstruktiv gewollt und entspricht der Logik eines gedeckten Stablecoins — die Menge folgt der Nachfrage, nicht einem programmierten Rhythmus. Knappheit ist hier kein Designziel; Stabilität ist es.

Weder das Angebotsmodell von USD0 noch das Supply Cap von USUAL erlauben Rückschlüsse darauf, wie sich Preise oder Protokollwachstum entwickeln werden. Emissionsstruktur und Reservemechanik sind technische und wirtschaftliche Designentscheidungen — keine Garantien für Werterhalt oder Wertsteigerung.

Zeigt die Community-zentrierte USUAL-Verteilung und den USD0++-Yield-Mechanismus
Zeigt die Community-zentrierte USUAL-Verteilung und den USD0++-Yield-Mechanismus

Die Geschichte von Usual Protocol

Meilensteine im Überblick

ZeitraumEreignis
2023Konzeptentwicklung; Usual Labs nimmt die Arbeit auf
April 2024Seed-Runde über 7 Mio. USD unter Führung von Kraken Ventures und IOSG Ventures
Mitte 2024Schrittweiser Start des Protokolls; Einführung von USD0 auf Ethereum mit LayerZero-OFT-Integration
November 2024Veröffentlichung der ChainArgos-Analyse zu möglichen MiCA-Compliance-Fragen bei USD0++
November 2024USUAL-Governance-Token-Launch; öffentlicher Start des Tokensales und erster Handelsaufnahme
Dezember 2024Revision des USUAL-Supply-Caps von ursprünglich 4 Mrd. auf 3 Mrd. Token
Januar 2025Protokoll-Roadmap für vier Jahre veröffentlicht; Floor Price für USD0++ auf 0,87 USD0 festgesetzt
Ab 2025Fortlaufende Multi-Chain-Expansion und Ausbau des RWA-Kollateral-Korbs

Gründung und konzeptioneller Ausgangspunkt

Usual Protocol entstand aus einer Beobachtung, die im Stablecoin-Markt lange wenig Beachtung fand: Die Zinserträge, die aus der Besicherung fiat-gedeckter Stablecoins resultieren, fließen traditionell vollständig an die Emittenten – nicht an die Nutzer, die das Kapital bereitstellen. Das Usual-Team, das 2023 unter dem Namen Usual Labs die operative Arbeit aufnahm, formulierte daraus ein Gegenmodell: ein Stablecoin-Protokoll, das Reserveerträge strukturell an seine Gemeinschaft weitergibt und dafür einen eigenen Governance Token einsetzt.

Das technische Fundament von Beginn an war die vollständige 1:1-Besicherung des Stablecoins USD0 durch tokenisierte reale Vermögenswerte – vorrangig kurzlaufende US-Staatsanleihen, die über Drittanbieter wie Hashnote (USYC) oder BlackRock-nahe Produkte (BUIDL) on-chain abgebildet werden. Dieser Ansatz positioniert Usual ausdrücklich nicht als algorithmischen Emittenten, sondern als dezentrales Bindeglied zwischen dem traditionellen Anleihenmarkt und dem DeFi-Ökosystem.

Die Seed-Runde 2024 und das frühe Wachstum

Im April 2024 schloss Usual Labs eine Seed-Finanzierungsrunde über 7 Millionen US-Dollar ab. Angeführt wurde sie von Kraken Ventures und IOSG Ventures (DeFi Firm Usual Labs Raises $7M Round Led by Kraken Ventures and IOSG Ventures (CoinDesk)). Diese Kapitalrunde diente dem Aufbau der Kerninfrastruktur und der Vorbereitung des Protokollstarts.

In den folgenden Monaten wurde USD0 auf Ethereum eingeführt. Für die kettenübergreifende Nutzung entschied sich das Team von Beginn an für den LayerZero OFT-Standard (Omnichain Fungible Token), der eine nahtlose Übertragung von USD0 zwischen verschiedenen Netzwerken ermöglicht, ohne für jede Chain eine separate Brückeninfrastruktur aufbauen zu müssen. Dieser Multi-Chain-Ansatz war kein nachträgliches Add-on, sondern Teil der ursprünglichen Architekturentscheidung.

Das genaue Datum des vollständigen Mainnet-Starts ist in öffentlich zugänglichen Primärquellen nicht eindeutig belegt; das Protokoll durchlief erkennbar eine schrittweise Hochlaufphase mit wachsender Liquidität und zunehmender DeFi-Integration im Laufe des Jahres 2024.

USUAL-Token-Launch und Tokenomics-Revision

Im Herbst 2024 folgte der für das Geschäftsmodell zentrale Schritt: die Einführung des USUAL-Governance-Tokens. Mit dem öffentlichen Launch erhielt die Gemeinschaft erstmals direkten Zugang zu dem Instrument, über das Protokollentscheidungen getroffen und Reserveerträge verteilt werden sollen. Die Tokenomics sahen vor, 90 Prozent des Gesamtangebots der Community zuzuweisen – durch Liquiditätsanreize, Staking-Programme und weitere Mechanismen –, während der Anteil für Team und frühe Investoren bewusst niedrig gehalten wurde.

Kurz nach dem Launch wurde eine bemerkenswerte Korrektur am Token-Design vorgenommen: Das ursprünglich kommunizierte maximale Angebot von 4 Milliarden USUAL-Token wurde auf 3 Milliarden Token nach unten revidiert (Usual Docs). Diese Revision ist insofern relevant, weil sie zeigt, dass die Protokollparameter in einer frühen Phase noch nicht endgültig fixiert waren und das Team bereit war, öffentlich kommunizierte Kennzahlen anzupassen.

Die ChainArgos-Analyse und regulatorische Fragestellungen

Im November 2024 veröffentlichte das Blockchain-Forschungsunternehmen ChainArgos eine Analyse, die Usual Protocol auf mögliche Spannungen mit der europäischen MiCA-Verordnung hinwies (USD as Usual (ChainArgos)). Im Mittelpunkt stand die Frage, ob USD0++ – das renditetragende Derivatprodukt des Protokolls – unter MiCA als zinstragendes Instrument einzustufen sein könnte, da die Verordnung zinstragende Stablecoins für den europäischen Markt erheblich einschränkt.

Die Analyse bewertete nicht USD0 selbst, sondern das darauf aufbauende USD0++-Konstrukt. Das Protokoll reagierte nicht mit einer vollständigen Compliance-Erklärung, sondern kündigte strukturelle Anpassungen an. Für Nutzer und Beobachter aus dem europäischen Rechtsraum ist dieser Vorgang ein Hinweis darauf, dass die regulatorische Einordnung des Protokolls noch nicht abschließend geklärt ist.

Das Depeg-Ereignis im Januar 2025

Den bislang markantesten Einschnitt in der kurzen Geschichte von Usual Protocol markiert der 9. Januar 2025. An diesem Tag veröffentlichte das Team eine Vier-Jahres-Roadmap für das Protokoll, in der eine fundamentale Änderung für USD0++ bekanntgegeben wurde: Der sogenannte Floor Price für USD0++ wurde auf 0,87 USD0 festgesetzt.

Was technisch wie eine Parameter-Anpassung klingt, hatte unmittelbare praktische Konsequenzen: Wer USD0++ hielt und eine sofortige Rückgabe zu 1:1 gegenüber USD0 erwartet hatte, musste erkennen, dass ein solcher Sofortrückgabemechanismus auf dem neuen Floor-Price-Niveau nicht mehr gegeben war. USD0++ hatte bis dahin für viele Marktteilnehmer faktisch wie ein stabiler Peg-Token gewirkt – auch wenn er konzeptionell als vierjähriger Lock-up-Token mit Renditebeteiligung konzipiert war. Die Ankündigung löste eine deutliche Kursreaktion bei USD0++ aus.

Das Protokoll kommunizierte die Änderung als Rückkehr zur ursprünglichen, korrekten wirtschaftlichen Logik des Instruments: USD0++ ist keine sofort einlösbare 1:1-Forderung auf USD0, sondern ein Anleihe-ähnliches Konstrukt mit definierter Laufzeit und entsprechenden Rückgabebedingungen. Gleichwohl traf die Ankündigung eine Nutzergruppe, die das Produkt anders eingesetzt hatte – und zeigt exemplarisch, wie Protokolländerungen selbst bei formaler Dokumentation in der Praxis für Verwirrung sorgen können.

Einordnung

Die Geschichte von Usual Protocol ist die Geschichte eines Projekts, das in kurzer Zeit erhebliche Aufmerksamkeit und Liquidität gewonnen hat – und dabei sowohl die Chancen als auch die typischen Friktionen junger DeFi-Protokolle durchlaufen hat: eine erfolgreiche Kapitalrunde, rasch wachsende Nutzung, eine nachträgliche Tokenomics-Revision, offene regulatorische Fragen und ein Ereignis, das das Marktvertrauen kurzfristig erschütterte.

Ob das Protokoll die strukturellen Versprechen – transparente RWA-Besicherung, breite Erlösbeteiligung, Multi-Chain-Präsenz – dauerhaft einlöst, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilen. Für Nutzer, die sich mit USD0 oder den darauf aufbauenden Produkten beschäftigen, ist die Kenntnis dieser Entwicklungsgeschichte eine wichtige Grundlage für eine eigenständige Einschätzung – sie ersetzt jedoch keine individuelle Risikoabwägung.

Peg-Stabilität & Depeg-Risiken bei USD0

Dieser Abschnitt liefert keine Kursziele und keine Prognosen darüber, ob USD0 seinen Peg halten wird. Was er stattdessen bietet, ist eine strukturierte Analyse der Kräfte, die die Stabilität des Tokens stützen oder gefährden können — damit Leserinnen und Leser die Mechanismen kennen, bevor sie eigene Entscheidungen treffen.


Was Peg-Stabilität bei einem RWA-Stablecoin bedeutet

USD0 ist nicht algorithmisch abgesichert, sondern 1:1 durch tokenisierte Real-World Assets — primär kurzlaufende US-Staatsanleihen — gedeckt. Das unterscheidet ihn grundlegend von Stablecoins, die durch Marktanreize oder Burn-Mint-Mechanismen im Gleichgewicht gehalten werden. Für die Peg-Stabilität sind damit vor allem drei Faktoren entscheidend: die Qualität und Liquidität des Kollaterals, die Zuverlässigkeit der Reservetransparenz und die Funktionsfähigkeit des Rückgabemechanismus.

Solange der Kollateralwert den Umlaufbestand von USD0 mindestens 1:1 deckt und Nutzer jederzeit USD0 gegen den zugrundeliegenden Gegenwert einlösen können, gibt es für Arbitrageure keinen Anreiz, den Token dauerhaft unter oder über einen US-Dollar handeln zu lassen. Diese Arbitrage-Logik ist die eigentliche Stabilisierungsstruktur.


Angebotsseite: Kollateralqualität und Rückgabeliquidität

Das Kollateral von USD0 besteht aus tokenisierten Staatspapieren — darunter Produkte wie USYC (Hashnote) und BULD (BlackRock USD Institutional Digital Liquidity Fund). Diese Instrumente sind ihrerseits durch kurzlaufende US-Staatsanleihen gedeckt und gelten im traditionellen Finanzwesen als nahezu ausfallsicher. Dennoch existieren Risiken:

Marktliquidität des Kollaterals: Tokenisierte Staatsanleihen sind zwar konzeptionell hochliquide, in der Praxis aber noch ein junger Markt. In Stressphasen — etwa bei einer abrupten Verbreiterung der Geld-Brief-Spannen oder bei technischen Ausfällen einer tokenisierenden Plattform — könnte die sofortige Verwertbarkeit des Kollaterals eingeschränkt sein.

On-Chain-Transparenz: USD0 setzt auf Echtzeit-Reservenachweise auf der Blockchain. Solange diese Verifikationspfade integer und unmanipuliert sind, stärken sie das Vertrauen. Ein Angriff auf die Orakel-Infrastruktur oder eine fehlerhafte Abbildung des Kollateralwerts würde diesen Vertrauensvorteil umkehren.

Konzentrationsrisiko: Wenn ein erheblicher Teil des Kollaterals auf wenige tokenisierende Plattformen entfällt, hängt die Stabilität von USD0 mittelbar von der operativen Gesundheit dieser Plattformen ab.


Das Lehrstück: Der USD0++-Depeg im Januar 2025

Die deutlichste Illustration eines Peg-Risikos im Usual-Ökosystem lieferte nicht USD0 selbst, sondern das abgeleitete Produkt USD0++.

USD0++ entsteht, wenn Nutzer ihren USD0 für vier Jahre im Protokoll sperren und dafür USUAL-Token als Rendite erhalten. Lange Zeit wurde USD0++ im Sekundärmarkt faktisch 1:1 gegen USD0 gehandelt — obwohl es sich strukturell eher um eine vierjährige Anleihe handelt als um einen liquiden Stablecoin.

Im Januar 2025 veröffentlichte das Usual-Team einen Fahrplan, in dem ein sogenannter Floor Price von 0,87 USD0 für USD0++ verankert wurde. Dieser Schritt machte explizit, was rechtlich ohnehin galt: Eine sofortige 1:1-Rückgabe von USD0++ gegen USD0 ist nicht garantiert. Der Sekundärmarktpreis von USD0++ gab daraufhin kurzfristig nach — ein klassisches Repricing, bei dem ein Markt eine bislang verdrängte Risikoinformation einpreist.

Für das Verständnis von USD0 selbst ist diese Episode in zweifacher Hinsicht lehrreich:

  1. USD0 als Basisasset verlor seinen Peg in dieser Phase nicht. Die Entkopplung betraf ausschließlich das abgeleitete, illiquide Produkt USD0++.
  2. Produktverwirrung ist ein eigenständiges Risiko: Wenn Nutzer USD0++ mit USD0 gleichsetzen, können Erwartungsenttäuschungen entstehen, die das Vertrauen in das gesamte Protokoll beeinträchtigen — auch wenn der technische Mechanismus von USD0 intakt bleibt.

Makroumfeld: Zinsniveau und Kollateralertrag

USD0 verdient seinen Peg nicht durch algorithmische Kontrolle, sondern durch wirtschaftliche Rationalität: Das Protokoll hält Staatsanleihen, die Zinserträge abwerfen. Dieses Modell ist an das Zinsniveau gebunden.

In einem Hochzinsumfeld — wie es seit 2022 in den USA existiert — sind kurzlaufende Staatsanleihen attraktive Sicherheiten. Die Spreads, die eine Peg-Arbitrage rentabel machen, bleiben eng. Fällt das Zinsniveau signifikant, sinken die Erträge aus dem Kollateral, was die wirtschaftliche Attraktivität des Modells schmälern kann. Das gefährdet nicht automatisch den Peg — die 1:1-Deckung bleibt bestehen, solange die Anleihen nicht an Wert verlieren —, kann aber indirekt die Nachfrage nach USD0 und die Tragfähigkeit des Protokolls beeinflussen.


Regulierung: MiCA und die offene USD0++-Frage

Das Forschungsinstitut ChainArgos hat in einem im November 2024 veröffentlichten Bericht darauf hingewiesen, dass das Usual-Protokoll — insbesondere USD0++ — potenzielle Fragen zur Konformität mit der europäischen MiCA-Verordnung aufwirft. MiCA unterscheidet zwischen E-Geld-Token und Asset-Referenced Token und verbietet beiden Kategorien explizit das Gewähren von Zinsen an Tokenhalter.

USD0 selbst wird von Usual als Stablecoin ohne direkte Zinszahlung positioniert. USD0++ hingegen — das Renditeprodukt — bewegt sich in einer regulatorischen Grauzone, die noch nicht abschließend geklärt ist. Sollten europäische Behörden USD0++ als zinstragendes E-Geld-Token einstufen, könnten Restriktionen oder Umstrukturierungen erforderlich werden.

Für USD0-Halter in der EU ist diese regulatorische Unsicherheit ein Faktor, der bei der Nutzung des gesamten Ökosystems — nicht nur von USD0 selbst — Berücksichtigung verdient.


Nachfrageseite: DeFi-Adoption und institutionelles Interesse

Die Nachfrage nach USD0 wird primär durch seine Nutzbarkeit als DeFi-Baustein getrieben: als Kollateral in Lending-Protokollen, als Liquiditätsbaustein in Pools, als Basiswährung für USD0++. Je stärker diese DeFi-Integration wächst, desto robuster ist die Nachfragefundierung — und umgekehrt: Bei einem allgemeinen Rückgang der DeFi-Aktivität kann auch die organische Nachfrage nach USD0 sinken.

Institutionelles Kapital, das über tokenisierte Staatsanleihen zunehmend in On-Chain-Strukturen vordringt, könnte die Nachfrage nach strukturierten RWA-Stablecoins wie USD0 mittelfristig stärken. Wie schnell und in welchem Ausmaß dies eintritt, ist jedoch von regulatorischen, technischen und marktstrukturellen Entwicklungen abhängig, die sich nicht vorhersagen lassen.


Marktstimmung und Protokollrisiken

Auch ein technisch solides Stablecoin-Protokoll ist nicht immun gegen Vertrauensverluste. Kommunikationsfehler, Smart-Contract-Schwachstellen, Governance-Entscheidungen, die Nutzer überraschen — wie im Fall des USD0++-Floor-Price — oder negative Berichterstattung können kurzfristige Abflüsse und Sekundärmarkt-Volatilität auslösen.

Der Governance-Token USUAL spielt hierbei eine doppelte Rolle: Über die Governance können Protokollparameter — einschließlich Kollateralregeln und Rückgabemechanismen — verändert werden. Das schafft Anpassungsfähigkeit, birgt aber auch das Risiko, dass Mehrheitsentscheidungen einzelne Nutzergruppen benachteiligen.


Fazit: Warum seriöser Journalismus keine Prognosen liefert

Die beschriebenen Einflussfaktoren — Kollateralqualität, Zinsniveau, Regulierungsentscheide, DeFi-Nachfrage, Governance-Entwicklungen — wirken gleichzeitig, in unterschiedliche Richtungen und mit wechselnder Intensität. Kein Modell kann verlässlich vorhersagen, wie diese Kräfte sich zu einem bestimmten Zeitpunkt kombinieren werden.

Wer behauptet, den zukünftigen Wert oder die Peg-Stabilität von USD0 mit belastbarer Sicherheit prognostizieren zu können, überschätzt entweder sein Wissen oder verfolgt andere Interessen. Die Aufgabe dieses Portals ist eine andere: die Mechanismen transparent zu machen, damit jeder Leser selbst beurteilen kann, welche Risiken er eingeht — und welche nicht.

Veranschaulicht strukturelle Faktoren für Peg-Stabilität und potenzielle Depeg-Risiken
Veranschaulicht strukturelle Faktoren für Peg-Stabilität und potenzielle Depeg-Risiken

USD0 kaufen & im DeFi-Ökosystem nutzen

Risikohinweis: Krypto-Assets sind hochvolatil und können zum Totalverlust führen. Auch Stablecoins sind nicht risikolos — Depeg-Ereignisse, Smart-Contract-Fehler und regulatorische Änderungen können den Wert beeinflussen. Dieser Text dient der Bildung und stellt keine Anlageberatung dar.

USD0 ist ein Stablecoin, der primär im DeFi-Ökosystem verwurzelt ist. Wer ihn nutzen oder halten möchte, hat grundsätzlich zwei Zugangswege: den Erwerb über einen zentralisierten oder dezentralisierten Handelsplatz sowie das direkte Minting über das Usual Protocol selbst. Welcher Weg passt, hängt von individuellen Anforderungen an Regulierung, Gebühren, Kontrolle und beabsichtigter Nutzung ab.


Regulierter Handelsplatz: Worauf zu achten ist

Mit dem schrittweisen Inkrafttreten der europäischen MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) und den Anforderungen der deutschen BaFin an Krypto-Dienstleister gewinnt die regulatorische Einordnung eines Handelsplatzes an Bedeutung. Für Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland und der EU lohnt sich vor der Nutzung eines Dienstleisters die Prüfung folgender Punkte:

  • MiCA-Lizenz oder laufendes Zulassungsverfahren: Ab Ende 2024 benötigen Krypto-Dienstleister in der EU eine entsprechende Lizenz als CASP (Crypto-Asset Service Provider). Ein Handelsplatz sollte transparent kommunizieren, ob er über eine solche Zulassung verfügt oder ein reguliertes Äquivalent (z. B. eine bestehende BaFin-Registrierung).
  • Einlagensicherung: Krypto-Assets unterliegen in der EU grundsätzlich nicht der Einlagensicherung nach Bankenrecht. Plattformen, die etwas anderes suggerieren, sind mit Vorsicht zu behandeln.
  • Sitz und Gerichtsstand: Ein Anbieter mit Sitz in einem EU-Mitgliedsstaat und klar erkennbarem Impressum bietet mehr rechtliche Handhabe als ein Offshore-Dienst ohne regulatorische Anbindung.
  • KYC/AML-Prozesse: Regulierte Plattformen verlangen eine Identitätsprüfung. Das ist kein Nachteil, sondern ein Zeichen dafür, dass der Anbieter unter Aufsicht arbeitet.

Da USD0 dezentral konzipiert ist und über permissionless Protokolle zugänglich bleibt, ist der Kauf über einen regulierten Anbieter für viele Nutzer lediglich der erste Schritt — anschließend wird der Token oft in die eigene Verwahrung überführt.


Gebühren-Transparenz

Handelskosten können bei häufigen Transaktionen erheblich ins Gewicht fallen. Die folgende Übersicht zeigt, welche Gebührenarten grundsätzlich anfallen können — unabhängig vom konkreten Anbieter:

GebührenartBeschreibungWorauf achten
Handelsprovision (Maker/Taker)Prozentsatz des Transaktionswerts beim Kauf oder VerkaufStaffelung nach Handelsvolumen üblich; Taker-Gebühren meist höher
SpreadDifferenz zwischen An- und VerkaufskursBei Stablecoins oft gering, aber nicht null
Netzwerkgebühren (Gas)Anfallend bei On-Chain-Transfers auf Ethereum oder anderen ChainsVariiert stark nach Netzwerkauslastung; auf L2-Chains deutlich niedriger
Abhebe-/EinzahlungsgebührenKosten für den Transfer von der Plattform in die eigene Wallet oder umgekehrtFixer oder prozentualer Betrag je nach Anbieter
DeFi-Protokoll-GebührenBeim Minting über Usual Protocol oder bei DeFi-Aktivitäten (Swaps, Lending)Im Protokoll-Frontend oder Smart-Contract-Code einsehbar

Empfehlung: Gebührenübersichten sollten vor der Nutzung vollständig und nachvollziehbar auf der Plattform dargestellt sein. Intransparente oder versteckte Kosten sind ein Warnsignal.


Eigenverwahrung vs. Börsen-Verwahrung

Bei Stablecoins wie USD0 stellt sich die Verwahrungsfrage besonders deutlich: Da der Token im DeFi-Ökosystem aktiv eingesetzt werden soll, ist die Eigenverwahrung in vielen Fällen der praktischere und sicherere Weg.

KriteriumEigenverwahrung (Non-Custodial)Börsen-Verwahrung (Custodial)
KontrolleVollständige Kontrolle über Private Key und Seed PhrasePlattform hält die Schlüssel — „not your keys, not your coins"
Zugang zu DeFiDirekt möglich (Liquidity Pools, Lending, Minting)In der Regel eingeschränkt; DeFi-Transfer nötig
SicherheitsrisikoVerantwortung liegt beim Nutzer; bei Verlust der Seed Phrase kein ZugriffPlattform-Risiko (Hack, Insolvenz, Einfrieren von Guthaben)
Geeignet fürTechnisch versierte Nutzer mit klarer DeFi-AbsichtNutzer, die einfach USD0 halten wollen, ohne DeFi-Aktivität
VerwahrungslösungHardware Wallet, Software-WalletPlattform-internes Konto

Wer USD0 in einer Non-Custodial Wallet verwahrt, trägt die alleinige Verantwortung für die Sicherung der Seed Phrase. Diese sollte niemals digital gespeichert, fotografiert oder an Dritte weitergegeben werden. Eine Hardware Wallet bietet den höchsten Schutz für größere Bestände, da der Private Key das Gerät nie verlässt.


Coin-spezifisches Kriterium: USD0 im DeFi-Ökosystem und direktes Minting

USD0 unterscheidet sich von vielen anderen Stablecoins dadurch, dass er nicht ausschließlich auf Börsen erhältlich ist, sondern direkt über das Usual Protocol durch Hinterlegung geeigneter Kollateralwerte — insbesondere tokenisierter US-Staatsanleihen — geprägt werden kann. Dieses permissionless Minting setzt eine kompatible Wallet, ausreichend Kollateral (z. B. USYC oder BULD) sowie die Bereitschaft voraus, mit einem Smart Contract zu interagieren.

Darüber hinaus ist USD0 über den LayerZero OFT-Standard (Omnichain Fungible Token) auf mehreren Blockchains nutzbar. Das bedeutet: USD0 kann zwischen unterstützten Chains transferiert werden, ohne dass separate Wrapped-Versionen mit eigenem Depeg-Risiko entstehen. Für Nutzer, die auf Layer-2-Netzwerken oder anderen EVM-kompatiblen Chains aktiv sind, ist das ein praktischer Vorteil gegenüber Stablecoins ohne native Multi-Chain-Unterstützung.

Im DeFi-Ökosystem stehen für USD0 grundsätzlich folgende Verwendungswege offen:

  • Liquiditätspools: USD0 kann als Liquidität in dezentralen Börsen eingesetzt werden, typischerweise in Paarungen mit anderen Stablecoins.
  • Lending & Borrowing: Auf geeigneten DeFi-Plattformen kann USD0 als Sicherheit hinterlegt oder verliehen werden.
  • Umwandlung in USD0++: Wer USD0 für vier Jahre im Usual Protocol sperrt, erhält USD0++, den liquiditätsgebundenen Zins-Token des Protokolls. Wichtig: USD0++ ist kein stabiler 1:1-Peg-Token mehr — seit Januar 2025 gilt ein floor price von 0,87 USD0, was eine sofortige Rückgabe zum Nennwert ausschließt.

Wer USD0 lediglich halten möchte, ohne es zu sperren oder in DeFi einzusetzen, sollte beachten, dass das bloße Halten von USD0 laut Protokolldokumentation keine direkte Rendite erzeugt. Erträge entstehen erst durch die aktive Nutzung im Protokoll — verbunden mit den entsprechenden Risiken, insbesondere der Illiquidität beim Lock-up.


Kurzcheckliste vor dem ersten Kauf oder Minting

  • Handelsplatz oder Protokoll auf MiCA-Konformität bzw. BaFin-Registrierung geprüft
  • Gebührenstruktur vollständig gelesen und verstanden (Handel, Gas, Abhebung)
  • Entscheidung getroffen: Eigenverwahrung (Non-Custodial) oder Börsen-Verwahrung (Custodial)?
  • Bei Eigenverwahrung: Seed Phrase sicher und offline gesichert
  • Bei Hardware-Wallet-Nutzung: Gerät aus offiziellem Kanal bezogen, Firmware aktuell
  • Verwendungszweck geklärt: einfaches Halten, DeFi-Einsatz oder Minting über Usual Protocol?
  • Unterschied zwischen USD0 (Stablecoin) und USD0++ (gebundener Zins-Token) verstanden
  • Chain-Kompatibilität der eigenen Wallet mit USD0 (Ethereum, L2, OFT-unterstützte Chains) geprüft
  • Nur Kapital eingesetzt, dessen Totalverlust finanziell verkraftbar wäre

Risikohinweis: Dieser Abschnitt dient ausschließlich der Bildung. Weder der Kauf von USD0 noch die Nutzung des Usual Protocols wird hier empfohlen. Krypto-Assets — einschließlich Stablecoins — unterliegen Markt-, Smart-Contract- und Regulierungsrisiken. Im Zweifelsfall empfiehlt sich die Konsultation einer unabhängigen, zugelassenen Finanzberatung.

Häufige Fragen zu USD0 & Usual Protocol

Was ist der Unterschied zwischen USD0 und USD0++?

USD0 ist der eigentliche Stablecoin des Protokolls – vollständig 1:1 durch tokenisierte Real-World-Assets gedeckt und frei handelbar. USD0++ ist eine gebundene Variante, die durch das Einschließen von USD0 für vier Jahre entsteht. Im Gegenzug für diesen Lock erhalten Nutzer Ansprüche auf Protokollerträge. Wichtig: Seit Januar 2025 gilt für USD0++ ein eingeführter Floor Price von 0,87 USD0, was eine sofortige 1:1-Rückgabe ausschließt. USD0++ verhält sich damit weniger wie ein klassischer Stablecoin und eher wie ein verzinsliches Instrument mit Laufzeitbindung.

Generiert das bloße Halten von USD0 eine Rendite?

Nein. Wer USD0 hält, ohne weitere Schritte zu unternehmen, erhält keine direkte Rendite aus den im Hintergrund liegenden US-Staatsanleihen. Die Erträge aus den hinterlegten Real-World-Assets fließen in das Protokoll-Treasury. Um an diesen Erträgen teilzuhaben, müssen Nutzer USD0 in USD0++ umwandeln – was einen vierjährigen Lock voraussetzt. Erst durch diesen Schritt entsteht ein Anspruch auf Ausschüttungen in Form von USUAL-Token. Der Stablecoin USD0 selbst dient primär als stabiles Tauschmittel und Liquiditätsbaustein im DeFi-Ökosystem.

Was ist der USUAL-Token und wofür wird er verwendet?

USUAL ist der Governance-Token des Usual Protocol und nicht zu verwechseln mit dem Stablecoin USD0. Er berechtigt Inhaber zur Teilnahme an Protokollentscheidungen und repräsentiert einen Anspruch auf Protokolleinnahmen. Das Supply Cap von USUAL beträgt laut offizieller Dokumentation drei Milliarden Token – ursprünglich waren vier Milliarden vorgesehen, was nach unten revidiert wurde. Rund 90 % der Token sind für die Community vorgesehen, etwa über Liquiditätsanreize. USUAL fungiert damit als wirtschaftliches Bindeglied zwischen Protokollwachstum und aktiver Nutzerbeteiligung.

Wie unterscheidet sich USD0 von etablierten Stablecoins wie USDT oder USDC?

USDT und USDC werden von zentralisierten Unternehmen ausgegeben; die Reserven liegen bei diesen Emittenten, und die Erträge aus den hinterlegten Vermögenswerten verbleiben vollständig beim Anbieter. USD0 verfolgt ein anderes Modell: Die Besicherung erfolgt durch on-chain verifizierbare, tokenisierte Staatsanleihen, und das Protokoll leitet einen Teil der Reserveerträge – vermittelt über USD0++ und USUAL – an die Gemeinschaft weiter. Zudem ist USD0 permissionless konzipiert, setzt auf dezentrale Governance und nutzt den LayerZero-OFT-Standard für kettenübergreifende Nutzbarkeit.

Ist USD0 ein algorithmischer Stablecoin?

Nein. USD0 ist ausdrücklich kein algorithmischer Stablecoin. Der Peg wird nicht durch Algorithmen, Code-Anreize oder einen zweiten Token mechanisch aufrechterhalten – wie etwa beim gescheiterten UST-Modell. Stattdessen ist jeder USD0 vollständig 1:1 durch physische Real-World-Assets gedeckt, konkret durch kurzlaufende US-Staatsanleihen und vergleichbare tokenisierte Instrumente. Die Stabilität beruht damit auf dem Marktwert realer Vermögensgegenstände und nicht auf spekulativen Gleichgewichtsmechanismen. Dieser Unterschied ist für die Risikoeinschätzung grundlegend.

Wie steht Usual Protocol zur MiCA-Regulierung in der EU?

Die regulatorische Einordnung von USD0++ unter der europäischen MiCA-Verordnung ist nicht abschließend geklärt. MiCA unterscheidet zwischen E-Geld-Token und Asset-Referenced Token und verbietet in beiden Kategorien grundsätzlich die Gewährung von Zinsen an Tokeninhaber. Ob USD0++ unter dieses Verbot fällt, wurde in unabhängigen Analysen – darunter eine Untersuchung von ChainArgos aus dem Jahr 2024 – als offene Frage aufgeworfen. Usual Protocol ist regulatorisch somit kein unbeobachteter Akteur; Nutzer innerhalb der EU sollten diese Unsicherheit kennen.

Hat USD0 ein maximales Angebot?

USD0 als Stablecoin hat kein festes Maximalangebot. Neue USD0-Einheiten werden geminted, sobald Nutzer entsprechendes Kollateral – etwa tokenisierte US-Staatsanleihen – im Protokoll hinterlegen. Die Gesamtmenge hängt damit direkt von der Nachfrage und der eingelegten Sicherheitenmenge ab, nicht von einem vorab definierten Deckel. Anders verhält es sich beim Governance-Token USUAL, für den ein Supply Cap von drei Milliarden gilt. Der Unterschied zwischen unbegrenztem Stablecoin-Angebot und begrenztem Governance-Token ist für das Verständnis des Tokenmodells zentral.

Wie wird USD0 verwahrt – gibt es besondere Anforderungen?

USD0 ist ein ERC-20-kompatibler Token auf Ethereum, der wie andere Kryptowerte in einer selbst kontrollierten Wallet verwahrt werden kann. Wer die volle Kontrolle über seine Token behalten möchte, verwendet eine Non-Custodial Wallet – etwa eine Hardware Wallet für langfristige Aufbewahrung. Wer USD0 über eine zentralisierte Plattform hält, übergibt die Verwahrung an den jeweiligen Anbieter (Custodial Wallet). Für USD0++ gilt zusätzlich: Der Lock-Mechanismus ist protokollseitig verankert und unabhängig vom Verwahrungsweg wirksam.

Wann und von wem wurde Usual Protocol gegründet?

Usual Protocol wurde von Pierre Person initiiert, einem ehemaligen französischen Abgeordneten. Das Protokoll ging 2024 mit dem Mainnet-Launch an den Start, nachdem Usual Labs im April 2024 eine Seed-Runde abgeschlossen hatte, die unter anderem von Kraken Ventures und IOSG Ventures angeführt wurde (DeFi Firm Usual Labs Raises $7M Round, CoinDesk). Das Projekt positionierte sich von Beginn an als Reaktion auf das bestehende Stablecoin-Modell, bei dem Emittenten die Reserveerträge einbehalten, anstatt sie an die Nutzergemeinschaft weiterzuleiten.

Sind Kursprognosen für USUAL oder USD0 seriös?

Prognosen zum künftigen Kurs von USUAL oder zum Verhalten des USD0-Pegs sind grundsätzlich mit Vorsicht zu bewerten. USD0 ist als Stablecoin konzipiert und soll dauerhaft nahe 1 US-Dollar notieren – Abweichungen sind möglich, aber systemisch unerwünscht. Für den Governance-Token USUAL gelten dieselben Unsicherheiten wie für jeden anderen Krypto-Vermögenswert: Protokollrisiken, Marktbedingungen und regulatorische Entwicklungen können den Wert in beide Richtungen beeinflussen. Plattformen oder Dienste, die konkrete Kursziele oder Renditeniveaus versprechen, betreiben keine seriöse Analyse, sondern Marketing.

Für die Recherche dieses Artikels wurden Primärquellen aus dem Usual USD-Ökosystem ausgewertet. Eine Auswahl zum Weiterlesen:

USD0 Markets

Handelsplätze nach gemeldetem 24h-Volumen.

#HandelsplatzTypPaarPreisSpread+2% Tiefe-2% TiefeVolumen 24hVolumen %Aktualisiert
1
Uniswap V3 (Ethereum)
DEXUSD0/USDC1,00 USD+0,60%39.780 USD39.660 USD56.443 USD+44,18%13.06.26, 07:45
2
Curve (Ethereum)
DEXUSD0/USDC1,00 USD+0,60%12.141 USD12.105 USD5.932 USD+4,64%13.06.26, 07:45
3
Uniswap V3 (Ethereum)
DEXBUSD0/USD01,00 USD+0,60%59.623 USD59.444 USD59.253 USD+46,38%13.06.26, 07:45
4
Fluid (Ethereum)
CEXUSD0/USDC1,00 USD+0,65%328 USD327 USD1.390 USD+1,09%10.06.26, 10:31
5
Uniswap V4 (Ethereum)
DEXUSD0/USDC1,00 USD+70,02%2.930 USD2.922 USD2 USD+0,00%09.06.26, 17:13
6
Curve (Ethereum)
DEXBUSD0/USD01,00 USD+0,60%42.290 USD42.162 USD4.740 USD+3,71%13.06.26, 07:45
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