Glossar
Total Expense Ratio (TER)
Aktualisiert 12. Juni 2026
Total Expense Ratio (TER) ist eine Kennzahl, die die jährlichen laufenden Kosten eines Investmentfonds oder ETFs als prozentualen Anteil am durchschnittlichen Fondsvermögen ausdrückt.
Berechnung und Zusammensetzung
Die TER ergibt sich aus der Division der gesamten jährlichen Fondskosten durch das durchschnittliche Nettovermögen des Fonds, multipliziert mit 100. Enthält ein Fonds beispielsweise Betriebskosten von 800.000 Euro bei einem durchschnittlichen Vermögen von 100 Millionen Euro, beträgt die TER 0,8 Prozent pro Jahr. Dieser Betrag wird nicht gesondert in Rechnung gestellt, sondern schmälert täglich anteilig den Nettoinventarwert des Fonds — Anleger zahlen also implizit, ohne eine separate Gebührenrechnung zu erhalten.
Zur TER zählen typischerweise Verwaltungsgebühren, Verwahrstellengebühren sowie sonstige Betriebskosten wie Wirtschaftsprüfungs- oder Registergebühren. Nicht enthalten sind hingegen Transaktionskosten, die beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren innerhalb des Fonds entstehen. Diese werden gesondert als Trading Expense Ratio (ebenfalls mit TER abgekürzt) ausgewiesen — eine Verwechslungsgefahr, die beim Vergleich von Fondsdokumenten Beachtung verdient.
Regulatorischer Rahmen und Vergleichswerte
In Deutschland sind Fondsgesellschaften seit 2004 verpflichtet, für hierzulande zum Vertrieb zugelassene Fonds eine Gesamtkostenquote auszuweisen. Diese Transparenzpflicht erleichtert den Kostenvergleich erheblich, da Anleger die TER verschiedener Produkte direkt gegenüberstellen können.
Typische TER-Werte bewegen sich zwischen 0,5 und 2,0 Prozent jährlich. Passiv verwaltete ETFs auf breite Indizes liegen häufig deutlich darunter, teils unter 0,2 Prozent. Aktiv gemanagte Fonds oder spezialisierte Vehikel wie Private-Equity-Fonds können hingegen spürbar höhere Werte aufweisen. Da die TER die erzielte Rendite direkt und dauerhaft mindert, wirkt sie im Zinseszinseffekt über längere Haltedauern besonders stark.
Abgrenzung: TER und Gesamtkosten
Die TER erfasst keine einmaligen Ausgabeaufschläge beim Fondskauf, keine Depotgebühren des Brokers und keine Performancegebühren, die manche aktiven Fonds zusätzlich erheben. Wer die tatsächliche Gesamtkostenbelastung einer Fondsanlage beurteilen möchte, muss diese Posten separat berücksichtigen. Die TER ist damit ein nützlicher, aber nicht abschließender Kostenmesser.