Glossar
MiCA-Stablecoin-Regulierung
Aktualisiert 12. Juni 2026
MiCA-Stablecoin-Regulierung ist der Teil der EU-Verordnung „Markets in Crypto-Assets" (MiCA), der erstmals einheitliche Zulassungs-, Reserve- und Aufsichtsanforderungen für Stablecoin-Emittenten im europäischen Binnenmarkt festlegt. MiCA trat im Juni 2023 in Kraft; die stablecoinspezifischen Bestimmungen sind seit Juni 2024 verbindlich, die vollständige Durchsetzung des Gesamtregelwerks gilt ab Dezember 2024.
Zwei regulierte Kategorien
MiCA unterscheidet grundlegend zwischen zwei Stablecoin-Typen, die jeweils eigenen Anforderungen unterliegen:
Asset-Referenced Tokens (ART) sind an einen Korb aus mehreren Vermögenswerten – etwa Devisen, Rohstoffe oder andere Krypto-Assets – gebunden. Sie unterliegen strengen Zulassungspflichten und müssen von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) genehmigt werden, sofern sie als „bedeutend" eingestuft werden.
E-Money Tokens (EMT) referenzieren genau eine Fiatwährung, zum Beispiel Euro oder US-Dollar. Für ihre Ausgabe ist grundsätzlich eine E-Geld-Lizenz erforderlich. Ein auf Euro lautender EMT fällt damit in denselben regulatorischen Rahmen wie digitales Buchgeld.
Weiterführende Definitionen beider Kategorien finden sich in den Einträgen zu ART (Asset-Referenced Token) und EMT (E-Money-Token).
Reservepflicht und Transaktionslimit
Alle Stablecoin-Emittenten müssen die umlaufenden Token durch liquide Reserven im Verhältnis 1:1 besichern. Die Reserven sind von den eigenen Betriebsmitteln getrennt zu halten und unterliegen regelmäßiger Prüfung. Damit soll sichergestellt werden, dass jeder Token jederzeit zum Nennwert einlösbar bleibt.
Für Stablecoins, die nicht an eine EU-Währung gebunden sind – der prominenteste Fall ist der an den US-Dollar gekoppelte USDT oder USDC –, gilt zusätzlich ein Tageslimit von einer Million Transaktionen innerhalb der EU. Diese Regelung soll die Währungssouveränität des Euro schützen und verhindern, dass Nicht-Euro-Stablecoins im Alltag zur dominierenden Zahlungseinheit werden.
Einordnung und Bedeutung
MiCA ist weltweit das erste umfassende Regelwerk, das Stablecoins nicht nur unter Gesichtspunkten der Geldwäscheprävention, sondern auch prudentiell – also hinsichtlich Kapital, Liquidität und Governance – reguliert. Für Emittenten bedeutet das erheblichen Compliance-Aufwand: Zulassungsanträge, laufende Berichtspflichten und bei systemrelevanter Größe direkte EBA-Aufsicht. Für Nutzer schafft das Regelwerk erstmals EU-weite Transparenz darüber, wie ein Stablecoin gedeckt ist und wer dafür haftet.