Glossar
Token Float
Aktualisiert 12. Juni 2026
Token Float ist der Anteil eines Krypto-Tokens, der zum jeweiligen Zeitpunkt tatsächlich frei auf dem Markt handelbar ist – also weder durch Vesting-Vereinbarungen gesperrt, noch von Gründern, Entwicklungsstiftungen oder verbundenen Unternehmen zurückgehalten wird.
Abgrenzung zum Gesamtangebot
Das Gesamtangebot eines Tokens – oft als Total Supply oder Maximum Supply ausgewiesen – schließt sämtliche jemals existierenden oder noch zu emittierenden Einheiten ein, unabhängig davon, ob sie handelbar sind. Die Circulating Supply beschreibt die grobe Umlaufmenge, zählt aber mitunter auch Bestände, die faktisch nicht am Markt verfügbar sind. Der Token Float ist enger definiert: Er umfasst ausschließlich jene Token, die ohne vertragliche oder technische Beschränkung den Besitzer wechseln können. Das Verhältnis von Float zu Gesamtangebot wird als Free-Float-Ratio bezeichnet und dient als Tokenomics-Indikator für Marktreife und Manipulationsrisiko eines Projekts.
Preissensitivität und Liquidität
Ein niedriger Token Float hat unmittelbare Konsequenzen für die Kursdynamik: Ist nur ein kleiner Bruchteil des Gesamtangebots handelbar, reichen vergleichsweise geringe Kauf- oder Verkaufsvolumina aus, um den Preis stark zu bewegen. Umgekehrt deutet ein hoher Float auf eine breitere Marktverteilung hin, die einzelnen Akteuren weniger Hebel für gezielte Kurseinflüsse lässt.
Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Wirkung: Werden bei einem Projekt 80 Prozent der Token für drei Jahre in Smart Contracts gesperrt, beträgt der Float anfangs lediglich 20 Prozent des Gesamtangebots. Läuft die Sperrfrist ab und gelangen die zurückgehaltenen Token schrittweise auf den Markt, erhöht sich der Float – das Angebot steigt, was bei konstanter Nachfrage preissenkend wirken kann. Dieses Muster ist eng verwandt mit dem Konzept Low Float High FDV, bei dem eine niedrige Umlaufmenge einer hohen voll verwässerten Bewertung gegenübersteht.
Free-Float-Marktkapitalisierung
Die aus dem Token Float abgeleitete Free-Float-Marktkapitalisierung multipliziert den Marktpreis ausschließlich mit dem frei handelbaren Angebot. Sie gilt gegenüber der Gesamt-Marktkapitalisierung als präziseres Maß für die tatsächliche Liquidität eines Projekts. Index-Anbieter, die marktgewichtete Krypto-Indizes konstruieren, wenden diesen Ansatz an: Sie schließen Bestände aus, die nachweislich unter der Kontrolle von Entwicklern, Principals oder projektnahen Unternehmen stehen, um ein realistisches Bild der handelbaren Marktgröße zu erhalten.
Der Token Float ist damit kein isoliertes Datum, sondern ein zentrales Element der Tokenomics-Analyse – zusammen mit Emission Rate und Burning bestimmt er, wie sich das handelbare Angebot eines Projekts im Zeitverlauf entwickelt.