Glossar
Burning (Token verbrennen)
Aktualisiert 12. Juni 2026
Burning (Token verbrennen) ist ein Mechanismus in Blockchain-Netzwerken, bei dem eine definierte Menge an Token unwiederbringlich aus dem Umlauf entfernt wird, indem sie an eine sogenannte Burn-Adresse (auch „Eater Address") gesendet werden – eine Wallet-Adresse, zu der kein Private Key existiert und auf die daher niemand Zugriff hat.
Wie funktioniert das Verbrennen technisch?
Die gesendeten Token sind nach dem Vorgang zwar noch auf der Blockchain sichtbar, können aber von keiner Person mehr bewegt oder genutzt werden. Da alle Transaktionen öffentlich auf der Blockchain aufgezeichnet sind, ist der Burn-Vorgang jederzeit nachvollziehbar und irreversibel. Es handelt sich damit um das funktionale Gegenstück zum Mint (Token-Erzeugung): Während Minting das Angebot erhöht, reduziert Burning es dauerhaft.
Burn-Ereignisse lassen sich auf drei Wegen auslösen:
- Automatisch per Smart Contract – etwa wenn ein festgelegter Prozentsatz jeder Transaktion direkt vernichtet wird.
- Protokollseitig – Ethereum verbrennt seit der Einführung von EIP-1559 automatisch einen Teil der Transaktionsgebühren (Base Fee) bei jeder Transaktion.
- Manuell durch das Projektteam – manche Projekte führen in regelmäßigen Abständen gezielte Burns durch, etwa auf Basis von Unternehmenseinnahmen. Binance verbrennt periodisch BNB-Token anhand von Handelsvolumina der Börse.
Ökonomische Wirkung und Einordnung
Burning wirkt deflationär auf das Token Supply: Ein sinkendes Angebot erhöht theoretisch den Knappheitsgrad der verbleibenden Token – vorausgesetzt, die Nachfrage bleibt konstant oder steigt. Dieser Zusammenhang gilt als Grundprinzip, ist jedoch in der Praxis von zahlreichen weiteren Faktoren abhängig und stellt keine gesicherte Aussage über Preisentwicklungen dar.
Burning ist außerdem von verwandten Konzepten abzugrenzen: Ein Token Sink bezeichnet allgemein Mechanismen, die Token aus dem aktiven Umlauf ziehen (z. B. durch Staking oder Gebühren), ohne sie zwingend zu vernichten. Beim Token-Buyback (Rückkauf) erwirbt ein Projekt Token zurück – diese können anschließend verbrannt werden, müssen es aber nicht. Burning ist stets der finale, nicht umkehrbare Schritt.
Für die Bewertung eines Projekts lohnt ein Blick auf die Transparenz des Burn-Mechanismus: Ist er im Protokoll verankert, algorithmisch geregelt und öffentlich nachprüfbar – oder liegt er allein im Ermessen des Teams?