Glossar
Peg (Wechselkurs-Bindung)
Aktualisiert 12. Juni 2026
Peg (Wechselkurs-Bindung) ist ein Mechanismus, bei dem der Wert einer Währung oder eines Token dauerhaft an den Wert einer Referenzgröße – typischerweise eine Fremdwährung, einen Währungskorb oder einen Rohstoff – gekoppelt wird, um Wechselkursschwankungen zu minimieren.
Typen und Funktionsweise
Grundsätzlich lassen sich vier Varianten unterscheiden:
- Fester Peg (1:1-Bindung): Der Kurs wird unveränderlich an eine einzelne Währung gebunden, etwa an den US-Dollar. Die ausgebende Institution muss den Kurs aktiv verteidigen – durch Kauf oder Verkauf der Referenzwährung am Devisenmarkt oder durch Anpassung des umlaufenden Token-Angebots.
- Währungskorb-Peg: Statt einer einzigen Währung dient ein gewichteter Mix mehrerer Währungen als Anker. Das streut das Abhängigkeitsrisiko gegenüber einer einzelnen Referenzwährung.
- Crawling Peg: Der Kurs wird schrittweise um einen festgelegten Prozentsatz angepasst, um kontrollierte Abwertungen zu ermöglichen, ohne einen abrupten Kurssturz auszulösen.
- Adjustable Peg: Der Kurs kann innerhalb einer definierten Bandbreite nach oben oder unten verschoben werden, bleibt aber an ein festes Umtauschverhältnis gebunden.
Allen Varianten gemeinsam ist, dass die Bindung nur so lange hält, wie die verteidigende Institution über ausreichende Reserven oder Steuerungsinstrumente verfügt.
Bedeutung im Krypto-Kontext
Im DeFi-Bereich ist der Peg zentrales Konstruktionsprinzip von Stablecoins: Token wie USDT oder USDC binden ihren Wert 1:1 an den US-Dollar – entweder durch Fiat-Reserven in gleicher Höhe, durch überbesichertes Krypto-Collateral oder durch algorithmische Angebots- und Nachfrage-Steuerung. Das Ziel ist stets dasselbe: Nutzer sollen einen stabilen Recheneinheit-Token halten können, ohne dem Kursrisiko des restlichen Marktes ausgesetzt zu sein.
Die Risiken sind jedoch erheblich. Reichen die Reserven nicht aus oder verliert der Markt das Vertrauen in den Mechanismus, kann der Peg brechen – ein sogenanntes De-Pegging. Historische Beispiele illustrieren das Ausmaß: Thailand musste 1997 seine Dollarbindung aufgeben, nachdem die Zentralbank ihre USD-Reserven erschöpft hatte. Im Krypto-Bereich führte der Kollaps des algorithmischen UST/LUNA-Pegs 2022 zu Verlusten in Milliardenhöhe und legte die strukturellen Schwächen unbesicherter Peg-Mechanismen offen.
Ein Peg ist damit kein Selbstläufer, sondern eine dauerhafte institutionelle Verpflichtung – mit entsprechendem Versagensrisiko.