KryptoRatgeber

Glossar

LP-Token

Aktualisiert 12. Juni 2026

Ein LP-Token (Liquidity Provider Token, auch: Pool-Token oder Liquiditäts-Token) ist ein Krypto-Token, das ein Protokoll automatisch an Nutzer ausgibt, die Vermögenswerte in einen dezentralen Liquiditätspool einzahlen – und das als Nachweis über ihren Anteil an diesem Pool dient.

Entstehung und Bewertung

Dezentrale Börsen, die auf dem Automated-Market-Maker-Prinzip (AMM) basieren, benötigen gepoolte Liquidität, damit Trades ohne zentrales Orderbuch abgewickelt werden können. Wer zwei Vermögenswerte in ein solches Pool-Paar einzahlt, erhält im Gegenzug LP-Token – automatisch über einen Smart Contract geminted. Die Anzahl der ausgegebenen Token spiegelt den relativen Anteil am Gesamtpool wider. Die Bewertungsformel ist dabei denkbar einfach:

Gesamtwert des Liquiditätspools ÷ umlaufende LP-Token-Menge = Wert eines LP-Tokens

Beim Rückzug der Liquidität werden die LP-Token an den Smart Contract zurückgegeben und geburnt; im Gegenzug erhält der Nutzer seinen Anteil an den gepoolten Assets zurück – zuzüglich anteiliger Handelsgebühren, die sich im Pool angesammelt haben.

Technische Ausprägungen und Verwendung

LP-Token sind technisch reguläre Netzwerk-Token, deren genaue Implementierung jedoch protokollabhängig ist. Auf Ethereum können sie als ERC-20-Token ausgegeben werden – so etwa bei SushiSwap, wo jeder LP-Token fungibel ist und gleiche Pool-Anteile repräsentiert. Uniswap hingegen nutzt ab Version 3 den ERC-721-Standard: Da Liquiditätsanbieter dort individuelle Preisbereiche definieren, ist jede Position einzigartig und wird als nicht-fungibles Token (NFT) abgebildet. Diese Unterscheidung ist praxisrelevant, weil ERC-721-Token nicht ohne Weiteres mit anderen LP-Token desselben Pools verrechnet oder in klassischen ERC-20-basierten Yield-Protokollen gestakt werden können.

Unabhängig vom Standard gilt: LP-Token sind derivative Instrumente – ihr Wert leitet sich vollständig aus den im Pool gesperrten Basiswerten ab. Sie können übertragen und in kompatiblen DeFi-Protokollen als Sicherheit oder für zusätzliche Ertragsstrategien eingesetzt werden, sind aber primär zur Rückgabe an den Pool konzipiert.

Zentrales Risiko: Impermanent Loss

Schwankt das Preisverhältnis der gepoolten Assets stark, kann der beim Rückzug erhaltene Wert unter dem liegen, was ein einfaches Halten der Basiswerte erbracht hätte. Dieser Effekt wird als Impermanent Loss bezeichnet und ist das strukturell wichtigste Risiko beim Bereitstellen von Liquidität in AMM-Pools.

Verwandte Begriffe