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Krypto-besicherter Stablecoin

Aktualisiert 12. Juni 2026

Krypto-besicherter Stablecoin ist ein auf einen stabilen Referenzwert – meist den US-Dollar – gepegter Token, dessen Sicherheitsreserve nicht aus Fiatgeld, sondern ausschließlich aus anderen Kryptowährungen besteht und dessen Ausgabe sowie Verwaltung vollständig über Smart Contracts auf einer Blockchain abläuft.

Funktionsweise: Überbesicherung als Puffer

Da Kryptowährungen stark im Wert schwanken, reicht eine 1:1-Deckung nicht aus. Krypto-besicherte Stablecoins arbeiten daher mit Überbesicherung: Wer beispielsweise 100 DAI prägen möchte, muss Kryptowährungen im Wert von 150 Dollar oder mehr als Sicherheit in einem Smart Contract hinterlegen. Diese Sicherheiten sind jederzeit on-chain einsehbar und werden durch das zugehörige Protokoll – im Fall von DAI durch MakerDAO – automatisch überwacht. Unterschreitet der Wert der hinterlegten Sicherheiten einen definierten Schwellenwert, löst das Protokoll eine Liquidation aus: Die Sicherheiten werden verkauft, um den ausstehenden Stablecoin-Betrag zu decken.

Die Steuerung solcher Protokolle erfolgt über dezentrale Governance-Strukturen. Inhaber eines zugehörigen Governance-Tokens können über Parameter wie Mindestsicherungsquoten oder akzeptierte Sicherheitenarten abstimmen. Damit unterscheiden sich krypto-besicherte Stablecoins grundlegend von fiat-besicherten Modellen, bei denen ein zentraler Emittent die Reserven verwahrt und darüber Rechenschaft ablegen muss.

Chancen und Risiken im Überblick

Der wesentliche Vorteil gegenüber fiat-besicherten Stablecoins liegt in der Transparenz und Dezentralisierung: Jeder kann die Reserven direkt auf der Blockchain prüfen, ohne einem Emittenten vertrauen zu müssen. Bekannte Beispiele sind DAI (MakerDAO, besichert unter anderem durch Ethereum) sowie sUSD.

Das Hauptrisiko ergibt sich aus eben jener Eigenschaft, die als Vorteil gilt: Die Sicherheiten sind selbst volatile Kryptowerte. Bei einem schnellen und starken Kursrückgang kann die Überbesicherung schmelzen, bevor Liquidationen greifen – ein Szenario, das in Stressphasen zu einem teilweisen oder vollständigen Verlust des Pegs führen kann. Dieses Bankrun-Risiko unterscheidet sich strukturell von dem fiat-besicherter Alternativen, ist aber keineswegs geringer. Hinzu kommen Protokollrisiken: Fehler im Smart-Contract-Code oder fehlgeleitete Governance-Entscheidungen können die Stabilität des Systems gefährden.

Krypto-besicherte Stablecoins sind deshalb kein risikofreies Instrument, sondern ein Kompromiss: mehr Dezentralisierung und Transparenz, dafür höhere Anfälligkeit gegenüber Marktturbulenzen.

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