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Gewichteter gleitender Durchschnitt (WMA)

Aktualisiert 12. Juni 2026

Gewichteter gleitender Durchschnitt (WMA) ist ein Indikator der technischen Analyse, der den Durchschnitt einer festgelegten Anzahl von Kursperioden berechnet und dabei jüngeren Kursen ein höheres lineares Gewicht zuweist als älteren.

Berechnung und Funktionsweise

Das Prinzip lässt sich an einem einfachen Beispiel verdeutlichen: Bei einem 3-Perioden-WMA erhält die älteste Periode den Gewichtungsfaktor 1, die mittlere den Faktor 2 und die aktuellste den Faktor 3. Lagen die drei Schlusskurse beispielsweise bei 60, 45 und 50 US-Dollar, ergibt sich die Rechnung wie folgt:

(1 × 60) + (2 × 45) + (3 × 50) = 300

Die Summe der Gewichte beträgt 1 + 2 + 3 = 6. Der WMA-Wert liegt damit bei 300 ÷ 6 = 50. Die Gewichtung ist streng linear: Jede ältere Periode verliert genau einen Gewichtungspunkt. Das macht die Berechnung transparent und rechnerisch leicht nachvollziehbar.

Abgrenzung zu SMA und EMA

Im Vergleich zum einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) reagiert der WMA spürbar schneller auf neue Kursbewegungen, weil aktuelle Perioden stärker ins Gewicht fallen. Gegenüber dem exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) ist der WMA hingegen etwas träger: Der EMA nutzt eine exponentielle Gewichtungsfunktion, die allerneuesten Kursen noch stärkeren Einfluss einräumt. Der WMA positioniert sich damit in der Mitte des Reaktionsspektrums – schneller als der SMA, aber berechenbarer und glatter als der EMA.

Da der WMA dichter am aktuellen Kursverlauf liegt als der SMA, ist er weniger geglättet. Das kann in volatilen Marktphasen zu häufigeren Richtungswechseln der Indikatorlinie führen. Ein gängiges Anwendungsbeispiel in der Chartanalyse ist der 20-WMA auf dem 4-Stunden-Chart, der kurzfristige Trendverläufe sichtbar machen soll.

Wichtiger Hinweis: Der WMA ist ein rein deskriptiver Indikator, der vergangene Kursdaten zusammenfasst. Er liefert weder Handelssignale noch Prognosen über künftige Kursentwicklungen. Wie alle technischen Indikatoren kann der WMA Fehlsignale erzeugen und in bestimmten Marktphasen versagen. Die Nutzung im Rahmen eigener Analysen ersetzt keine fundierte Risikoabwägung und stellt keine Anlageberatung dar.

Wer den WMA im weiteren Kontext verstehen möchte, findet eine Übersicht unter Gleitender Durchschnitt (MA).

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