Glossar
Federal Reserve (Fed)
Aktualisiert 12. Juni 2026
Federal Reserve (Fed) ist das Zentralbanksystem der Vereinigten Staaten, gegründet 1913 durch den Federal Reserve Act, und gilt als eine der einflussreichsten geldpolitischen Institutionen weltweit. Es besteht aus dem Board of Governors in Washington D.C. sowie zwölf regionalen Federal Reserve Banks, die gemeinsam Geldpolitik formulieren und das US-Bankensystem beaufsichtigen.
Aufgaben und Funktionsweise
Die drei Kernaufgaben der Fed sind die Festlegung des Leitzinses (Federal Funds Rate), die Steuerung der Geldmenge sowie die Regulierung und Überwachung des amerikanischen Bankensystems. Darüber hinaus fungiert sie als sogenannter „Lender of Last Resort": In Krisenzeiten stellt sie dem Finanzsystem Liquidität bereit, um Zusammenbrüche zu verhindern – zuletzt demonstriert während der Finanzkrise 2008 und der COVID-19-Pandemie. Finanziert werden die regionalen Fed-Banken nicht durch Steuergelder, sondern überwiegend durch Zinserträge aus gehaltenen Wertpapieren.
Entscheidungen trifft das Federal Open Market Committee (FOMC), das achtmal jährlich tagt. Hebt die Fed den Leitzins an, verteuert sich Kredit; senkt sie ihn, verbilligt sich die Kreditaufnahme. Diese Mechanik beeinflusst direkt, wie viel Kapital Anleger bereit sind, in risikoreichere Anlageklassen zu investieren.
Relevanz für Kryptomärkte
Obwohl Kryptowährungen technisch unabhängig von Zentralbanken operieren, reagieren ihre Märkte sensibel auf Fed-Entscheidungen. Steigende Zinsen erhöhen die Attraktivität risikoarmer Anlagen wie Staatsanleihen und dämpfen in der Regel die Risikobereitschaft – was sich erfahrungsgemäß auch auf digitale Vermögenswerte auswirkt. Sinkende Zinsen und expansive Geldpolitik können den umgekehrten Effekt haben.
Hinzu kommt die regulatorische Dimension: Die Fed überwacht seit einigen Jahren aktiv, in welchem Umfang regulierte Banken Krypto-Asset-Aktivitäten nachgehen. Im April 2025 zog sie frühere restriktive Leitlinien für Banken in diesem Bereich zurück – ein Schritt, der die regulatorische Landschaft für Finanzinstitute mit digitalem Fokus merklich verändert. Auch Fragen rund um die Verwahrung digitaler Vermögenswerte durch Banken – etwa die Kontrolle privater Schlüssel im Unterschied zur klassischen Wertpapierverwahrung – stehen zunehmend auf der Agenda der Aufsichtsbehörden, an deren Gesprächen die Fed beteiligt ist.
Für Krypto-Interessierte ist die Fed damit nicht nur als makroökonomischer Taktgeber relevant, sondern auch als Regulierungsbehörde, deren Entscheidungen die institutionelle Beteiligung am Kryptomarkt langfristig mitprägen.