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Sui erreicht 6 Millionen Transaktionen pro Sekunde in öffentlichem KI-Agenten-Livestream
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 06. Juli 2026

Am 4. Juli 2026 hat das Blockchain-Netzwerk Sui nach eigenen Angaben einen Spitzenwert von mehr als sechs Millionen Transaktionen pro Sekunde erreicht — während eines öffentlich zugänglichen Livestream-Experiments, über das die Sui Foundation auf ihrem Blog berichtet. Das ist mehr als das Sechsfache des ursprünglich angepeilten Ziels und rund zwanzigmal so viel wie Suis bisheriger interner Benchmark. Für deutsche Nutzer ist der Versuch aus einem bestimmten Grund interessant: Die Teilnehmer konnten mitspielen, ohne eigene Krypto-Guthaben zu besitzen oder Transaktionsgebühren zu zahlen — ein Modell, das Web3 deutlich zugänglicher machen könnte als bisher.
Sechs Millionen Transaktionen — so wurde der Rekordwert technisch erzielt
Der Spitzenwert von 6.086.766 Transaktionen pro Sekunde wurde laut Sui Foundation Blog um etwa 12:30 Uhr Ostküstenzeit gemessen. Technisch möglich machte das eine Methode namens Programmable Tunnels — vereinfacht gesagt offchain Payment-Kanäle, die Transaktionen zunächst außerhalb der eigentlichen Blockchain bündeln und erst beim Schließen des Kanals auf dem Sui-Hauptnetzwerk endgültig abrechnen. Der hohe Durchsatz entsteht also nicht durch einzelne On-Chain-Buchungen, sondern durch das massenhafte Verarbeiten von Aktivitäten in diesen vorgelagerten Kanälen.
Teilnehmer loggten sich per zkLogin mit ihrer bestehenden Gmail-Adresse ein — ohne Wallet-Software oder Krypto-Vorkenntnisse. Sie erhielten einen Test-Token namens MTPS und konnten damit an Spielen wie Blackjack und „Quantum Poker", einem gemeinsam bearbeitbaren Canvas sowie Chats teilnehmen. Alle anfallenden Transaktionsgebühren (sogenanntes Gas) wurden während des gesamten Experiments gesponsert; eigene SUI-Bestände waren nicht nötig.
Als nächste Schritte plant Mysten Labs laut dem Sui Foundation Blog unter anderem vertrauliche Überweisungen, Tunnels mit mehr als zwei Teilnehmern sowie sogenannte Prediction Markets zwischen KI-Agenten.
Sechs Millionen TPS — aber der Großteil der Transaktionen lief gar nicht auf der Blockchain
Die entscheidende Frage bei dieser Zahl ist eine architektonische: Wer zählt eigentlich was? Der Spitzenwert von über sechs Millionen Transaktionen pro Sekunde entstand nicht dadurch, dass das Sui-Mainnet in diesem Tempo Datensätze dauerhaft speicherte. Stattdessen liefen die meisten Vorgänge in den sogenannten Programmable Tunnels — State Channels (Zahlungskanäle, die Transaktionen zunächst außerhalb der Blockchain abwickeln und erst beim Schließen auf die Kette bringen). Das Mainnet selbst sah in Echtzeit nur einen Bruchteil der gezählten Aktivität.
Das ist kein Schwindel, aber ein wichtiger Unterschied: Ähnlich wie beim Bitcoin Lightning Network — einem Netzwerk, das Bitcoin-Zahlungen außerhalb der Hauptkette bündelt — ist die Kernfrage nicht, wie viele Ereignisse ein Kanal zwischenspeichern kann, sondern wie robust die endgültige Abrechnung auf der Kette ist. Dazu liefert das Experiment noch keine Antwort unter Realbedingungen.
Hinzu kommt: Gesponserte Transaktionsgebühren sind kein Standardmodell. Wer in einem realen Anwendungsfall auf Sui interagiert, trägt entweder die Kosten selbst oder ist auf einen Anbieter angewiesen, der sie übernimmt. Und zkLogin — die Anmeldemethode per Gmail-Adresse, die den Einstieg vereinfacht — bindet Nutzer an die Infrastruktur eines Großkonzerns, was aus Datenschutzperspektive für deutsche Anwender eine eigene Abwägung erfordert.
Das Experiment zeigt, was technisch möglich ist — unter kontrollierten Bedingungen, mit Test-Tokens und subventioniertem Betrieb. Wie sich das auf echte Nutzungsszenarien im Alltag übertragen lässt, bleibt offen.
Warum Transaktionsgeschwindigkeit für Blockchain-Netzwerke so entscheidend ist
Wer täglich mit Visa oder Mastercard bezahlt, nutzt Systeme, die Zehntausende Transaktionen pro Sekunde verarbeiten können. Öffentliche Blockchain-Netzwerke hinken hier traditionell weit hinterher — ein Kernproblem, das den Alltagseinsatz bremst. Die Kennzahl Throughput (TPS) — also wie viele Vorgänge ein Netzwerk pro Sekunde abwickeln kann — gilt daher als ein zentrales Maß für die Praxistauglichkeit einer Blockchain.
Eine Schlüsseltechnologie hinter dem Sui-Experiment sind sogenannte State Channels: Dabei wickeln zwei oder mehr Parteien viele Transaktionen direkt miteinander ab, ohne jeden Schritt sofort ins Netzwerk zu schreiben. Nur das Endergebnis landet auf der Blockchain — ähnlich wie eine Kneipenrechnung, bei der erst am Abend gezahlt wird, statt nach jedem Bier. Das entlastet das Hauptnetzwerk erheblich und ermöglicht sehr hohe Durchsatzraten.
Häufige Fragen
War das ein echter Mainnet-Test oder nur eine Simulation?
Das Experiment lief auf dem öffentlichen Sui-Mainnet — also nicht in einer abgeschotteten Testumgebung. Allerdings wurde der extreme Durchsatz durch sogenannte State Channels erreicht: Viele Transaktionen fanden dabei zunächst außerhalb der Blockchain statt und wurden erst am Ende gesammelt abgerechnet. Das ist ein technisch legitimer Ansatz, unterscheidet sich aber vom gewöhnlichen On-Chain-Betrieb, den Nutzer im Alltag erleben würden.
Brauchte man SUI-Token, um teilzunehmen?
Nein. Die Teilnehmer loggten sich per Gmail-Adresse ein und erhielten Test-Token namens MTPS, mit denen sie kostenlos an den angebotenen Anwendungen teilnehmen konnten. Gas — also die üblichen Transaktionsgebühren — wurde vollständig gesponsert. Diese Test-Token haben keinen realen Marktwert und erlauben keine Rückschlüsse auf den Umgang mit echten SUI-Token im Normalbetrieb.