Glossar
Throughput (TPS)
Aktualisiert 12. Juni 2026
Throughput (TPS) ist die Kennzahl, die angibt, wie viele Transaktionen ein Blockchain-Netzwerk pro Sekunde verarbeiten und endgültig bestätigen kann – sie beschreibt damit die Kapazitätsgrenze eines Protokolls unter realen Bedingungen.
Was bestimmt den Durchsatz?
TPS ist kein einzelner Regler, sondern das Ergebnis mehrerer zusammenwirkender Parameter: Blockgröße (wie viele Transaktionsdaten in einen Block passen), Blockzeit (in welchem Rhythmus neue Blöcke erzeugt werden), Konsensmechanismus (wie Netzwerkknoten sich auf den aktuellen Zustand einigen), sowie Netzwerkarchitektur und Datenverfügbarkeit. Bitcoin etwa ist protokollseitig auf kleine Blöcke und eine vergleichsweise lange Blockzeit ausgelegt – eine bewusste Designentscheidung zugunsten von Dezentralisierung und Sicherheit, die den Durchsatz strukturell begrenzt. Neuere Layer-1-Netzwerke beanspruchen in ihren Whitepapers teils tausende TPS, indem sie andere Kompromisse eingehen.
Genau hier zeigt sich ein grundlegendes Spannungsfeld: das Blockchain-Trilemma. Ein höherer Durchsatz lässt sich oft nur erreichen, indem man Abstriche bei der Dezentralisierung (weniger validierende Knoten) oder der Sicherheit (schwächere Konsensgarantien) akzeptiert. Es gibt bislang kein Protokolldesign, das alle drei Eigenschaften gleichzeitig vollständig maximiert.
Theoretisches vs. reales TPS
Ein häufiger Fehler beim Vergleich von Blockchains ist die unkritische Übernahme von Whitepaper-Angaben. Theoretische TPS-Werte beschreiben das Maximum unter idealen Laborbedingungen – ohne Netzwerküberlastung, ohne komplexe Smart-Contract-Logik, ohne geografisch verteilte Knoten. Unter realer Last weichen diese Zahlen oft erheblich ab. Aussagekräftiger sind deshalb On-Chain-Messdaten über längere Zeiträume, die zeigen, wie ein Netzwerk unter tatsächlicher Nachfrage performt.
Ein konkretes Beispiel: Ein Netzwerk mit hohem theoretischem TPS, das jedoch bei Nachfragespitzen Transaktionen verzögert oder Gebühren stark ansteigen lässt, liefert in der Praxis geringeren effektiven Durchsatz als seine Spezifikation verspricht.
Layer-2 als Durchsatz-Erweiterung
Layer-2-Lösungen wie Rollups oder State Channels erhöhen den effektiven Durchsatz eines Basisnetzwerks, ohne dessen Kernparameter zu verändern. Transaktionen werden außerhalb der Hauptkette gebündelt und nur deren komprimiertes Ergebnis on-chain gesichert. Der Basislayer gewinnt dadurch Kapazität, ohne Sicherheits- oder Dezentralisierungseigenschaften aufzuweichen – ein Ansatz, der die Grenzen des Trilemmas pragmatisch umgeht, statt sie zu lösen.
TPS bleibt eine nützliche Vergleichsgröße, solange man sie als Designmerkmal liest und nicht als isolierten Qualitätsbeweis.