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Sharplink kauft erstmals seit acht Monaten wieder Ether – trotz Milliardenverlust
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 26. Juni 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph hat das US-amerikanische Unternehmen Sharplink Gaming am 26. Juni 2026 erstmals seit acht Monaten wieder Ether gekauft — trotz eines nicht realisierten Verlustes von rund 1,79 Milliarden US-Dollar auf seinen bisherigen Beständen. Für deutsche Anleger ist der Fall bemerkenswert: Er zeigt anschaulich, welche Risiken entstehen, wenn ein börsennotiertes Unternehmen seine Reserven konsequent in einer einzigen Kryptowährung anlegt — und dann mitten im Abschwung nachkauft.
5.000 ETH für 7,85 Millionen Dollar – und ein Blick auf die Schadensbilanz
Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph erwarb Sharplink am 26. Juni 2026 genau 5.000 Ether für rund 7,85 Millionen US-Dollar — abgewickelt über den Krypto-Broker FalconX. Die Grundlage dieser Information sind Onchain-Daten des Analysedienstes Arkham; eine offizielle Bestätigung von Sharplink selbst lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.
Der letzte Kauf vor dieser Pause datiert laut beiden Medien auf den 26. Oktober 2025: Damals sicherte sich Sharplink 19.270 ETH für insgesamt 78,3 Millionen US-Dollar. Damit hält das Unternehmen nun insgesamt 876.285 ETH und ETH-Äquivalente und belegt unter börsennotierten Ethereum-Treasury-Unternehmen — also Firmen, die Ether als Unternehmensreserve halten — den zweiten Rang. Größer ist laut CoinDesk nur Bitmine Immersion mit rund 5,67 Millionen ETH.
Wie teuer dieser Kurs letztlich wurde, zeigen Zahlen, die CoinDesk unter Berufung auf den Onchain-Analysten EmberCN nennt: Sharplinks durchschnittlicher Einstandspreis liegt demnach bei rund 3.609 US-Dollar je Ether. Bei einem Kurs von etwa 1.555 US-Dollar am Kauftag ergibt sich daraus ein nicht realisierter Verlust — also ein Buchverlust, der erst beim Verkauf tatsächlich anfiele — von rund 1,79 Milliarden US-Dollar.
Wenn das Geschäftsmodell lautet: immer weiter kaufen — egal was der Kurs macht
Die Logik hinter Sharplinks Vorgehen folgt einer Strategie, die man aus dem Bitcoin-Bereich kennt: regelmäßiges Nachkaufen, unabhängig vom aktuellen Preis — in der Hoffnung, langfristig zu profitieren. Das klingt diszipliniert, birgt aber ein strukturelles Risiko, das der Fall Sharplink besonders deutlich macht.
Das Unternehmen sitzt laut Onchain-Daten von Arkham auf einem nicht realisierten Verlust — also einem Minus, das noch nicht durch einen Verkauf festgeschrieben wurde — von rund 1,79 Milliarden US-Dollar. Diese Zahl errechnet der Onchain-Analyst EmberCN aus einem durchschnittlichen Einstandspreis von etwa 3.609 US-Dollar pro Ether, während der aktuelle Kurs zum Zeitpunkt des Kaufs bei rund 1.555 US-Dollar lag. Arkham liefert dabei nur die rohen Blockchain-Transaktionsdaten; die Interpretation stammt von EmberCN.
Für deutsche Anleger, die in Aktien oder ETFs investieren, ist das eine ungewohnte Konstruktion: Ein börsennotiertes Unternehmen, dessen Bilanzkurs direkt am Ether-Kurs hängt, erhöht sein Exposure genau dann, wenn die Kryptowährung auf Jahrestief fällt. Hinzu kommt, dass der bevorstehende Eintritt in die Russell-Indizes zwar die Aktionärsbasis verbreitern könnte — aber nichts an der Kursbindung zwischen Sharplink-Aktie und ETH-Preis ändert.
Was der Fall nicht belegt: dass die Strategie gescheitert ist. Sie ist bislang schlicht ein offenes Experiment — mit ungewissem Ausgang.
Wie Unternehmen Krypto als Bilanzreserve nutzen – und was dabei schiefgehen kann
Hinter dem Kauf steckt ein Konzept, das seit dem Vorbild MicroStrategy – das statt Ether Bitcoin hortet – immer mehr Nachahmer findet: das sogenannte Treasury-Protokoll, also die Strategie, Unternehmensreserven gezielt in digitale Assets umzuschichten statt in Bargeld oder Anleihen.
Sharplink ist dabei kein Fonds oder Finanzprodukt, sondern ein operatives Unternehmen, das ursprünglich aus der Sport-Wetten-Technologie stammt und sich ab Juni 2025 zur Ethereum-Sammelstrategie umorientierte. Die Aktie ist an der Nasdaq handelbar – wer sie kauft, erwirbt damit indirekt Exposure zu Ethereum, trägt aber gleichzeitig alle unternehmerischen Risiken mit, ohne den Schutz eines regulierten Anlageprodukts zu genießen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Sharplinks Käufe und Bestände sind für jedermann öffentlich nachvollziehbar, weil Ethereum-Transaktionen auf einer öffentlichen Blockchain gespeichert sind. Onchain-Analysten können so Wallets zuordnen und Einstandspreise rekonstruieren – genau das ist hier die Grundlage für den errechneten Verlust.
Häufige Fragen
Woher weiß man, dass Sharplink tatsächlich gekauft hat?
Sharplink hat den Kauf zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht offiziell bestätigt. Die Grundlage für die Berichte ist sogenannte Onchain-Transparenz: Alle Transaktionen auf der Ethereum-Blockchain sind öffentlich einsehbar. Der Analyse-Dienst Arkham hat die Wallet-Bewegungen ausgewertet und dem Unternehmen zugeordnet. Diese Art der Nachverfolgung ist ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Finanzmärkten, wo Käufe erst zeitverzögert gemeldet werden.
Was bedeutet „nicht realisierter Verlust" in diesem Zusammenhang?
Ein nicht realisierter Verlust entsteht, wenn der aktuelle Marktwert einer Anlage unter dem Kaufpreis liegt — das Unternehmen den Vermögenswert aber noch nicht verkauft hat. Sharplinks durchschnittlicher Einkaufspreis liegt laut Onchain-Analyst EmberCN bei rund 3.609 US-Dollar pro Ether. Da der Kurs am 26. Juni 2026 bei etwa 1.555 US-Dollar notierte, ergibt sich rechnerisch ein Buchverlust von rund 1,79 Milliarden US-Dollar — der erst beim Verkauf tatsächlich anfiele.