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RedStone liefert NAV-Preisoracle für tokenisierte US-Staatsanleihen und CLOs als DeFi-Sicherheiten auf Euler
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 15. Juni 2026

Der Oracle-Anbieter RedStone stellt nach eigenen Angaben tägliche Nettoinventarwert-Feeds für zwei tokenisierte Finanzprodukte bereit, die als Sicherheiten in einem neuen DeFi-Kreditvault auf Euler dienen. Konkret handelt es sich um VBILL, ein auf US-Staatsanleihen ausgerichtetes Produkt von VanEck mit Verwahrung bei State Street, sowie STAC, ein AAA-bewertetes CLO-Produkt mit BNY als Service-Partner – beide über Securitize ausgegeben und in einem von KPK kuratierten USDC-Vault hinterlegt. Für deutsche DeFi-Nutzer ist das relevant, weil es zeigt, wie traditionelle Finanzinstrumente technisch als On-Chain-Sicherheiten eingebunden werden können.
KPK startet RWA-Vault auf Euler – RedStone versorgt ihn mit täglichen NAV-Feeds
Der Kreditmanager KPK hat auf dem Lending-Protokoll Euler einen USDC Prime RWA Vault in Betrieb genommen, der durch tokenisierte US-Staatsanleihen und AAA-bewertete CLOs besichert ist. Als Preisinfrastruktur liefert RedStone tägliche NAV-Feeds für die beiden zugrunde liegenden Token: VBILL (Tier A, verwaltete Treasury-Exposure unter VanEck, verwahrt bei State Street) und STAC (Tier B, diversifizierte AAA-CLO-Exposure, Service-Partner BNY). Die Feeds basieren auf dem gemeinsamen Trusted Single Source Oracle (TSSO)-Framework von RedStone und Securitize, das issuer-autorisierte Fondsbewertungen onchain verifizierbar macht. Beide Feeds laufen über KPKs Oracle Router, der vom KPK Curator Safe kontrolliert wird – Preis-Governance und Risikomanagement liegen damit auf derselben operativen Ebene. Der Vault zielt auf eine Lender-APY von 2,5 bis 5 Prozent und hält einen sofort abrufbaren Liquiditätspuffer von 15 Prozent vor. Als erster Kreditnehmer nutzt Yuzu Money VBILL als Sicherheit, um USDC-Liquidität aufzunehmen. Kreditnehmer müssen über Securitize ongeboardet sein; USDC-Einlagen stehen grundsätzlich offen. Dies geht aus dem Blogbeitrag „The Pricing Layer for Real-World Collateral" (RedStone) hervor.
Warum NAV-Oracles eine andere Preislogik brauchen als Krypto-Assets
Der entscheidende konzeptionelle Unterschied dieses Setups liegt in der Natur der Vermögenswerte selbst. Klassische Krypto-Preisorakel aggregieren Handelskurse von Börsen, die sekündlich schwanken. VBILL und STAC hingegen sind nicht liquide handelbar – ihr Wert ergibt sich aus dem Nettoinventarwert (NAV), den der jeweilige Fondsverwalter täglich festlegt. Tagesaktuelle Bewertungen statt Echtzeit-Marktpreise sind hier kein Mangel, sondern die korrekte Methodik.
Genau hier liegt aber auch das strukturelle Risiko, das deutsche Leser kennen sollten: Der NAV wird von einer zentralen Instanz – dem Fondsmanager – ermittelt und durch RedStone lediglich onchain weitergeleitet. Das TSSO-Framework macht diese Quelle transparent und issuer-autorisiert, eliminiert die Abhängigkeit von einer einzigen Partei jedoch nicht vollständig. Wer VBILL oder STAC als Sicherheit hinterlegt, trägt damit nicht nur Krypto-Protokollrisiken, sondern auch das Bewertungsrisiko klassischer Fondsstrukturen.
Was dieses Modell hingegen nicht ist: ein breiter Marktzugang. Kreditnehmer müssen über Securitize als akkreditierte Investoren ongeboardet sein – eine regulatorische Hürde, die das Segment vorerst auf institutionelle und professionelle Teilnehmer beschränkt. USDC-Einleger auf der Lender-Seite unterliegen dieser Beschränkung zwar nicht, tragen aber indirekt das Gegenpartei- und Liquiditätsrisiko dieser Strukturen.
Für den deutschen Markt ist das Konstrukt ein früher Praxistest: Können tokenisierte Kapitalmarktprodukte, die hierzulande unter KAGB oder EU-Fondsrecht fallen würden, dauerhaft als DeFi-Infrastruktur funktionieren – oder bleibt es ein regulatorisches Nischenexperiment?
Warum NAV-Orakel und tokenisierte Fonds für DeFi-Kreditmärkte neu sind
Klassische Oracle / Preis-Orakel in DeFi beziehen sich auf börsengehandelte Assets, deren Marktpreis sekündlich schwankt und aus mehreren Quellen aggregiert werden kann. Tokenisierte Fonds wie VBILL oder STAC funktionieren anders: Ihr Wert ergibt sich aus dem Nettoinventarwert (NAV) des zugrundeliegenden Portfolios – also dem täglich berechneten Wert der gehaltenen Wertpapiere abzüglich Verbindlichkeiten. Diesen Wert liefert nicht ein Marktplatz, sondern der Fondsemittent selbst.
Als Collateral (Sicherheit) in einem Kreditprotokoll braucht solch ein Asset eine besondere Oracle-Lösung: Sie muss die Herkunft der Bewertung nachweisbar machen – also belegen, dass der Preis tatsächlich vom autorisierten Emittenten stammt und nicht manipuliert wurde. Genau das ist das konzeptionelle Problem, das ein TSSO-basierter NAV-Feed lösen soll.
Häufige Fragen
Was ist ein NAV-Feed, und warum unterscheidet er sich von einem normalen Krypto-Preisorakel?
Ein Nettoinventarwert (NAV) beschreibt den täglich berechneten Wert eines Fondsvermögens abzüglich seiner Verbindlichkeiten – ähnlich wie bei klassischen Investmentfonds. Anders als bei börsengehandelten Kryptowerten, deren Kurse sekundengenau schwanken, aktualisieren sich diese Feeds einmal täglich auf Basis issuer-autorisierter Fondsbewertungen. Das TSSO-Framework von RedStone und Securitize stellt sicher, dass genau diese offiziellen Bewertungen verifiziertbar onchain verfügbar sind.
Wer kann im KPK USDC Prime RWA Vault auf Euler Kredite aufnehmen?
USDC einzahlen und Zinsen verdienen ist grundsätzlich offen. Wer jedoch tokenisierte RWAs wie VBILL oder STAC als Collateral hinterlegen und darüber Liquidität aufnehmen möchte, muss zuvor über Securitize als Kreditnehmer zugelassen werden. Yuzu Money ist laut Primärquelle der erste Kreditnehmer, der VBILL als Sicherheit einsetzt.