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Ethereum Foundation startet Platåberget-Testnet für das Glamsterdam-Upgrade

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 17. August 2026

Ethereum Foundation startet Platåberget-Testnet für das Glamsterdam-Upgrade

Die Ethereum Foundation hat am 17. August 2026 das Testnet Platåberget gestartet — die erste öffentlich zugängliche Testumgebung für das kommende Glamsterdam-Upgrade. Der eigentliche Fork auf diesem Testnetz ist für den 20. August 2026 geplant. Für deutsche Entwickler, Wallet-Anbieter und alle, die Ethereum-Anwendungen betreiben, ist das der Startschuss: Glamsterdam bringt erhebliche technische Änderungen mit sich, die bestehende Tools ohne Anpassung zum Absturz bringen können.

Vier Baustellen gleichzeitig: Was Glamsterdam im Kern verändert

Laut der Ankündigung der Ethereum Foundation ist Platåberget explizit als kurzlebiges Testnet konzipiert — es soll einige Monate laufen, bevor die langlebigen Testnets Sepolia und Hoodi folgen. Client-Updates für das Testnet sind dabei optional, nicht alle Implementierungen müssen zwingend mitziehen.

Das Upgrade selbst bündelt vier größere Änderungen. Erstens führt es Enshrined Proposer-Builder Separation (ePBS) ein — eine grundlegende Neuordnung des Block-Produktionsprozesses mit neuem Builder-API-Flow und zusätzlichen Prüfmechanismen. Zweitens kommen Block-Level Access Lists (BALs): Sie protokollieren, welche Datenbereiche eine Transaktion berührt hat, und werden separat vom eigentlichen Block gespeichert und ausgetauscht.

Drittens zielt ein Gas Repricing auf einen Richtwert von rund 200 Millionen Gas als Untergrenze ab. Das ist der Punkt, der Tools unmittelbar betrifft: Wallets, Indexer und Gas-Schätzprogramme, die ein festes Maximum hardcodiert haben, werden nach dem Upgrade nicht mehr korrekt funktionieren. Viertens führt EIP-8037 eine separate State-Gas-Dimension ein: Wer ETH an ein bisher nicht existierendes Konto sendet, zahlt über die bekannten 21.000 Gas hinaus zusätzliche Kosten. Die maximale Größe von Smart Contracts steigt außerdem von 24 KiB auf 64 KiB.

Wer jetzt handeln muss — und wer ruhig schlafen kann

Platåberget ist kein symbolisches Ereignis, das man als Außenstehender nur zur Kenntnis nimmt. Es ist eine konkrete Aufforderung an alle, die mit Ethereum-Infrastruktur arbeiten: Wer Wallets baut, Transaktionskosten schätzt oder Daten aus der Ethereum-Blockchain indiziert, muss seine Software jetzt unter realen Bedingungen testen — nicht erst, wenn das Mainnet-Upgrade ansteht.

Der kritischste Punkt ist das Gas-Limit. Viele Tools haben eine feste Obergrenze ins System geschrieben, die auf dem aktuellen Wert basiert. Steigt das Limit auf rund 200 Millionen Gas, erkennen diese Tools die neuen Verhältnisse nicht — und liefern schlicht falsche Ergebnisse oder brechen ab. Das ist kein theoretisches Risiko, sondern ein klar vorhergesagter Ausfall.

Hinzu kommt die neue State-Gas-Dimension: Wer in Deutschland Steuer-Tools oder Buchhaltungssoftware für Ethereum-Transaktionen betreibt, sollte prüfen, ob diese bei ETH-Transfers an neue Wallets künftig korrekte Kosten ausweisen — denn der Betrag kann höher ausfallen als die bisher üblichen 21.000 Gas.

Was Platåberget nicht ist: ein Versprechen, wann das Upgrade ins Mainnet kommt. Die Ethereum Foundation nennt kein Datum — auf Sepolia und Hoodi, die dauerhaften Testnets, folgt erst dann der Mainnet-Fork, wenn die Tests stabil verlaufen. Kurzum: Das Fenster zum Testen ist offen; wer es nutzt, ist vorbereitet.

Glamsterdam: Was Ethereum hier grundlegend verändert

Ethereum trennt intern zwei Schichten: die Execution Layer, die Transaktionen verarbeitet, und die Consensus Layer, die sich um Einigkeit im Netzwerk kümmert. Glamsterdam aktualisiert beide gleichzeitig — daher der kombinierte Name aus den Teilprojekten Gloas (Consensus) und Amsterdam (Execution).

Ein zentrales Konzept des Upgrades ist die Proposer-Builder-Separation — die organisatorische Trennung zwischen dem, der einen Block vorschlägt, und dem, der ihn technisch zusammenstellt. Bislang war das eine informelle Absprache außerhalb des Protokolls; Glamsterdam verankert sie direkt im Ethereum-Kern.

Ebenfalls relevant: Gas Fees — die Gebühren, die Nutzer für jede Transaktion auf Ethereum zahlen. Das Upgrade zielt auf ein deutlich höheres Gas-Limit ab und führt gleichzeitig eine neue, separate Gas-Dimension für bestimmte Aktionen ein. Was das konkret bedeutet und welche Tools davon betroffen sind, folgt im nächsten Abschnitt.

Häufige Fragen

Betrifft Glamsterdam nur Entwickler, oder müssen auch normale ETH-Inhaber etwas tun?

Für Menschen, die ETH halten oder einfache Transfers durchführen, ändert sich durch Glamsterdam grundsätzlich nichts an der Bedienung. Die erheblichen Breaking Changes betreffen vor allem Wallets, Indexer und Gas-Schätztools, die intern feste Annahmen über das Gas-Limit gespeichert haben. Solche Anwendungen können nach dem Mainnet-Upgrade ohne vorherige Aktualisierung fehlerhafte Ergebnisse liefern.

Was unterscheidet Platåberget von dauerhaften Testnets wie Sepolia?

Platåberget ist ein kurzlebiges, zweckgebundenes Testnet — vergleichbar mit einem temporären Probelauf. Es soll einige Monate laufen und gezielt das Glamsterdam-Upgrade erproben, bevor die langlebigen Testnets Sepolia und Hoodi folgen. Ist die Testphase abgeschlossen, wird Platåberget nicht weiter betrieben. Sepolia und Hoodi erhalten das Upgrade also erst in einem späteren Schritt.

Steigen durch EIP-8037 alle ETH-Transfers auf mehr als 21.000 Gas?

Nein. Transfers an bereits existierende Konten kosten weiterhin die bekannten 21.000 Gas. Mehrkosten entstehen laut Ethereum Foundation ausschließlich bei Transfers an Adressen, die bisher noch kein Konto auf der Ethereum-Blockchain haben — dort kommen zusätzliche State-Gas-Gebühren hinzu.

Quellen