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Curve Finance startet Llamalend v2 mit offenen Leihm

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 15. Juni 2026

Curve Finance startet Llamalend v2 mit offenen Leihm

Curve Finance hat am 10. Juni 2026 die zweite Version seines Leihprotokolls Llamalend gestartet und dabei die Architektur grundlegend erweitert: Statt ausschließlich auf den eigenen Stablecoin crvUSD zu setzen, unterstützt das Protokoll nun isolierte Leih­märkte für nahezu beliebige Asset-Kombinationen — einschließlich Curve-LP-Token als Sicherheit. Für deutsche DeFi-Nutzer ist das relevant, weil der schrittweise Launch mit Null-Borrow-Caps und DAO-Governance-Kontrolle zeigt, wie ein Protokoll Sicherheit und Offenheit gleichzeitig gestalten kann.

Curve öffnet Llamalend für beliebige Asset-Paare und akzeptiert LP-Token als Sicherheit

Am 10. Juni 2026 hat Curve Finance die zweite Version seines Leihprotokolls angekündigt. Wie Introducing Llamalend v2 (Curve News) beschreibt, baut das Upgrade auf dem ursprünglichen Llamalend auf, das Anfang 2024 als nicht-verwahrendes Leihsystem ausschließlich für crvUSD gestartet war.

Das zentrale Merkmal von v2: Das Protokoll löst sich von der crvUSD-Bindung und unterstützt nun isolierte Leihm­ärkte für nahezu beliebige Asset-Kombinationen — sowohl auf der Sicherheiten- als auch auf der Leihseite. Zusätzlich können Curve-LP-Token als Sicherheit hinterlegt werden. Nutzer können damit gleichzeitig Liquidität bereitstellen, Trading-Gebühren vereinnahmen und gegen ihre LP-Position leihen.

Der Rollout beginnt phasenweise auf Optimism mit drei isolierten Märkten (ETH/wstETH, wstETH/USDC, WBTC/USDC). Alle Märkte starten mit Borrow Caps von null: Ausleihen ist erst möglich, nachdem die Curve DAO per Governance-Abstimmung — ein Prozess von rund sieben Tagen — die Freigabe erteilt hat. Neue Märkte werden vorab durch LlamaRisk geprüft, bevor sie zur Abstimmung gelangen. Der Launch auf dem Ethereum Mainnet ist für eine spätere Phase vorgesehen. Nicht-crvUSD-Märkte können zudem eine Admin-Gebühr generieren, die an die Curve DAO fließt.

Isolierte Märkte als Sicherheitsprinzip — was der v2-Ansatz für DeFi-Nutzer bedeutet

Der eigentliche Fortschritt bei Llamalend v2 liegt weniger im erweiterten Asset-Universum als in der konsequenten Architekturentscheidung: isolierte Leihm­ärkte. Anders als in Pool-basierten Systemen, bei denen ein problematisches Sicherheiten-Asset die gesamte Liquidität gefährden kann, bleibt ein Ausfall in Llamalend v2 auf einen einzelnen Markt begrenzt. Das ist kein Luxusmerkmal, sondern eine strukturelle Antwort auf die Ansteckungsrisiken, die aus vergangenen DeFi-Krisen bekannt sind.

Bemerkenswert ist auch der Liquidationsmechanismus: LLAMMA konvertiert Sicherheiten graduell innerhalb einer Preisspanne, statt bei einem festen Schwellenwert schlagartig zu liquidieren. Das reduziert das Risiko von Liquidationskaskaden, bedeutet aber gleichzeitig, dass Nutzer ihre Position aktiver im Blick behalten müssen — die schrittweise Konversion läuft ohne ihr Zutun im Hintergrund.

Die Möglichkeit, LP-Token als Sicherheit einzusetzen, ist konzeptionell interessant: Kapital arbeitet doppelt — als Liquidität im Pool und als Hebel für weiteres Leihen. Das erhöht die Kapitaleffizienz, aber auch die Komplexität des Risikoprofils. Wer nicht versteht, wie sich Impermanent Loss und Borrow-Position gegenseitig beeinflussen, kann schneller in Schwierigkeiten geraten als erwartet.

Der phasenweise Rollout mit Null-Borrow-Caps ist schließlich ein Signal, das andere Protokolle selten so explizit setzen: Erst Governance-Zustimmung, dann Kapital — nicht umgekehrt. Für deutsche Nutzer, die an regulatorische Sorgfaltspflichten gewöhnt sind, ist das ein vertrautes Prinzip in ungewohnter Umgebung.

Warum isolierte Leihm­ärkte und LP-Token als Sicherheit zusammengehören

Wer DeFi-Lending bisher genutzt hat, kennt das grundlegende Spannungsfeld: Kapital, das als Liquidität in einem Pool arbeitet, ist gleichzeitig gebunden — es kann nicht ohne Weiteres als Sicherheit für einen Kredit dienen. LP-Token repräsentieren genau diesen gebundenen Anteil; sie verbriefen die Position eines Nutzers in einem Liquiditätspool und berechtigen zur anteiligen Handelsgebühr.

Ebenfalls relevant ist der Liquidationsmechanismus, auf dem Llamalend aufbaut: LLAMMA wandelt Sicherheiten bei fallenden Kursen schrittweise um, anstatt eine harte Schwelle zu setzen, ab der alles sofort liquidiert wird. Das unterscheidet sich grundlegend von klassischen Cliff-Edge-Liquidationen, wie sie aus älteren Lending-Protokollen bekannt sind — ein Konzept, das im Artikel zu Liquidation in DeFi ausführlicher erklärt wird.

Isolierte Märkte wiederum begrenzen Ansteckungseffekte: Probleme in einem Markt greifen nicht automatisch auf andere über.

Häufige Fragen

Können Nutzer auf Optimism sofort Kredite aufnehmen?

Nein. Die drei initialen Märkte auf Optimism starten mit Borrow Caps von null. Das bedeutet, dass tatsächliche Kreditaufnahme erst möglich ist, nachdem die Curve DAO jede einzelne Marktfreigabe explizit beschlossen hat. Ein solcher Governance-Prozess dauert in der Regel rund sieben Tage. Bis zur Freigabe können Nutzer die Märkte zwar einsehen, aber keine Mittel ausleihen.

Was bedeutet es, LP-Token als Sicherheit zu hinterlegen?

LP-Token repräsentieren den Anteil eines Nutzers an einem Liquiditätspool. Wer seine LP-Token als Sicherheit hinterlegt, verlässt den Pool dabei nicht – er bleibt am Handelsgebührenfluss beteiligt. Gleichzeitig kann er auf Basis dieser hinterlegten Position einen Kredit aufnehmen. Das ermöglicht eine doppelte Nutzung desselben Kapitals, ohne die Liquiditätsposition auflösen zu müssen.

Wer prüft neue Märkte, bevor sie zur Abstimmung kommen?

Diese Aufgabe übernimmt LlamaRisk, ein unabhängiges Risikoanalyse-Team im Curve-Ökosystem. LlamaRisk bewertet vorgeschlagene Sicherheiten und Marktparameter, bevor ein Vorschlag in die DAO-Abstimmung geht – eine strukturelle Trennung zwischen technischer Risikoprüfung und Governance-Entscheidung.

Quellen