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Kraken Pro: Neue Gebührenstruktur berücksichtigt ab 9. Juli 2026 auch gehaltene Assets
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 09. Juli 2026

Ab dem 9. Juli 2026 ändert Kraken die Gebührenlogik seiner Pro-Handelsplattform: Wer dort Vermögenswerte hält, kann damit künftig genauso in ein günstigeres Gebührentier gelangen wie durch aktiven Handel. Für deutsche Nutzer ist das relevant, weil Handelsgebühren bislang fast ausschließlich vom Umsatz abhingen — dieses Modell belohnte vor allem Vieltrader und ließ Anleger, die selten handeln aber viel halten, außen vor.
Drei Maßstäbe, ein Tier: So funktioniert das neue Modell
Konkret bestimmt sich die Gebührenstufe künftig nach dem besten von drei Werten: dem Spot-Handelsvolumen der letzten 30 Tage, dem Futures-Handelsvolumen der letzten 30 Tage — oder dem Assets on Platform (AOP), also dem aktuellen Gesamtguthaben auf dem Konto. Welcher Wert die höchste Stufe ergibt, zählt; das erreichte Tier gilt dann einheitlich für Spot- und Futures-Gebühren, laut New Kraken Pro fee tiers (Kraken).
Zum AOP zählen Kryptowährungen, tokenisierte Assets, Fiat-Guthaben, gestakte Assets — also Kryptos, die man zur Unterstützung eines Netzwerks eingesetzt hat — sowie Opt-In-Rewards und Dual-Investment-Guthaben. Nicht eingerechnet werden Kredite, Aktien und Guthaben von Drittplattformen, die Krakenss Infrastruktur nutzen.
Die Staffelung beginnt bei Tier 1 mit einem Spot-Maker von 0,40 % und einem Taker von 0,80 %; ab Tier 12 entfällt die Maker-Gebühr vollständig, der Taker liegt noch bei 0,05 %. Tier 3 ist bereits ab 20.000 USD AOP erreichbar; die höchsten Stufen setzen mindestens 100 Millionen USD voraus.
Wer Guthaben hält, um Gebühren zu sparen — und warum das nicht risikolos ist
Das Modell klingt attraktiv: Einfach Krypto auf der Plattform lassen und automatisch günstiger handeln. Doch die Logik hat einen Haken, den Kraken im eigenen Blogbeitrag eher beiläufig erwähnt: Das Assets-on-Platform-Tier wird nicht als Durchschnittswert über 30 Tage berechnet, sondern punktuell — also genau in dem Moment, in dem eine Order ausgeführt wird. Fällt der Kurs zwischen Ordererteilung und Ausführung stark, oder hat man kurz zuvor Geld abgehoben, kann man in eine schlechtere Gebührenstufe rutschen — ohne es bewusst geplant zu haben.
Das ist ein grundlegender Unterschied zur Volumen-Staffelung, die sich über vier Wochen aufbaut und deutlich berechenbarer ist. Beim AOP-Modell kann sich die eigene Gebührenstufe mehrfach täglich ändern.
Hinzu kommt eine Abwägung, die gerade für deutsche Nutzer relevant ist: Wer Krypto auf einer zentralen Börse parkt, um Gebühren zu senken, verzichtet gleichzeitig auf die Kontrolle über seine eigenen Schlüssel — ein Prinzip, das im deutschsprachigen Raum aus gutem Grund als Grundregel gilt. Kursgewinne oder -verluste entstehen unabhängig davon, wo die Assets liegen; das Gegenparteirisiko einer Börse aber nicht.
Das neue Modell von Kraken ist kein generelles Geschenk an Anleger. Es verschiebt lediglich, womit man sich ein günstigeres Tier erkaufen kann — und bringt dabei eine neue Art von Unsicherheit mit. Wer die Struktur nutzen will, sollte sie zunächst verstehen, bevor er seine Verwahrungsstrategie daran ausrichtet.
Wie Börsengebühren bei Krypto eigentlich funktionieren
Wer auf einer zentralisierten Börse (CEX) wie Kraken handelt, zahlt für jeden Kauf oder Verkauf eine Transaktionsgebühr. Dabei unterscheiden Plattformen wie Kraken Pro typischerweise zwischen zwei Rollen: Maker (jemand, der eine Order ins Orderbuch einstellt und damit Liquidität bereitstellt) und Taker (jemand, der eine bestehende Order sofort ausführt und damit Liquidität entnimmt). Maker zahlen in der Regel weniger, weil sie dem Markt nutzen.
Je mehr jemand handelt, desto höher sein 30-Tage-Volumen — und desto günstiger das Gebührentier. Dieses volumenbasierte Stufensystem ist Branchenstandard und bevorzugt naturgemäß aktive Händler. Wer hingegen langfristig hält, aber selten kauft oder verkauft, blieb bisher im teuersten Einstiegstier stecken — unabhängig davon, wie viel Kapital er auf der Plattform geparkt hatte.
Häufige Fragen
Welche Guthaben zählen zum Plattform-Vermögen — und welche nicht?
Laut Kraken fließen Kryptowährungen, tokenisierte Assets, Fiat-Guthaben, gestakte Einlagen — also Coins, die zur Netzwerkabsicherung eingesetzt wurden —, Opt-In-Rewards sowie Dual-Investment-Guthaben in die Bewertung ein. Ausdrücklich ausgenommen sind dagegen Kreditpositionen, Guthaben über bestimmte Partnerkonten sowie Aktien. Wer also Aktien über Kraken hält, sollte wissen, dass diese Positionen die Gebührenstufe nicht verbessern.
Kann mein Gebührentier auch sinken, nachdem ich es einmal erreicht habe?
Ja — und das ist ein wesentlicher Unterschied zum Handelsvolumen. Während das 30-Tage-Handelsvolumen einen gleitenden Zeitraum abbildet, wird das gehaltene Plattform-Vermögen zum jeweiligen Zeitpunkt in Echtzeit bewertet. Fällt der Marktwert der gehaltenen Assets oder werden Mittel abgezogen, kann die Gebührenstufe sich sofort nach unten verschieben — ohne Vorwarnung und ohne Übergangsfrist.