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Kraken Card gestartet: Krypto-Guthaben per Mastercard in UK und EEA ausgeben
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 13. Juli 2026

Die Krypto-Börse Kraken hat am 13. Juli 2026 ihre eigene Debitkarte — die Kraken Card — für Kunden in Großbritannien und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EEA) gestartet. Die Karte läuft über das Mastercard-Netzwerk und ermöglicht es, direkt aus dem Kraken-Guthaben zu bezahlen, ohne vorher manuell in Euro oder Pfund umtauschen zu müssen. Für deutsche Nutzer bedeutet das: Krypto-Bestände lassen sich künftig im Alltag einsetzen — vom Supermarkt bis zum Online-Shop.
Über 600 Währungen, null Transaktionsgebühren – so funktioniert die Karte im Detail
Laut Introducing the Kraken Card (Kraken) unterstützt die Karte mehr als 600 Krypto- und Fiat-Währungen — also sowohl klassische Währungen wie Euro als auch digitale Assets wie Bitcoin. Beim Bezahlen rechnet das System das gewählte Guthaben nahezu in Echtzeit in die jeweilige Landeswährung um. Der Nutzer muss also nicht im Voraus tauschen, sondern legt beim Kauf einfach fest, welches Guthaben belastet werden soll.
Kraken erhebt nach eigenen Angaben keine Transaktionsgebühren; an Fremd-Geldautomaten können jedoch Gebühren des jeweiligen Betreibers anfallen. Die Karte ist physisch und als virtuelle Karte erhältlich und über die Krak Global Money App mit demselben Kraken-Login verwaltbar.
Beim Cashback gilt: Bis zu 2 % Rückerstattung pro Einkauf sind möglich, ausgezahlt wöchentlich — wahlweise in Bitcoin, Euro oder Pfund. Kraken weist jedoch darauf hin, dass die tatsächliche Rate vom durchschnittlichen Guthaben auf den eigenen Plattformen abhängt; den Höchstsatz erhalten also nicht automatisch alle Nutzer.
Rechtlich verantwortlich für die Ausgabe im EEA ist UAB Monavate (lizenziert von der Banque de Litauen), im UK Monavate Limited (FCA-autorisiert).
Bequem ja — aber jede Zahlung kann das Finanzamt interessieren
Der praktische Nutzen liegt auf der Hand: Wer Krypto hält, musste bislang erst manuell verkaufen, auf ein Bankkonto überweisen und dann zahlen. Die Kraken Card überspringt diese Schritte. Doch genau dieser Komfort birgt eine steuerliche Falle, die im Alltag leicht übersehen wird.
In Deutschland gilt: Wer Kryptowährungen verkauft oder — und das ist der entscheidende Punkt — zum Zahlen verwendet, löst damit steuerlich einen Verkaufsvorgang aus. Das Finanzamt sieht es so: Die Krypto wird im Moment des Kaufs in Euro umgerechnet; liegt der aktuelle Kurs über dem damaligen Einkaufspreis, entsteht ein steuerpflichtiger Kursgewinn. Das gilt für jede einzelne Kartenzahlung — ob Kaffee für drei Euro oder Elektronik für 500 Euro. Wer die Karte regelmäßig nutzt, produziert schnell Dutzende buchungspflichtige Einzelvorgänge pro Monat. Kraken selbst empfiehlt ausdrücklich, einen Steuerberater hinzuzuziehen.
Hinzu kommt: Der beworbene Cashback von „bis zu 2 %" gilt laut den Konditionen nur für Nutzer mit einem bestimmten Mindestguthaben im Schnitt — wer wenig auf dem Konto hält, bekommt weniger. Das ist kein Kleinstgedrucktes, aber ein Detail, das in der Aufmachung des Angebots leicht untergeht.
Strukturell reiht sich die Kraken Card in einen größeren Trend ein: Krypto-Plattformen drängen in den Alltags-Zahlungsverkehr, um ihre Nutzer enger an sich zu binden. Das ist ein legitimes Geschäftsmodell — aber kein Grund, die steuerliche Sorgfaltspflicht auszublenden.
Krypto als Zahlungsmittel: Was hinter dem Konzept steckt
Krypto-Debitkarten sind keine völlig neue Idee — Anbieter wie Crypto.com oder Coinbase haben ähnliche Produkte bereits in mehreren Märkten eingeführt. Das Prinzip ist dabei stets dasselbe: Das Krypto-Guthaben wird im Moment des Kaufs automatisch in die lokale Währung umgerechnet, sodass der Händler ganz normale Euro oder Pfund erhält. Der Karteninhaber zahlt also technisch gesehen in Fiat — die Umwandlung läuft unsichtbar im Hintergrund.
Wichtig zu verstehen: Bei jeder dieser Konvertierungen kann steuerlich ein Veräußerungsvorgang entstehen. Wer Bitcoin mit Gewinn hält und diesen per Karte ausgibt, löst möglicherweise eine steuerpflichtige Transaktion aus — genau so, als würde er die Coins zuerst verkaufen. Das Finanzamt unterscheidet dabei nicht zwischen einem klassischen Verkauf und einer Kartenzahlung.
Häufige Fragen
Ist die Kraken Card eine Kredit- oder eine Debitkarte?
Es handelt sich ausschließlich um eine Debitkarte. Das bedeutet: Es wird kein Kredit gewährt — bezahlt wird immer aus dem tatsächlich vorhandenen Guthaben im Kraken-Konto. Eine Kontoüberziehung ist damit nicht möglich. Das Prinzip ist dasselbe wie bei einer klassischen Girocard, nur dass das Guthaben aus Krypto- oder Fiat-Beständen stammt.
Erhalten wirklich alle Nutzer 2 % Cashback?
Nicht automatisch. Laut Kraken ist der Cashback von bis zu 2 % abhängig vom durchschnittlichen Guthaben über einen Zeitraum von 30 Tagen — verteilt über Kraken, Kraken Pro und die Krak-App. Wer weniger Guthaben hält, erhält entsprechend weniger Rückerstattung. Der Cashback wird wöchentlich in Bitcoin, Euro oder Pfund ausgezahlt, je nach Nutzerwahl.
Kann ich die Karte auch an Geldautomaten nutzen?
Ja. Kraken selbst erhebt laut eigenen Angaben keine Gebühren für Abhebungen am Geldautomaten. Allerdings können Betreiber von Fremdautomaten eigene Gebühren verlangen — das liegt außerhalb von Krakens Kontrolle und sollte vor einer Abhebung geprüft werden.