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KI-gestützte Optimierung senkt Kosten für quantensichere Bitcoin-Transaktion von 320 auf 66 Dollar

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 24. September 2026

KI-gestützte Optimierung senkt Kosten für quantensichere Bitcoin-Transaktion von 320 auf 66 Dollar

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph hat das Blockchain-Unternehmen StarkWare die geschätzten Rechenkosten für eine quantensichere Bitcoin-Transaktion innerhalb einer einzigen Optimierungswoche von rund 320 auf etwa 66 US-Dollar gedrückt – ein Rückgang von knapp 79 Prozent. Möglich wurde das durch einen Wettbewerb, bei dem Entwickler und KI-Systeme gemeinsam an der zugrunde liegenden Software feilten. Für Bitcoin-Nutzer in Deutschland zeigt das: Der Schutz vor künftigen Quantencomputer-Angriffen rückt näher – ist aber noch längst kein Selbstläufer.

Von 3.100 GPU-Stunden zum Benchmark-Rekord: So lief die Optimierungswoche ab

Den Ausgangspunkt lieferte eine Transaktion vom 26. August: Laut Cointelegraph war das die erste quantensichere Bitcoin-Transaktion überhaupt, die auf dem echten Bitcoin-Netzwerk bestätigt wurde. Der Rechenaufwand dafür war enorm: rund 3.100 GPU-Stunden auf etwa 100 Grafikkarten – zum Preis von rund 320 US-Dollar, wohlgemerkt ohne die eigentliche Bitcoin-Netzwerkgebühr.

Um diesen Aufwand zu senken, starteten StarkWare, Yukon Research und Eigen Labs am 16. September eine öffentliche Optimierungsherausforderung. Entwickler, Forscher und KI-Systeme sollten die zugrunde liegende Berechnungssoftware schneller machen. Das Ergebnis: 62 akzeptierte Verbesserungen in zwei Rechenschritten, die zur Vorbereitung einer solchen Transaktion nötig sind. Laut CoinDesk zeigt das Wettbewerbs-Leaderboard eine führende Einreichung, die rund 881 Millionen Kandidaten pro Sekunde prüft – verglichen mit etwa 146 Millionen beim ursprünglichen Code. Aus der Summe all dieser Optimierungen ergibt sich laut übereinstimmenden Berichten der neue Kostenschätzwert von rund 66 US-Dollar. Dieser Wert stammt jedoch bislang ausschließlich aus Benchmark-Tests – eine weitere auf Bitcoin geminte Transaktion zu diesem Preis steht noch aus.

Fortschritt ja – aber kein Freifahrtschein für Quantensicherheit

Der Rückgang von 320 auf 66 US-Dollar klingt beeindruckend, und das ist er auch. Doch es lohnt sich, genau hinzuschauen, was diese Zahl tatsächlich bedeutet – und was nicht.

Erstens: Die 66 US-Dollar gelten bisher nur im Labor. Sie stammen aus Benchmark-Tests, nicht aus einer echten, auf Bitcoin tatsächlich verarbeiteten Transaktion. Ob die Verbesserungen unter realen Bedingungen standhalten, bleibt abzuwarten.

Zweitens: Der Betrag deckt ausschließlich den Rechenaufwand vor der eigentlichen Transaktion ab. Die regulären Bitcoin-Netzwerkgebühren kommen noch obendrauf. Wer sein Bitcoin schützen möchte, zahlt also mehr als 66 Dollar.

Drittens – und das ist der entscheidende Punkt für viele Nutzer: Wer seinen Public Key – also seinen öffentlichen Kryptoschlüssel – bereits irgendwann öffentlich gemacht hat, etwa durch frühere Transaktionen, ist mit diesem Verfahren nicht geschützt. Genau diese Wallets wären aber die ersten Ziele eines leistungsfähigen Quantencomputers.

Und viertens ist das gesamte Verfahren kein regulärer Bitcoin-Prozess: Solche Transaktionen müssen direkt an Miner geschickt werden und umgehen den normalen Weg durchs Netzwerk. StarkWare selbst beschreibt das als Notfalllösung – und hält einen sogenannten Soft Fork, also eine koordinierte Regeländerung im Bitcoin-Netzwerk, für den besseren langfristigen Weg.

Was bleibt? Ein echter, ermutigender Fortschritt – als Beweis, dass quantensicheres Bitcoin technisch möglich ist. Aber kein Grund, sich heute schon in Sicherheit zu wiegen.

Warum Quantencomputer für Bitcoin überhaupt ein Problem sind

Klassische Bitcoin-Transaktionen beruhen auf kryptografischen Signaturen — mathematischen Beweisen, die sicherstellen, dass nur der rechtmäßige Besitzer einer Wallet Coins ausgeben kann. Diese Signaturen basieren auf Rechenaufgaben, die für heutige Computer praktisch unlösbar sind. Leistungsstarke Quantencomputer könnten diese Aufgaben jedoch in absehbarer Zeit knacken — und damit fremde Wallets plündern.

Besonders gefährdet sind Wallets, deren Public Key — die öffentlich sichtbare Hälfte des Schlüsselpaars — bereits im Bitcoin-Netzwerk sichtbar ist. Das ist immer dann der Fall, wenn eine Adresse bereits Coins gesendet hat.

StarkWares Ansatz namens Quantum Safe Bitcoin (QSB) setzt auf Zero-Knowledge-Proofs — kryptografische Beweise, die eine Aussage bestätigen, ohne sensible Details preiszugeben — um Transaktionen auch ohne Änderung der Bitcoin-Grundregeln quantensicher zu machen. Es handelt sich ausdrücklich um einen Notfallmechanismus, nicht um eine netzwerkweite Dauerlösung.

Häufige Fragen

Schützt diese Methode meine bestehende Bitcoin-Wallet?

Nein – und das ist eine wichtige Einschränkung. Das Verfahren schützt ausschließlich Coins, deren Public Key – der öffentliche Teil eines Schlüsselpaares, der Transaktionen zuordenbar macht – noch nie öffentlich sichtbar war. Wer bereits Transaktionen gesendet hat, hat seinen Public Key dabei automatisch offengelegt. Genau diese Wallets wären bei einem echten Quantenangriff zuerst gefährdet – und fallen durch das Raster dieser Lösung.

Sind die 66 US-Dollar der tatsächliche Preis einer solchen Transaktion?

Nicht ganz. Der Wert stammt bislang ausschließlich aus Benchmark-Tests und wurde noch in keiner weiteren, tatsächlich auf Bitcoin geminten Transaktion nachgewiesen. Hinzu kommt: Die Zahl deckt nur die GPU-Rechenkosten im Vorfeld ab – die regulären Bitcoin-Netzwerkgebühren für die eigentliche Übertragung sind darin nicht enthalten. Der echte Gesamtpreis liegt also höher.

Quellen