KryptoRatgeber

Glossar

Public Key

Aktualisiert 12. Juni 2026

Ein Public Key ist ein kryptografischer Schlüssel, der öffentlich weitergegeben werden kann und zusammen mit dem dazugehörigen Private Key ein mathematisch verknüpftes Schlüsselpaar bildet – die Grundlage asymmetrischer Kryptografie.

Mathematische Einwegfunktion

Public Key und Private Key entstehen gemeinsam durch einen kryptografischen Algorithmus. Die entscheidende Eigenschaft: Aus dem Public Key lässt sich der Private Key in der Praxis nicht zurückrechnen. Die zugrunde liegende Mathematik funktioniert nur in eine Richtung – daher der Begriff Einwegfunktion. Im Bitcoin-Netzwerk kommt dafür Elliptic Curve Cryptography (ECDSA/ECC) zum Einsatz, ein etablierter kryptografischer Standard, der auf der Algebra elliptischer Kurven basiert. Der Public Key ist dabei eine aus dem Private Key abgeleitete Koordinate auf dieser Kurve – rechenbar vorwärts, praktisch nicht rückwärts.

Laut NIST-Glossar erfüllt ein Public Key zwei zentrale Funktionen: Er erlaubt die Verifikation digitaler Signaturen, die mit dem zugehörigen Private Key erzeugt wurden, und ermöglicht die Verschlüsselung von Daten, die ausschließlich der Inhaber des Private Keys entschlüsseln kann.

Public Key im Krypto-Kontext

Im Umgang mit Kryptowährungen tritt der Public Key meist in abgeleiteter Form auf: Die sichtbare Wallet-Adresse – also die Zeichenfolge, an die andere Nutzer Bitcoin oder Token senden – ist kein roher Public Key, sondern ein gehashter und kodierter Auszug davon. Dieser zusätzliche Ableitungsschritt verbessert die Sicherheit und verkürzt die Adresse auf ein handliches Format.

Ein praktisches Beispiel: Wer einer anderen Person eine Transaktion schicken möchte, benötigt lediglich deren Wallet-Adresse – also die öffentliche Ableitung des Public Keys. Die sendende Partei signiert die Transaktion mit ihrem eigenen Private Key. Das Netzwerk prüft diese Signatur anhand des zugehörigen Public Keys, ohne dass der Private Key jemals übertragen oder offengelegt wird.

Der Public Key kann folglich bedenkenlos geteilt werden. Das gesamte Sicherheitsmodell steht und fällt allein mit dem Geheimhalten des Private Keys. Wer diesen verliert oder preisgibt, verliert die Kontrolle über die zugehörigen Coins – unabhängig davon, ob der Public Key bekannt ist oder nicht.

Diese Asymmetrie zwischen öffentlichem und privatem Schlüssel ist kein Krypto-spezifisches Konzept: Dieselbe Logik sichert HTTPS-Verbindungen, E-Mail-Signaturen und digitale Zertifikate weltweit.

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