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Sicherheitsvorfall im MultiversX-Netzwerk: INDODAX sperrt EGLD-Einzahlungen und -Auszahlungen
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 24. September 2026

Die indonesische Krypto-Börse INDODAX hat seit dem 16. September 2026 alle Ein- und Auszahlungen für den Token EGLD — die Kryptowährung des MultiversX-Blockchain-Netzwerks — gesperrt. Anlass ist ein Sicherheitsvorfall im MultiversX-Netzwerk, der am 19. September 2026 publik wurde. Für Anleger, die EGLD auf einer Börse verwahren, zeigt der Fall exemplarisch, wie schnell externe Netzwerkprobleme den Zugriff auf das eigene Guthaben einschränken können — ohne Vorwarnung und ohne festes Enddatum.
Sperrung ohne Enddatum: Was INDODAX über den Vorfall mitteilt
Laut Blogeintrag von INDODAX (INDODAX) gilt die Maßnahme seit Mittwoch, 16. September 2026, um 00:02 Uhr Westindonesischer Zeit — einem Zeitpunkt, der drei Tage vor der öffentlichen Bekanntmachung des Sicherheitsvorfalls durch das MultiversX-Team lag. Warum die Börse bereits zu diesem frühen Zeitpunkt gehandelt hat, erklärt der Eintrag nicht.
Zum genauen Charakter des Sicherheitsvorfalls selbst äußert sich INDODAX nicht; die Plattform verweist stattdessen auf die offizielle Erklärung der MultiversX-Entwickler für weitere Details. Was der Vorfall konkret umfasste — ob ein Angriff abgewehrt wurde, ob Nutzergelder betroffen sind oder ob es sich um eine Schwachstelle im Netzwerkprotokoll handelt — bleibt damit offen.
Die Sperrung gilt ausdrücklich auf unbestimmte Zeit: Einzahlungen und Auszahlungen werden erst dann wieder freigegeben, wenn INDODAX den Betrieb als sicher einstuft. Dabei warnt die Plattform ausdrücklich, dass unvorhergesehene Faktoren die Bearbeitung verzögern können. Ein konkretes Datum oder eine Frist wird nicht genannt.
Wenn das Netzwerk stolpert, schließt die Börse die Tür — was das für Anleger bedeutet
Das Timing dieses Vorfalls verdient einen zweiten Blick: INDODAX sperrte EGLD-Transaktionen bereits am 16. September 2026 — also drei Tage bevor der Sicherheitsvorfall im MultiversX-Netzwerk öffentlich bekannt wurde. Ob die Börse früher Informationen hatte oder schlicht präventiv handelte, lässt die Primärquelle offen. Für Nutzer bedeutet das: Sie wurden ohne erkennbare Vorwarnung aus ihrem Guthaben ausgesperrt, ohne zu wissen, warum.
Genau darin liegt die strukturelle Lehre des Falls. Wer seine Kryptowährungen auf einer zentralisierten Börse (CEX) verwahrt, übergibt die Kontrolle über die eigenen Bestände an einen Dritten. Diese Plattformen können — und dürfen — Ein- und Auszahlungen jederzeit einfrieren, wenn sie es für notwendig halten. Das muss kein Fehlverhalten sein; es kann schlicht Vorsicht sein. Doch das Ergebnis für Nutzer ist dasselbe: kein Zugriff, kein Enddatum.
Hinzu kommt: Was genau im MultiversX-Netzwerk passiert ist, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt unklar. INDODAX verweist auf eine externe Stellungnahme der Entwickler, ohne den Vorfall selbst zu beschreiben. Ob und in welchem Umfang Nutzerguthaben betroffen sein könnten, lässt sich aus den verfügbaren Informationen schlicht nicht beurteilen.
Für deutsche Nutzer gilt dabei: INDODAX ist eine indonesische Plattform, die weder unter die europäische MiCA-Verordnung noch unter die Aufsicht der BaFin fällt. Einlegerschutz oder regulatorische Beschwerdekanäle, wie sie in der EU bestehen, greifen hier nicht.
Wenn das Netzwerk schwächelt: Was Börsen mit deinen Token machen dürfen
MultiversX — früher unter dem Namen Elrond bekannt — ist ein Blockchain-Netzwerk, das auf hohe Transaktionsgeschwindigkeit ausgelegt ist. EGLD ist der native Token, mit dem Nutzer Transaktionsgebühren bezahlen und am Netzwerkbetrieb teilnehmen.
INDODAX ist eine zentralisierte Börse (CEX) — also eine Plattform, die Token im Auftrag ihrer Kunden verwahrt, ähnlich wie eine Bank Geldbeträge auf einem Konto hält. Das bedeutet: Wer EGLD bei INDODAX lagert, besitzt technisch gesehen keinen direkten Zugriff auf die Blockchain, sondern einen Anspruch gegenüber der Plattform. Die Börse entscheidet, wann Ein- und Auszahlungen möglich sind.
Genau hier liegt das sogenannte Verwahrungsrisiko: Treten Sicherheitsprobleme im zugrundeliegenden Netzwerk auf, können Börsen den Zugang zu Guthaben jederzeit und ohne festes Enddatum einfrieren — zum Schutz der Nutzer, aber auch auf deren Kosten.
Häufige Fragen
Kann ich mein EGLD auf INDODAX noch handeln, auch wenn Ein- und Auszahlungen gesperrt sind?
Ja, grundsätzlich ist der Handel auf der Plattform von der Sperrung getrennt. Laut INDODAX betrifft die Maßnahme ausschließlich Deposits — also das Einzahlen von EGLD auf die Börse — und Withdrawals, das heißt Auszahlungen in externe Wallets. Ob und wie der interne Handel während der Sperrung weiterläuft, macht die Primärquelle keine Angaben.
Wann wird die Sperrung aufgehoben?
Einen konkreten Termin gibt es nicht. INDODAX erklärt ausdrücklich, dass Deposits und Withdrawals erst dann wieder freigegeben werden, wenn der Betrieb als sicher gilt — und warnt, dass unvorhergesehene Faktoren den Prozess weiter verzögern können. Wer EGLD auf INDODAX hält, muss sich also auf eine unbestimmte Wartezeit einstellen.
Warum können Börsen Auszahlungen einfrieren, obwohl das Geld mir gehört?
Das ist ein zentrales Merkmal der Krypto-Verwahrung bei einer zentralisierten Börse: Die Plattform verwahrt die Token technisch in ihrem Namen. Im Sicherheitsfall kann sie Bewegungen eigenständig stoppen — zum Schutz der Nutzer, aber auch ohne deren Zustimmung.