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Ethereum-Upgrade Glamsterdam: Sepolia-Testnetz erreicht fast 200 Millionen Gas pro Block
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 08. Oktober 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Decrypt hat das Ethereum-Testnetz Sepolia am 6. Oktober 2026 das Upgrade namens Glamsterdam aktiviert — und damit sein Gas-Limit auf knapp 200 Millionen pro Block angehoben, mehr als das Dreifache des bisherigen Werts. Das Gas-Limit bestimmt, wie viel Rechenarbeit pro Block abgewickelt werden darf, und damit indirekt, wie viele Transaktionen ins Netz passen. Für deutsche Nutzer und Entwickler ist das ein frühes Signal: Ethereum testet den Weg zu mehr Kapazität — aber bis zum Alltagsnetz ist es noch ein weiter Weg.
Drei Mal mehr Kapazität — aber die Blöcke waren noch lange nicht voll
Das Upgrade wurde bei Epoch 353.024 um 13:53:36 UTC ausgelöst. Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Decrypt verlief die Aktivierung technisch reibungslos: In einer sechsminütigen Abstimmungsphase wurden alle 32 geplanten Blöcke produziert, und 99,97 Prozent des berechtigten Testnetz-Stakes votierten zur Finalisierung — ein starkes Ergebnis.
Entscheidend ist aber, was die ersten Blöcke danach zeigten: Eine Auswertung von 25 aufeinanderfolgenden Blöcken ergab laut Decrypt eine tatsächliche Auslastung von nur 24 bis 46 Prozent des neuen Limits. Das Testnetz war also bei Weitem nicht ausgelastet — was in dieser frühen Phase normal ist, da Testnetz-Aktivität künstlich erzeugt werden muss.
Glamsterdam verändert laut beiden Quellen mehr als nur das Gas-Limit: Es verschiebt auch die Kosten für das Speichern und Lesen von Daten innerhalb von Smart Contracts — also selbstausführenden Programmen auf der Blockchain — und führt eine klarere Rollentrennung zwischen denjenigen ein, die Blöcke zusammenstellen, und denen, die sie validieren. Das nächste Testnetz, Hoodi, ist vorläufig für den 27. Oktober geplant.
Mehr Kapazität auf dem Papier — was das für Nutzer wirklich bedeutet
Das erhöhte Gas-Limit klingt nach einem einfachen Gewinn: mehr Platz im Block, mehr Transaktionen, niedrigere Gebühren bei Stoßzeiten. So simpel ist es aber nicht. Glamsterdam verändert gleichzeitig, wie viel Gas einzelne Operationen kosten — manche werden günstiger, andere teurer. Wer also schlicht dreimal so viele Transaktionen erwartet, liegt falsch. Entscheidend ist, welche Operationen künftig wie viel des verfügbaren Budgets aufbrauchen.
Aufschlussreich ist auch die tatsächliche Auslastung im Test: Über 25 aufeinanderfolgende Blöcke schwankte die genutzte Gasmenge zwischen rund 24 und 46 Prozent des verfügbaren Limits. Das neue Limit ist also nicht automatisch ein neues Minimum — das Netz muss erst genug Aktivität entwickeln, um den Spielraum auszufüllen.
Für Entwickler, die Anwendungen auf Ethereum betreiben, ist das keine abstrakte Frage. Wer in seinem Code bestimmte Gaskosten fest einprogrammiert hat — etwa als Sicherheitsprüfung oder Kostenkalkulation — muss diese Logik neu bewerten. Das gilt erst recht, sobald und falls Glamsterdam eines Tages auf dem Mainnet aktiviert werden sollte: Ein festes Datum dafür gibt es bislang nicht.
Deutsche Nutzer ohne eigene Anwendungen müssen vorerst nichts unternehmen. Das Ethereum-Mainnet läuft unverändert, und Sepolia ist eine reine Testumgebung. Was dort passiert, bleibt folgenlos für echte Guthaben — es ist der Probelauf, nicht die Premiere.
Gas, Blöcke und Testnetze: Was hinter dem Upgrade steckt
Ethereum verarbeitet Transaktionen in Blöcken — vergleichbar mit Seiten in einem Kassenbuch, auf die nur eine begrenzte Menge passt. Diese Grenze wird durch das Block Gas Limit festgelegt: Jede Aktion im Netz, ob Überweisung oder komplexer Smart-Contract-Aufruf, verbraucht eine bestimmte Menge Gas — die Maßeinheit für Rechenaufwand im Ethereum-Netzwerk. Ist das Limit einer Seite erreicht, muss der Rest warten.
Bevor solche Änderungen das echte Netz erreichen, durchlaufen sie ein Testnetz — eine Art Proberaum, in dem Entwickler mit echten Bedingungen experimentieren, ohne echtes Geld zu riskieren. Sepolia ist eines dieser öffentlichen Testnetze. Glamsterdam ist dabei kein einfaches Limit-Update: Das Upgrade verändert auch, wie viel Gas einzelne Operationen kosten — und greift damit tiefer in die Spielregeln des Netzes ein als es zunächst klingt.
Häufige Fragen
Betrifft das Upgrade meinen Ethereum-Wallet oder meine Transaktionen gerade schon?
Nein. Glamsterdam ist bisher ausschließlich auf dem Sepolia-Testnetz aktiv — einem separaten Netz, das eigens für Entwicklertests existiert und kein echtes Geld bewegt. Das Ethereum-Mainnet, auf dem echte ETH-Transaktionen laufen, behält weiterhin sein bisheriges Gas-Limit von rund 60 Millionen. Für normale Nutzer ändert sich aktuell nichts.
Warum werden Testnetze überhaupt gebraucht?
Ein Testnetz funktioniert wie eine Generalprobe: Entwickler können neue Regeln und Funktionen unter realistischen Bedingungen erproben, ohne dass Fehler echte Konsequenzen haben. Erst wenn mehrere solcher Testläufe zufriedenstellend verlaufen, wird ein Upgrade für das Mainnet in Betracht gezogen. Für Glamsterdam steht ein solches Mainnet-Datum noch nicht fest.
Müssen Entwickler ihre Anwendungen anpassen?
Möglicherweise ja. Glamsterdam verändert die Kosten einzelner Operationen im Netz. Anwendungen, die bestimmte Gaskosten fest einkalkuliert haben, könnten sich dadurch anders verhalten als erwartet. Entwickler wurden ausdrücklich darauf hingewiesen, ihre Anwendungen unter den neuen Bedingungen neu zu testen.