Glossar
Block-Gasgrenze (Block Gas Limit)
Aktualisiert 12. Juni 2026
Block-Gasgrenze (Block Gas Limit) ist der maximale Betrag an Rechenarbeit – gemessen in Gas-Einheiten –, der innerhalb eines einzigen Blocks einer Proof-of-Work- oder Proof-of-Stake-Blockchain verarbeitet werden darf. Sie fungiert als Kapazitätsdeckel: Übersteigt die Summe aller Transaktionen in einem Block diesen Wert, können weitere Transaktionen erst im nächsten Block berücksichtigt werden.
Abgrenzung zur transaktionsseitigen Gas-Limit
Die Block-Gasgrenze ist nicht mit dem Gas-Limit einer einzelnen Transaktion gleichzusetzen. Das transaktionsseitige Gas-Limit wird vom Nutzer selbst festgelegt und bestimmt, wie viel Gas maximal für seine eine Transaktion verbraucht werden darf. Eine einfache ETH-Überweisung beansprucht dabei stets 21.000 Gas-Einheiten – unabhängig davon, wie hoch die Block-Gasgrenze gerade liegt. Logisch gilt: Das nutzerseitige Limit darf die Block-Gasgrenze nicht überschreiten; Clients wie Geth lehnen solche Transaktionen bereits vor der Weiterleitung ab.
Dynamische Anpassung und EIP-1559
Auf Ethereum können Validatoren (vor dem Merge: Miner) die Block-Gasgrenze innerhalb eines protokolldefinierten Rahmens schrittweise erhöhen oder senken, um auf die aktuelle Netzwerkauslastung zu reagieren. Mit dem London-Upgrade (EIP-1559, August 2021) wurde zusätzlich ein Zielmechanismus eingeführt: Das Protokoll strebt an, dass Blöcke im Schnitt nur 50 % der maximalen Block-Gasgrenze ausschöpfen. Liegt die Auslastung dauerhaft darüber, steigt die Basisgebühr automatisch; liegt sie darunter, sinkt sie. Die maximale Block-Gasgrenze selbst wird dabei ebenfalls algorithmisch angepasst. Dieses System entkoppelt den kurzfristigen Preismechanismus von der eigentlichen Kapazitätsgrenze.
Unterschiede zwischen Netzwerken
Verschiedene Blockchains setzen ihre Grenzen nach eigenen Designentscheidungen. BNB Smart Chain erlaubt durch Governance-Beschlüsse der Validatoren ein deutlich höheres Limit als das Ethereum-Mainnet – was höhere Transaktionsdurchsätze ermöglicht, aber auch erhöhte Anforderungen an die Hardware der Netzwerkteilnehmer stellt. Arbitrum wiederum weist Blöcken nach außen ein technisch sehr hohes sichtbares Gas-Limit zu, begrenzt die tatsächliche Ausführung aber auf 32 Millionen Gas. Diese Designentscheidung erleichtert die Kompatibilität mit Ethereum-Werkzeugen, ohne die reale Kapazität zu überdehnen.
Die Block-Gasgrenze ist damit ein zentrales Instrument im Spannungsfeld des Blockchain-Trilemmas: Eine höhere Grenze steigert den Durchsatz, erhöht aber gleichzeitig die Anforderungen an dezentrale Knotenbetreiber und kann die Dezentralität eines Netzwerks langfristig schwächen.