News
BitMEX delistet alle verbleibenden Spot-Paare und stellt Convert-Funktion ein
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 16. September 2026

BitMEX stellt am 21. September 2026 den Handel aller verbliebenen Spot-Paare ein — einen Tag später folgt die Abschaltung der Convert-Funktion, mit der Nutzer bisher Kryptowährungen direkt tauschen konnten. Wie die Börse in einer offiziellen Ankündigung vom 15. September 2026 mitteilt, sind beide Schritte Folge der bevorstehenden vollständigen Schließung der Plattform. Für deutsche Nutzer, die dort noch Guthaben oder offene Positionen halten, läuft die Zeit ab.
Zwei Abschaltzeitpunkte, ein klarer Fahrplan fürs Ende
Am 21. September 2026 um 12:00 UTC endet laut dem Site Announcement (BitMEX) der Spot-Handel auf der Plattform vollständig — alle noch verbliebenen Handelspaare werden delistet. Genau 16 Stunden später, am 22. September 2026 um 04:00 UTC, zieht BitMEX auch die Convert-Funktion zurück. Diese Funktion ermöglichte es Nutzern bisher, eine Kryptowährung direkt in eine andere zu tauschen — ohne den Umweg über ein klassisches Orderbuch, also die Liste offener Kauf- und Verkaufsaufträge.
Als Grund für beide Maßnahmen nennt BitMEX ausschließlich die bevorstehende vollständige Schließung der Börse. Regulatorische Einzelmaßnahmen oder technische Probleme werden in der Ankündigung nicht erwähnt.
BitMEX bezeichnet sich selbst als Pionier des sogenannten Perpetual Swaps — eines Derivatekontrakts ohne festes Ablaufdatum — und gibt an, seit 2014 am Markt aktiv zu sein. Für Nutzer, die noch Guthaben auf der Plattform halten, bedeuten die Termine eine harte Frist: Nach dem Delisting stehen die betroffenen Handelsfunktionen nicht mehr zur Verfügung. BitMEX verweist für weiterführende Informationen zur Gesamtschließung auf seinen Blog.
Wenn eine Börse schließt: Was der BitMEX-Fall über das Verwahrungsrisiko lehrt
Der Fall BitMEX illustriert ein Grundproblem, das bei zentralisierten Börsen (CEX) — also Plattformen, die Nutzerguthaben in eigenem Namen verwahren — strukturell angelegt ist: Wer seine Kryptowerte nicht selbst in einer eigenen Wallet hält, ist davon abhängig, dass der Betreiber die Plattform aufrecht erhält. Endet der Betrieb, bestimmt die Börse das Tempo und die Modalitäten der Abwicklung — nicht der Nutzer.
BitMEX beschreibt sich selbst als Pionier des Perpetual Swap und als führende Krypto-Derivate-Börse seit 2014. Dass ausgerechnet eine Plattform mit dieser Selbstdarstellung nun vollständig schließt, zeigt: Marktstellung und Geschichte schützen nicht vor einem Betriebsende.
Steuerlich relevant für deutsche Nutzer: Auch im Zuge einer Börsenschließung können Tausch- oder Auszahlungsvorgänge Fristen und Bewertungsfragen aufwerfen — etwa ob eine Transaktion als steuerpflichtiges Veräußerungsgeschäft gilt. Das hängt von den individuellen Haltefristen und Anschaffungskosten ab und sollte im Zweifel mit steuerlicher Fachberatung geklärt werden.
Was der Fall nicht bedeutet: eine Aussage über die Stabilität anderer Plattformen oder den Kryptomarkt insgesamt. Jede Börsenschließung ist ein individueller Vorgang mit eigenen Ursachen. BitMEX nennt als Grund schlicht die bevorstehende Schließung — ohne weitere Spezifizierung der Hintergründe.
BitMEX war eine Derivate-Börse — was das für Spot-Nutzer bedeutet
BitMEX wurde 2014 gegründet und bezeichnet sich selbst als Pionier des Perpetual Swap — eines Finanzinstruments, das Krypto-Futures ohne festes Ablaufdatum ermöglicht. Derivate, also Wetten auf künftige Preisbewegungen, waren stets das Kerngeschäft der Plattform. Spot-Handel — der direkte Kauf und Verkauf von Kryptowährungen zum aktuellen Marktpreis — kam erst später hinzu und blieb ein Nebenprogramm.
Wer bei BitMEX Guthaben hält, ist Kunde einer zentralisierten Börse (CEX): Die Plattform verwahrt die Coins im Namen der Nutzer, ähnlich wie eine Bank Geldeinlagen verwaltet. Das bedeutet: Schließt die Börse, haben Nutzer keinen direkten Zugriff auf ihre Assets — sie sind auf die geordnete Abwicklung durch den Betreiber angewiesen. Genau das macht die jetzt gesetzten Fristen so wichtig: Wer nicht rechtzeitig reagiert, riskiert, sein Guthaben vorübergehend oder dauerhaft nicht abrufen zu können.