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Krypto-Börse BitMart stellt Betrieb ein – BMX-Token bricht um fast 70 % ein
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 26. Juli 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph hat die Krypto-Börse BitMart am Sonntag, 26. Juli 2026, angekündigt, nach neun Jahren ihren Betrieb einzustellen. Der plattformeigene BMX-Token brach daraufhin innerhalb eines Tages um bis zu fast 70 % ein. Für alle, die Guthaben auf BitMart halten, stellt sich nun eine dringende Frage: Wie und wann kommt man an sein Geld?
Handel stoppt im August, Plattform folgt im Januar – und der eigene Token implodiert
Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph läuft die Abwicklung in zwei Stufen: Der gesamte Handel – sowohl Spot-Handel (der direkte Kauf und Verkauf von Kryptowährungen) als auch Derivate (Wetten auf künftige Kursentwicklungen) – endet am 26. August 2026. Der vollständige Plattformbetrieb wird dann am 31. Januar 2027 eingestellt. Bereits ab 01:30 UTC am Sonntagmorgen nahm BitMart keine neuen Registrierungen, Einzahlungen oder Handelsaufträge mehr an; bestehende Futures-Konten wurden in den sogenannten Reduce-only-Modus versetzt, das heißt, Nutzer können offene Positionen nur noch schließen, nicht mehr aufbauen.
Auszahlungen bleiben bis zum Januar-Datum geöffnet – allerdings mit einem Vorbehalt: Sie können laut beiden Quellen zusätzlichen Sicherheits- und Compliance-Prüfungen unterliegen, was zu Verzögerungen führen kann.
Den Grund für die Schließung nannte BitMart nur vage: „Operating Conditions, Market Environment und Future Strategic Direction" – konkrete Angaben fehlen vollständig. Ein Insolvenzverfahren oder ein regulatorischer Eingriff ist laut beiden Quellen nicht bestätigt. Der BMX-Token, BitMarts plattformeigene Währung, fiel laut CoinDesk auf rund 8 US-Cent (minus ca. 58 % binnen 24 Stunden, Marktwert: rund 27 Millionen US-Dollar); Cointelegraph beziffert den Rückgang auf knapp unter 0,10 US-Dollar – ein Minus von fast 70 % gegenüber dem Freitagswert von etwa 0,31 US-Dollar. Der Unterschied erklärt sich durch verschiedene Referenzzeitpunkte, nicht durch widersprüchliche Fakten.
Warum BitMarts Aus ein Weckruf für alle Börsen-Nutzer ist
BitMart ist kein Einzelfall aus dem Nichts. Die Börse hatte bereits 2021 einen schweren Hack erlitten, bei dem rund 196 Millionen US-Dollar aus sogenannten Hot Wallets — also ständig mit dem Internet verbundenen Speichern — gestohlen wurden. Dass sie danach noch fast fünf Jahre weiteroperierte, ist bemerkenswert. Dass sie nun ohne klare Begründung schließt, ist es ebenfalls.
Genau das ist das Problem: Die offizielle Erklärung bleibt vage. „Operating Conditions, Market Environment und Future Strategic Direction" klingt nach Unternehmenssprech, sagt aber nichts Konkretes. Ob regulatorischer Druck, finanzielle Engpässe oder strategische Neuausrichtung dahinterstecken — unklar. Für Nutzer bedeutet diese Intransparenz: Sie müssen handeln, ohne die volle Lage zu kennen.
Hinzu kommt eine strukturelle Schwäche, die viele Anleger unterschätzen: Wer Krypto auf einer zentralisierten Börse — also einer Plattform, die die Vermögenswerte im eigenen Namen verwahrt — lagert, ist im Ernstfall auf deren Kulanz angewiesen. Auszahlungen können, wie BitMart selbst einräumt, durch Compliance-Prüfungen verzögert werden. Das ist legal, aber unangenehm.
Die wichtigste Lehre für deutsche Nutzer: Börsen sind Handelsorte, keine Sparkonten. Wer größere Beträge dauerhaft dort parkt, trägt das volle Gegenparteirisiko. Die Alternative — die Krypto-Verwahrung in eigenen Händen über eine sogenannte Non-Custodial Wallet — schützt vor genau diesem Szenario, bringt aber eigene Verantwortung mit sich. Eine Pleite der Börse trifft einen dann nicht. Ein vergessener Schlüssel schon.
Wenn eine Börse schließt – warum das mehr als eine Meldung ist
BitMart war eine sogenannte zentralisierte Börse (CEX) — eine Plattform, bei der nicht der Nutzer, sondern das Unternehmen die Krypto-Guthaben technisch kontrolliert. Das ist praktisch, solange alles läuft. Schließt die Börse jedoch, liegt das Geld erst einmal in fremden Händen, bis man es abgezogen hat.
Genau das ist der Kern des Risikos, das Fachleute „Verwahrungsrisiko" nennen: Wer kein eigenes Wallet — also eine eigene digitale Geldbörse außerhalb einer Plattform — betreibt, ist im Ernstfall auf die Kooperationsbereitschaft und Zahlungsfähigkeit der Börse angewiesen.
BitMart ist kein Einzelfall. Spätestens seit dem Zusammenbruch der Börse FTX Ende 2022 ist bekannt, wie schnell solche Plattformen in Schieflage geraten können. Wer verstehen möchte, wie man Krypto-Guthaben sicherer verwahrt, findet dazu eine Übersicht unter Krypto-Verwahrung – so sicherst du deine Assets.
Häufige Fragen
Kann ich mein Guthaben noch von BitMart abheben?
Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph bleiben Auszahlungen geöffnet — allerdings können sie zusätzlichen Compliance- und Sicherheitsprüfungen unterliegen, was zu Verzögerungen führen kann. Der reguläre Handelsbetrieb endet am 26. August 2026, der Plattformbetrieb offiziell am 31. Januar 2027. Ob und wie schnell einzelne Auszahlungen tatsächlich abgewickelt werden, hängt von den jeweiligen Prüfprozessen ab.
Was genau ist der BMX-Token — und warum ist er so stark gefallen?
BMX ist der hauseigene Token von BitMart. Solche Plattform-Token sind eng an das Schicksal ihrer jeweiligen Börse geknüpft: Verliert die Plattform ihre Betriebsgrundlage, verliert der Token für viele Inhaber seinen ursprünglichen Verwendungszweck. Das erklärt, warum der Kurs mit der Ankündigung sofort und stark nachgab.
Warum stellt BitMart den Betrieb ein?
Das begründete das Unternehmen laut CoinDesk lediglich vage mit „Operating Conditions, Market Environment und Future Strategic Direction" — ohne konkrete Details. Weder ein Insolvenzverfahren noch ein regulatorischer Eingriff wurden offiziell bestätigt. Die genauen Hintergründe sind damit öffentlich bislang nicht bekannt.