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BitMart: Auszahlungen stocken nach Ankündigung der Plattformschließung

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 27. Juli 2026

BitMart: Auszahlungen stocken nach Ankündigung der Plattformschließung

Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt kündigte die Krypto-Börse BitMart am Sonntag, dem 27. Juli 2026, ihre schrittweise Schließung an — und seitdem häufen sich Nutzerberichte über stockende Auszahlungen, die laut Cointelegraph allerdings nicht unabhängig verifiziert werden konnten. Für deutsche Nutzer, die noch Guthaben auf der Plattform halten, ist das ein ernstes Warnsignal: Die Abwicklung läuft, doch wie reibungslos der Weg zum eigenen Geld tatsächlich ist, bleibt bislang unklar.

Kaum Bewegung auf den Konten: Was die Daten und Nutzer berichten

Die Abwicklungs-Timeline steht fest: Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt endet der gesamte Spot- und Derivatehandel am 26. August 2026; die Plattform stellt ihren Betrieb vollständig am 31. Januar 2027 ein. Konkrete Gründe für die Schließung nannte BitMart nicht — die Ankündigung verwies allgemein auf „Betriebsbedingungen, Marktumfeld und strategische Ausrichtung".

Das Blockchain-Analytics-Konto Lookonchain meldete laut Cointelegraph am Montag, dass in einem Zeitraum von mehr als 24 Stunden lediglich 58 Wallets zusammen rund 805.000 USD abgehoben hätten. In einem zuletzt beobachteten Acht-Stunden-Fenster seien gar keine Auszahlungen mehr verarbeitet worden. Parallel dazu sanken die BitMart zugeordneten Wallets — identifiziert über den Analyse-Dienst Arkham — laut Cointelegraph auf rund 69 Millionen USD, nachdem sie Anfang Juli noch bei etwa 102 Millionen USD gelegen hatten.

Auf der Plattform X kursierten zudem Nutzerberichte über Auszahlungsprobleme — darunter angeblich abgeschlossene USDT-Transaktionen, die nie ausgeführt wurden, sowie längere Wartezeiten bei kleinen Test-Auszahlungen. Cointelegraph weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Angaben nicht unabhängig verifiziert werden konnten und es sich um ungeprüfte Nutzerschilderungen handelt.

Geordnete Abwicklung — was das Versprechen wert ist

Das Wort "geordnet" klingt beruhigend. BitMart selbst hat seine Schließung als planmäßige, kontrollierte Abwicklung dargestellt. Doch die Ereignisse der ersten Tage zeichnen ein anderes Bild: sinkende Wallet-Bestände, verlangsamte Transaktionen, Nutzerberichte über eingefrorene Abhebungen — auch wenn diese Berichte nicht unabhängig bestätigt werden konnten.

Das ist kein Einzelfall. Die Geschichte zentralisierter Krypto-Börsen zeigt ein wiederkehrendes Muster: Zwischen der offiziellen Ankündigung einer Schließung und dem tatsächlichen Zugriff auf die eigenen Mittel kann eine erhebliche Lücke entstehen. Nutzer, die abwarten, riskieren, in eine Warteschlange zu geraten — oder schlimmstenfalls in eine Situation, in der eine Plattform ihre Versprechen nicht mehr einhalten kann.

BitMart nannte keine konkreten Gründe für die Schließung. "Betriebsbedingungen, Marktumfeld und strategische Ausrichtung" — das ist Unternehmenskommunikation, keine Erklärung. Diese Intransparenz ist für Nutzer besonders unangenehm, weil sie keine Grundlage bietet, das tatsächliche Risiko einzuschätzen.

Für deutsche Nutzer gilt dabei ein praktischer Grundsatz, der über BitMart hinausgeht: Kryptowerte auf einer fremden Plattform zu lagern bedeutet, dass formal nicht sie, sondern die Börse die Kontrolle über diese Mittel hat. Eine Non-Custodial Wallet — eine Wallet, bei der der Nutzer selbst den Schlüssel hält — ist genau deshalb der strukturelle Gegenentwurf zu dieser Abhängigkeit. Die BitMart-Situation ist ein konkretes Beispiel dafür, warum dieser Unterschied in der Praxis zählt.

Wenn eine Börse schließt — warum das für Nutzer kritischer ist als es klingt

BitMart ist eine sogenannte zentralisierte Börse (CEX) — eine Handelsplattform, bei der nicht der Nutzer selbst, sondern das Unternehmen die Kryptowerte verwahrt. Vereinfacht gesagt: Das Guthaben auf dem Konto ist ein Versprechen der Börse, kein direkter Besitz. Solange der Betrieb normal läuft, fällt das kaum auf. Wird eine solche Plattform aber abgewickelt, rückt genau diese Konstruktion in den Mittelpunkt — denn jetzt müssen alle Nutzer gleichzeitig ihre Mittel herausbewegen, während das Unternehmen bereits im Auflösungsprozess steckt.

Das Gegenstück dazu ist die sogenannte Selbstverwahrung: Wer seine Kryptowerte in einer eigenen Wallet hält, ist von der Zahlungsfähigkeit oder dem geordneten Betrieb einer Börse unabhängig. BitMart ist dabei nicht das einzige aktuelle Beispiel — laut Decrypt stellte in derselben Woche auch BitMEX nach elf Jahren seinen Betrieb ein.

Häufige Fragen

Was passiert mit dem eigenen BMX-Token nach der Ankündigung?

Der Exchange-Token BMX — ein von BitMart selbst ausgegebener Token — ist laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt nach der Schließungsankündigung auf rund 0,057 USD gefallen, was einem Rückgang von etwa 81,5 Prozent innerhalb von sieben Tagen entspricht. Bei der Schließung einer Börse verlieren plattformeigene Token häufig ihren zentralen Verwendungszweck, da sie oft an Gebührenrabatte oder Plattform-Features gebunden sind, die mit dem Betrieb enden.

Was bedeutet der in Nutzerberichten erwähnte „On-Chain Withdrawal Freeze"?

Laut Cointelegraph berichtete ein Nutzer auf X, sein Konto habe diesen Status angezeigt — die Berichte konnten jedoch nicht unabhängig verifiziert werden. Allgemein beschreibt der Begriff einen Zustand, bei dem Auszahlungen auf die Blockchain vorübergehend blockiert sind. Ob es sich dabei um eine technische Maßnahme der Börse, einen Systemfehler oder etwas anderes handelte, lässt sich anhand der vorliegenden Quellen nicht abschließend beantworten.

Bis wann ist eine Auszahlung bei BitMart noch möglich?

Laut den Berichten endet der Handel am 26. August 2026; die Plattform stellt den Betrieb vollständig erst am 31. Januar 2027 ein. Konkrete Fristen für Auszahlungen nannte BitMart bislang nicht öffentlich.

Quellen