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Bitget verlässt Japan: Neue Registrierungen gestoppt, alle Positionen bis 31. Dezember zwangsgeschlossen
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 03. August 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph stellt die Krypto-Börse Bitget ihren Dienst für Nutzer in Japan ein: Seit dem 3. August 2026 werden keine neuen Konten von japanischen Einwohnern mehr angelassen, und alle noch offenen Handelspositionen werden zum 31. Dezember 2026 zwangsweise geschlossen. Für alle, die Kryptowerte auf einer Börse halten, zeigt dieser Fall, wie folgenreich fehlende Regulierung im jeweiligen Land werden kann — und warum ein Blick auf die Zulassung einer Plattform kein Luxus ist.
Stufenweise Abwicklung: Was Bitget-Nutzer in Japan ab November erwartet
Ab dem 1. November 2026 werden alle Konten, die Bitget als japanischen Einwohnern gehörend einstuft, in einen sogenannten „Close-Only-Modus" versetzt — das Konto bleibt also offen, aber nur noch zur Abwicklung. Laut übereinstimmenden Berichten von Bitget Exit Japan (CoinDesk) und Bitget Account Restrictions (Cointelegraph) dürfen Betroffene dann weder neue Käufe oder Verkäufe tätigen noch bestehende Positionen ausbauen — sämtliche Handelsfunktionen, von automatisierten Strategien bis hin zu Renditeprodukten, werden deaktiviert. Einzahlungen (mit Limits) und Auszahlungen bleiben jedoch weiterhin möglich.
Wer glaubt, fälschlicherweise als japanischer Einwohner erfasst worden zu sein, hat bis zum 1. November Zeit, das zu korrigieren: Laut übereinstimmenden Berichten beider Redaktionen ist dafür eine erweiterte Identitätsprüfung — sogenanntes Level-2-KYC — mit Adressnachweis erforderlich. Wer diese Frist verpasst, gilt automatisch als japanischer Nutzer.
Den regulatorischen Hintergrund liefert Cointelegraph: Japans Finanzaufsicht FSA hatte Bitget bereits im März 2023 und im November 2024 verwarnt, weil das Unternehmen Krypto-Dienstleistungen ohne japanische Registrierung anbot. Im Juni 2025 folgte eine weitere Warnung durch das Kanto Local Finance Bureau — diesmal wegen unregistrierter OTC-Derivate (Geschäfte, die direkt zwischen zwei Parteien abgewickelt werden, ohne eine regulierte Börse zu durchlaufen). Bitget nannte gegenüber CoinDesk keine einzelne Maßnahme als konkreten Auslöser.
Wenn die Aufsicht zweimal klingelt: Was der Bitget-Rückzug über Regulierungsrisiken verrät
Bitget ist kein Einzelfall — aber der Ablauf ist lehrreich. Die japanische Finanzaufsicht FSA hatte das Unternehmen bereits 2023 und 2024 abgemahnt, weil es ohne Registrierung Krypto-Dienstleistungen für japanische Nutzer anbot. Erst als Japan im Juli 2026 Kryptowährungen gesetzlich als Finanzinstrumente einstufte und künftig Strafen von bis zu knapp 63.000 US-Dollar sowie bis zu zehn Jahre Gefängnis für unregistrierten Betrieb vorsieht, zog Bitget die Konsequenzen — präventiv, denn die neuen Regeln gelten noch nicht. Den eigentlichen Auslöser nannte das Unternehmen nicht öffentlich.
Wichtig zu verstehen: Bitget verlässt Japan nicht, weil der Markt unattraktiv ist. Der Rückzug ist die direkte Folge jahrelangen regulatorischen Drucks, den die Börse offenbar nicht durch eine Zulassung beenden wollte oder konnte. Das unterscheidet diesen Fall von einem strategischen Marktaustritt.
Für deutsche Nutzer ist die Botschaft klar, auch wenn hierzulande andere Regeln gelten: Eine Börse, die in einem Land ohne Erlaubnis tätig ist, kann jederzeit unter Druck geraten — und die Konsequenzen tragen dann die Kunden in Form von Handelssperren oder Zwangsschließungen. Wer prüft, ob eine Plattform in Deutschland oder der EU zugelassen ist, schützt sich vor genau dieser Situation. Das gilt unabhängig von Börsengröße oder Handelsvolumen.
Warum Börsen eine Lizenz brauchen — und Nutzer das prüfen sollten
Krypto-Börsen wie Bitget sind sogenannte zentralisierte Börsen (CEX) — Plattformen, auf denen Nutzer ihre Vermögenswerte einlagern und handeln, ähnlich wie bei einer Bank. Der entscheidende Unterschied: Anders als Banken unterliegen sie je nach Land sehr unterschiedlichen Zulassungspflichten.
Japan gilt seit Jahren als eines der strengsten Krypto-Regulierungsländer weltweit. Wer dort Krypto-Dienstleistungen anbieten will, braucht eine Registrierung bei der Finanzaufsichtsbehörde FSA. Ohne diese Lizenz ist der Betrieb illegal — unabhängig davon, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz hat.
Relevant wird das für Nutzer, wenn eine nicht registrierte Börse den Betrieb einstellen muss: Dann entscheiden nicht mehr sie selbst, wann sie ihre Positionen schließen — sondern die Plattform oder der Regulator. Genau das passiert gerade den betroffenen Bitget-Nutzern in Japan. Wer prüfen möchte, was das für die eigene Krypto-Verwahrung bedeutet, findet dazu weiterführende Informationen im Glossar.
Häufige Fragen
Was passiert mit meinen Geldern, wenn mein Konto in den „Close-Only-Modus" versetzt wird?
Einzahlungen (mit gewissen Limits) und Auszahlungen bleiben auch nach dem 1. November 2026 weiterhin möglich — das Konto wird nicht vollständig gesperrt. Lediglich das Eröffnen neuer Handelspositionen sowie Dienste wie Copy-Trading oder Earn-Produkte entfallen. Wer sein Guthaben also rechtzeitig abzieht, verliert keinen Zugang dazu.
Was kann ich tun, wenn ich glaube, fälschlicherweise als japanischer Einwohner eingestuft worden zu sein?
Betroffene Nutzer müssen bis zum 1. November 2026 eine erweiterte Identitätsprüfung — sogenanntes KYC (Know Your Customer), also die Verifizierung der eigenen Identität und Adresse — abschließen. Gelingt das nicht rechtzeitig, gilt das Konto automatisch als japanisch und unterliegt allen damit verbundenen Einschränkungen.
Warum ist die Zulassung einer Börse im eigenen Land so wichtig?
Ohne Registrierung bei der lokalen Finanzaufsicht kann eine Börse jederzeit gezwungen werden, den Betrieb einzustellen — oft mit kurzen Fristen und automatischen Positionsschließungen. Nutzer haben dann kaum Handlungsspielraum. Ob eine Plattform im eigenen Land regulär zugelassen ist, lässt sich meist direkt auf der Website der nationalen Aufsichtsbehörde prüfen.