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Bitcoin-Entwickler Leonidas schlägt neuen Open-Source-Client „DOG Mode

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 17. Juli 2026

Bitcoin-Entwickler Leonidas schlägt neuen Open-Source-Client „DOG Mode

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph hat der Bitcoin-Entwickler Leonidas am 17. Juli 2026 einen neuen Open-Source-Client namens „Bitcoin $DOG Mode" angekündigt – ein Gegenentwurf zu laufenden Bemühungen, bestimmte Transaktionstypen im Bitcoin-Netzwerk einzuschränken. Der Vorschlag richtet sich an alle, die Bitcoin-Transaktionen weiterleiten oder das Netzwerk nutzen: Er würde grundlegend verändern, welche Transaktionen überhaupt von einem Node akzeptiert und weitergegeben werden.

Größere Transaktionen, kleineres Dust-Limit – was DOG Mode konkret ändern würde

Kern des Vorschlags sind zwei technische Hebel, die Leonidas gemeinsam verändern will. Erstens die maximale Standard-Transaktionsgröße: Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph würde DOG Mode diese von derzeit 400.000 Weight Units auf 3,9 Millionen Weight Units anheben – also fast den gesamten verfügbaren Platz eines Bitcoin-Blocks ausschöpfen. Zweitens das sogenannte Dust-Limit – die Mindestgröße eines Transaktionsbetrags, damit ein Node ihn überhaupt weiterleitet. Dieses würde von derzeit 294 bis 546 Satoshis auf einen einzigen Satoshi sinken, die kleinstmögliche Bitcoin-Einheit. Leonidas schätzt, dass allein diese Änderung rund 25 Millionen US-Dollar freisetzt, die bislang als technisch notwendiges Füllmaterial in Ordinals- und Runes-Transaktionen gebunden sind.

Entscheidend für das Verständnis: DOG Mode ändert ausschließlich die sogenannte Relay-Policy – also die Regeln, nach denen ein einzelner Node entscheidet, welche Transaktionen er annimmt und weitergibt. Die Konsensregeln des Netzwerks, also das, worüber sich alle Teilnehmer einigen müssen, bleiben unberührt. Eine Miner-Abstimmung ist daher nicht nötig; laut CoinDesk reicht theoretisch ein einziger mitspielender Miner.

Zum Zeitpunkt der Ankündigung existierte weder Code noch ein öffentliches Repository – Leonidas rief Entwickler zur Mitarbeit auf.

Kein Aufstand, kein Votum – warum DOG Mode trotzdem etwas bewegen könnte

Was auf den ersten Blick wie ein technischer Nischenstreit wirkt, zeigt exemplarisch, wie Konflikte im Bitcoin-Ökosystem ausgetragen werden – nämlich ohne formale Abstimmung, ohne Mehrheitsbeschluss, aber auch ohne Garantie.

Der entscheidende Unterschied, den viele Berichte verwischen: DOG Mode berührt nicht die Konsensregeln von Bitcoin. Die Blockchain selbst, die Blockgröße, die Geldmenge – das alles bleibt unverändert. Es geht ausschließlich um die sogenannte Relay-Policy: die Regeln, nach denen ein Node entscheidet, welche Transaktionen er überhaupt annimmt und an andere weitergibt. Das kann jeder Betreiber für sich allein ändern – ganz legal, ohne Erlaubnis.

Der Haken: Selbst wenn viele Nodes DOG Mode betreiben, landen die entsprechenden Transaktionen nur dann in einem Block, wenn mindestens ein Miner mitmacht. Das ist eine kleine, aber wichtige Hürde.

Trotzdem ist der politische Signalwert beachtlich. Der konkurrierende Vorschlag BIP-110 – der Transaktionen mit beliebigen Daten einschränken will – kommt bei Minern offenbar überhaupt nicht an: Im laufenden Signaling-Zeitraum liegt die Zustimmung bei null Prozent. Leonidas setzt dagegen auf einen Bottom-up-Ansatz: Genug Nutzer und Nodes überzeugen, bis Bitcoin Core selbst unter Druck gerät, seine Standardeinstellungen zu lockern. Ob diese Strategie aufgeht, ist offen – zumal zum jetzigen Zeitpunkt noch kein einzige Zeile Code existiert.

Wie Bitcoin-Netzwerke entscheiden, welche Transaktionen sie durchlassen

Im Mittelpunkt des Vorschlags stehen zwei Konzepte, die für das Verständnis entscheidend sind. Erstens die Relay-Policy: Jeder Node — also jeder Computer, der das Bitcoin-Netzwerk aktiv unterstützt — entscheidet nach eigenen Regeln, welche Transaktionen er akzeptiert und an andere weiterleitet. Diese Regeln sind kein Teil des Bitcoin-Protokolls selbst, sondern lediglich eine lokale Einstellung der jeweiligen Software. Zweitens das Dust-Limit: Bitcoin kennt eine Mindestgröße für Transaktionsbeträge, unterhalb derer eine Zahlung als wirtschaftlich sinnlos gilt und von den meisten Nodes abgelehnt wird.

Leonidas ist vor allem als Mitgründer des Runestone-Projekts bekannt und gilt als prominente Stimme im Ordinals-Ökosystem — einem Bereich, in dem Inhalte wie Bilder oder Text direkt in Bitcoin-Transaktionen eingebettet werden. Genau diese Praxis steht seit Längerem im Zentrum einer hitzigen Debatte darüber, wofür Bitcoin eigentlich genutzt werden darf.

Häufige Fragen

Braucht DOG Mode eine Zustimmung der Bitcoin-Gemeinschaft oder der Miner?

Nein. DOG Mode ändert ausschließlich die sogenannte Relay-Policy – also die Regeln, nach denen ein einzelner Node entscheidet, welche Transaktionen er weiterleitet. Das sind keine Konsensregeln, die für alle gelten müssen. Deshalb ist weder eine Abstimmung noch eine Miner-Mehrheit erforderlich. Theoretisch reicht bereits ein einziger Miner, der den Client nutzt, damit Transaktionen ins Netzwerk gelangen.

Was ist das Dust-Limit – und warum spielt es hier eine Rolle?

Das Dust-Limit legt fest, wie klein ein Transaktionsbetrag mindestens sein muss, damit ein Node ihn überhaupt weiterleitet. Sehr kleine Beträge gelten als wirtschaftlich sinnlos – als „Staub" (englisch: dust). DOG Mode würde dieses Minimum auf 1 Satoshi senken, die kleinste existierende Bitcoin-Einheit. Leonidas zufolge sind derzeit erhebliche Beträge in Ordinals- und Runes-Transaktionen als unnötiges Füllmaterial gebunden, weil das aktuelle Limit höhere Mindestwerte erzwingt.

Quellen