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Ordinals (Bitcoin NFTs)

Aktualisiert 12. Juni 2026

Ordinals (Bitcoin NFTs) sind einzelne Satoshis – die kleinste Einheit von Bitcoin (1 BTC = 100.000.000 Satoshis) –, die durch ein Nummerierungssystem eindeutig identifiziert und mit beliebigen Daten beschriftet werden können, sodass sie als nicht-fungible digitale Artefakte direkt auf der Bitcoin-Blockchain existieren.

Wie das Ordinal-System funktioniert

Der Entwickler Casey Rodarmor startete das Protokoll am 20. Januar 2023 auf dem Bitcoin-Mainnet. Die Grundlage bildet ein chronologisches Nummerierungssystem: Jeder Satoshi erhält beim Mining eine eindeutige, fortlaufende Seriennummer – beginnend bei null. Diese Nummer bleibt dem jeweiligen Satoshi dauerhaft zugeordnet, unabhängig davon, durch wie viele Transaktionen er wandert. Ein Satoshi mit der Seriennummer 0 ist damit streng von Satoshi Nummer 1.000.000 zu unterscheiden – obwohl beide wirtschaftlich denselben Wert repräsentieren.

Die eigentliche Dateieinbettung, die sogenannte Inscription, erfolgt im „Witness"-Feld einer Bitcoin-Transaktion. Dieses Feld wurde durch das SegWit-Upgrade eingeführt und dient ursprünglich der Signaturablage. Rodarmor nutzte den dort verfügbaren Speicherplatz, um Bilder, Videos, Texte oder Code unveränderlich on-chain zu verankern. Einmal erstellt, ist eine Inscription immutabel – eine nachträgliche Änderung ist nicht möglich.

Abgrenzung zu Ethereum-NFTs

Der wesentliche strukturelle Unterschied zu NFT-Standards auf anderen Blockchains liegt im Fehlen von Smart Contracts. Ethereum-NFTs (z. B. ERC-721) definieren Eigentum und Übertragbarkeit über selbst ausführenden Code. Ordinals benötigen das nicht: Die Einzigartigkeit ergibt sich allein aus dem Nummerierungssystem und der verknüpften Inscription. Das macht Ordinals konzeptionell schlanker, schränkt aber gleichzeitig programmierbare Funktionen wie automatisierte Royalties oder bedingte Freischaltungen ein.

Ein weiterer Unterschied betrifft die Datenspeicherung: Viele Ethereum-NFTs verweisen lediglich auf externe Speicherorte (z. B. IPFS), während die Inhaltsdaten einer Inscription vollständig und dauerhaft on-chain liegen – solange die Bitcoin-Blockchain selbst existiert.

Bedeutung für das Bitcoin-Netzwerk

Ordinals haben eine Debatte über die Nutzung von Bitcoin-Blockplatz ausgelöst. Befürworter argumentieren, dass Inscriptions die Nachfrage nach Blockraum langfristig stützen und damit Miner-Einnahmen durch Transaktionsgebühren sichern – relevant, sobald die Block-Rewards durch das Bitcoin Halving weiter sinken. Kritiker hingegen sehen Inscriptions als Konkurrenz zu regulären Finanztransaktionen, die Gebühren in die Höhe treibe.

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