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Standard Chartered-Gemeinschaftsunternehmen Anchorpoint startet Hongkong-Dollar-Stablecoin HKDAP im Betabetrieb
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 12. August 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph hat Anchorpoint Financial — ein Gemeinschaftsunternehmen von Standard Chartered Hongkong, dem Telekommunikationskonzern HKT und dem Web3-Investor Animoca Brands — seinen Hongkong-Dollar-Stablecoin HKDAP in den Betabetrieb gestartet. Der Stablecoin ist damit eines der ersten Produkte, das unter Hongkongs neuem Stablecoin-Regulierungsrahmen lizenziert ist, der seit August 2025 in Kraft ist. Für deutsche Finanzinteressierte zeigt das Beispiel, wie staatlich beaufsichtigte Stablecoins außerhalb der USA Realität werden.
Erste Transaktion bereits abgeschlossen: So funktioniert HKDAP in der Praxis
HKDAP steht für „Hong Kong Dollar At Par" — der Name ist Programm: Jeder Token ist eins zu eins durch echte Hongkong-Dollar gedeckt und soll stets diesen Wert halten. Wie laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph berichtet wird, sind HashKey Exchange und OSL Group als autorisierte Distributoren bestätigt. Über diese Plattformen können berechtigte Kunden HKDAP minten — also neu ausgeben — und wieder gegen Fiat-Geld einlösen.
HashKey hat nach eigenen Angaben die erste solche Transaktion bereits abgeschlossen, inklusive Einzahlung und Auszahlung in echter Währung. In dieser Betaphase ist der Zugang ausschließlich institutionellen und professionellen Investoren vorbehalten; der Schwerpunkt liegt auf Zahlungen und der Abwicklung zwischen Finanzakteuren. Einen Ausbau auf Privatkunden plant Anchorpoint bis Ende 2026.
Anchorpoint ist eines von bisher zwei Unternehmen, die eine Stablecoin-Ausgaberlizenz der Hongkonger Zentralbank erhalten haben. Das andere ist HSBC, das seinen eigenen Stablecoin für das zweite Halbjahr 2026 vorbereitet — mit geplantem Vertrieb unter anderem über seine Bezahl-App PayMe mit 3,3 Millionen Nutzern.
Was eine staatliche Lizenz für einen Stablecoin wirklich bedeutet — und was nicht
Der entscheidende Unterschied zu bekannten Stablecoins wie Tether (USDT) oder USD Coin (USDC) liegt nicht im technischen Aufbau, sondern im regulatorischen Rahmen. HKDAP ist kein Produkt, das irgendwo gestartet und dann von Behörden beobachtet wird — es durfte erst starten, nachdem die Hong Kong Monetary Authority, Hongkongs Zentralbank, eine formelle Ausgaberlizenz erteilt hatte. Das ist ein Paradigmenwechsel: Regulierung als Voraussetzung, nicht als Nachgedanke.
Für deutsche Leser lohnt ein Blick auf die Parallele zur EU: Auch die europäische Krypto-Regulierung MiCA — kurz für Markets in Crypto-Assets — verlangt von Stablecoin-Emittenten eine Zulassung, bevor sie tätig werden dürfen. Hongkong geht denselben Weg, nur mit eigenen Regeln und einem anderen Fokus auf den asiatisch-pazifischen Finanzraum.
Was HKDAP aktuell nicht ist, verdient mindestens so viel Aufmerksamkeit wie das, was es ist: kein Produkt für Privatanleger. Die Betaphase ist ausschließlich auf institutionelle Teilnehmer beschränkt — Banken, professionelle Investoren, große Zahlungsdienstleister. Der Alltags-Nutzer bleibt vorerst außen vor.
Bemerkenswert ist auch, wer hinter dem Projekt steht: Mit Standard Chartered, HKT und Animoca Brands trifft traditionelles Bankwesen auf Telekommunikation und die Web3-Welt. Das ist kein Zufall, sondern Kalkül — denn regulierte Stablecoins brauchen Vertrauen, Infrastruktur und Vertriebskanäle. Dass HSBC als zweiter Lizenzträger seinen eigenen Stablecoin vorbereitet, zeigt: Hongkong setzt gezielt auf Wettbewerb zwischen beaufsichtigten Anbietern, nicht auf ein staatliches Monopol.
Warum ein „regulierter" Stablecoin etwas anderes ist als ein gewöhnlicher
Wer von Krypto-Token gehört hat, denkt oft an volatile Kurse. Ein Stablecoin — eine digitale Währungseinheit, die dauerhaft an einen festen Wert gekoppelt ist — löst dieses Problem konstruktiv: Der Name HKDAP steht für Hong Kong Dollar At Par, also „zum Nennwert". Das Ziel ist, dass ein Token stets genau einem Hongkong-Dollar entspricht.
HKDAP ist dabei fiat-besichert — das heißt, hinter jedem ausgegebenen Token sollen echte Hongkong-Dollar als Deckung liegen, ähnlich wie früher Papiergeld durch Goldreserven gedeckt war. Das unterscheidet ihn von algorithmischen Stablecoins, die ohne solche Reserven auskommen wollten und damit in der Vergangenheit spektakulär gescheitert sind.
Der entscheidende Zusatz bei HKDAP: Die Ausgabe ist seit August 2025 durch die Hongkonger Zentralbank, die Hong Kong Monetary Authority (HKMA), lizenzpflichtig. Anchorpoint gehört zu den ersten Unternehmen überhaupt, die eine solche Lizenz erhalten haben.
Häufige Fragen
Wer darf HKDAP in der Betaphase eigentlich nutzen?
In der aktuellen Betaphase richtet sich HKDAP ausschließlich an institutionelle und professionelle Investoren. Privatanleger — also normale Sparer oder Kleinanleger — sind vorerst nicht zugelassen. Der Zugang läuft über die autorisierten Distributoren HashKey Exchange und OSL Group, über die berechtigte Nutzer HKDAP minten — also neu ausgeben — und einlösen können. Ein breiterer Zugang für Endverbraucher ist laut CoinDesk erst für Ende 2026 geplant.
Was bedeutet „fiat-gedeckt" bei einem Stablecoin?
Ein fiat-besicherter Stablecoin hält seinen Wert, weil hinter jedem ausgegebenen Token eine entsprechende Menge echtes Geld — in diesem Fall Hongkong-Dollar — als Reserve hinterlegt ist. Das Prinzip ähnelt einer Garderobe: Wer einen Token abgibt, bekommt den hinterlegten Betrag zurück. HKDAP funktioniert nach diesem Modell, nicht über Algorithmen oder andere Kryptowährungen als Sicherheit.