Glossar
Stableswap (StableAMM)
Aktualisiert 12. Juni 2026
Stableswap (StableAMM) ist ein automatisiertes Market-Maker-Protokoll, das speziell für den effizienten Tausch von preislich eng gekoppelten Assets – insbesondere Stablecoins – entwickelt wurde und dabei deutlich geringeren Slippage erzeugt als klassische AMM-Modelle.
Mathematisches Fundament
Das Modell wurde von Michael Egorov in seinem StableSwap-Whitepaper beschrieben und liegt dem Protokoll Curve Finance zugrunde. Die Kernidee ist eine hybride Invariante: Bei ausgeglichenen Pools dominiert die Summen-Invariante (x + y = k), die eine nahezu flache Preiskurve mit minimalem Slippage erzeugt. Gerät der Pool aus dem Gleichgewicht – etwa weil ein Asset stark abgezogen wird – übernimmt die Produkt-Invariante (x · y = k, wie bei Uniswap v2) die Kontrolle und verteuert weitere Swaps progressiv. Dieser Übergang schützt den Pool vor vollständiger Austrocknung.
Der Amplifikationsparameter χ (Chi) steuert die Balance zwischen beiden Kurven: Ein hoher χ-Wert hält die Preiskurve länger flach und senkt den Slippage im Gleichgewichtsbereich. Ein niedriger χ-Wert nähert das Verhalten der reinen Produktkurve an. Laut Whitepaper liegt der typische Slippage dabei rund 100-mal niedriger als bei einem vergleichbaren x·y=k-AMM.
Mehr als drei Assets – die n-dimensionale Erweiterung
Ein praktischer Vorteil des Modells ist seine Skalierbarkeit: Die Invariante lässt sich auf beliebig viele Assets erweitern (x · y · z = k für drei Assets). Pools können so gleichzeitig mehrere Stablecoins wie USDC, DAI und USDT halten. Durch die Diversifikation auf mehrere pegged Assets bleibt der Pool strukturell ausgeglichener, weil Abflüsse eines einzelnen Tokens leichter durch die anderen kompensiert werden.
Das Prinzip ist nicht auf Stablecoins beschränkt: Auch Liquid-Staking-Token wie stkBNB oder BNBx – deren Kurse sich eng an den jeweiligen Basiswert anlehnen – profitieren vom selben Mechanismus, da ihre enge Preisnähe die Voraussetzung für eine flache Kurve erfüllt.
Abgrenzung zum klassischen AMM
Ein Standard-AMM nach dem x·y=k-Prinzip behandelt alle Asset-Paare identisch und ist für Stablecoins ineffizient: Schon geringe Volumina verursachen spürbaren Slippage, weil die Kurve permanent gekrümmt ist. Stableswap reserviert die Krümmung bewusst für Extremzustände des Pools und arbeitet im Normalbereich praktisch linear. Für Liquidity Provider bedeutet das umgekehrt: Der impermanente Verlust ist bei eng gepeggten Assets strukturell geringer als bei volatilen Paaren – aber nicht null, sobald ein Peg bricht.