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Glossar

Snapshot

Aktualisiert 12. Juni 2026

Snapshot bezeichnet die vollständige Aufzeichnung des Blockchain-Zustands zu einem exakt definierten Zeitpunkt, der durch eine bestimmte Block Height festgelegt wird. Alle Wallet-Adressen, Guthaben und relevanten Metadaten werden in diesem Moment unveränderlich festgehalten.

Wie ein Snapshot technisch funktioniert

Die Block Height fungiert dabei als präziser Zeitstempel: Nicht eine Uhrzeit, sondern ein konkreter Block in der Kette bestimmt, welche Wallets zum Stichtag welche Bestände halten. Weil die Blockchain unveränderlich ist, lässt sich dieser Datensatz im Nachhinein weder manipulieren noch rückwirkend anpassen. Genau diese Eigenschaft macht Snapshots zur manipulationssicheren Grundlage für Verteilungsmechanismen, die auf einen fairen, nachprüfbaren Stichtag angewiesen sind.

Typische Anwendungsfälle

Hard Forks: Beim Fork von Bitcoin Cash aus der Bitcoin-Blockchain wurde per Snapshot festgestellt, welche Wallets zum Trennungszeitpunkt Bitcoin hielten. Jeder betroffene Wallet-Inhaber erhielt daraufhin einen entsprechenden Betrag der neuen Chain gutgeschrieben – proportional zum festgehaltenen Bestand. Der Snapshot fungierte hier als einzige verbindliche Verteilungsgrundlage.

Airdrops und Token-Rewards: Im NFT- und Gaming-Bereich identifizieren Projekte über Snapshots, wer zu einem Stichtag bestimmte Assets hält, um Belohnungen oder neue Token gezielt an diese Adressen auszuschütten. Wer seine Token zwischen Ankündigung und tatsächlichem Snapshot verschiebt oder verkauft, verliert den Anspruch.

DAO-Governance: Dezentrale autonome Organisationen verwenden Snapshots, um Stimmrechte für Governance-Abstimmungen zu vergeben. Die Anzahl der Governance Token, die eine Adresse zum Snapshot-Zeitpunkt hält, bestimmt das Stimmgewicht. So wird verhindert, dass Token kurzfristig für eine Abstimmung erworben und danach wieder abgegeben werden.

Praktische Relevanz für Nutzer

Wer an einem Airdrop oder einer Fork-Verteilung partizipieren möchte, muss die relevanten Token zwingend vor dem angekündigten Snapshot-Block in einer Wallet halten, über deren Private Keys er selbst verfügt. Token auf einer Plattform, die den Snapshot nicht unterstützt, werden in der Regel nicht berücksichtigt. Entscheidend ist also nicht nur der Besitz, sondern die tatsächliche Kontrolle über die Wallet zum festgelegten Zeitpunkt.

Snapshots sind kein exklusives Blockchain-Konzept – in der IT-Welt bezeichnet der Begriff allgemein die Zustandssicherung von Systemen oder Datenbanken. Im Krypto-Kontext hat der Begriff jedoch eine eigenständige, anreizmechanisch bedeutsame Funktion.

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