KryptoRatgeber

Glossar

Public Sale

Aktualisiert 12. Juni 2026

Public Sale ist die öffentliche Verkaufsphase eines Token-Projekts, in der neue Token ohne Zugangsbeschränkungen an alle interessierten Teilnehmer ausgegeben werden – typischerweise als abschließende Finanzierungsrunde innerhalb eines Initial Coin Offering (ICO).

Einordnung in den ICO-Prozess

Der Public Sale steht am Ende einer gestaffelten Verkaufsstruktur. Ihr gehen in der Regel ein Private Sale und ein Presale voraus, bei denen ausgewählte Investoren – meist institutionelle Teilnehmer oder frühe Unterstützer – Token zu reduzierten Preisen erwerben konnten. Der Public Sale öffnet diese Möglichkeit für die breite Öffentlichkeit: Es gibt keine Mindestinvestment-Schwellen, keine Whitelisting-Pflicht und keine Zugangskriterien. Damit dient die Phase explizit der breiten Streuung der Token-Bestände, was für die spätere Dezentralisierung des Projekts relevant ist.

Der Ausgabepreis liegt im Public Sale üblicherweise höher als in den Vorrunden. Das ist strukturell bedingt: Frühe Investoren tragen ein größeres Risiko, da das Projekt noch weniger ausgereift ist, und werden dafür durch niedrigere Einstiegspreise kompensiert. Bis zum Public Sale hat das Projekt bereits eine Entwicklungsphase und erste Vertrauensbildung hinter sich – das reduzierte Risiko schlägt sich im Preis nieder.

Ablauf und technische Rahmenbedingungen

Public Sales werden häufig über spezialisierte Token-Launch-Plattformen (sogenannte Launchpads) abgewickelt. Die Verkaufsphase ist in der Regel zeitlich begrenzt und an zwei Kapitalziele geknüpft:

  • Soft Cap: Das Mindestkapital, das das Projekt benötigt, um weiterzumachen. Wird er nicht erreicht, erhalten Käufer ihre Mittel zurück.
  • Hard Cap: Die Obergrenze des einzusammelnden Kapitals. Ist er erreicht, endet der Sale vorzeitig.

Nach Abschluss des Public Sale folgt üblicherweise das Listing der Token an Kryptobörsen. Erst dann entsteht ein offener Sekundärmarkt, auf dem Token gehandelt werden können. Für Käufer bedeutet das: Bis zum Listing sind ihre Token illiquide.

Risiken und kritische Einordnung

Der Public Sale ist kein risikofreies Instrument. Projekte, die ihre Soft-Cap-Ziele verfehlen, können scheitern. Nach dem Börsen-Listing kommt es häufig zu erheblichen Preisschwankungen, da frühe Investoren aus den Vorrunden ihre Token – teils mit erheblichem Buchgewinn – auf den Markt bringen. Interessenkonflikte zwischen Frühinvestoren und Public-Sale-Teilnehmern sind strukturell angelegt und sollten bei der Analyse eines jeden Projekts bedacht werden.

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