Glossar
Proof of Space
Aktualisiert 12. Juni 2026
Proof of Space ist ein Konsensmechanismus, bei dem Netzwerkteilnehmer nicht Rechenleistung, sondern belegten Festplattenspeicher als knappe Ressource einsetzen, um das Recht zur Blockerzeugung nachzuweisen. Das Konzept wurde 2013 unabhängig voneinander von Dziembowski et al. sowie Ateniese et al. formal definiert und gilt als direktes Gegenstück zu Proof of Work.
Funktionsweise
Das Protokoll läuft in zwei Phasen ab. In der Initialisierungsphase füllt ein Teilnehmer – oft als Farmer bezeichnet – seinen zugewiesenen Speicherbereich mit vorberechneten kryptografischen Daten, den sogenannten Plot-Dateien. In der Ausführungsphase stellt das Netzwerk eine Herausforderung (Challenge); der Farmer durchsucht seine Plot-Dateien nach einer passenden Antwort und reicht den Beweis ein. Je mehr Speicherplatz reserviert ist, desto wahrscheinlicher ist ein Treffer – analog zur Hashrate beim Proof of Work.
Entscheidend ist dabei die Abgrenzung zu speicherintensiven Hashfunktionen: Der Engpass liegt nicht in der Anzahl der Speicherzugriffe, sondern in der schieren Menge des dauerhaft belegten Speichers. Das macht kurzfristiges „Aufblähen" der Kapazität für einen einzelnen Validierungsvorgang wirtschaftlich unattraktiv.
Proof of Space and Time
In der Praxis wird Proof of Space häufig mit einem Proof of Time kombiniert, um sogenannte Grinding-Angriffe zu erschweren. Dabei verhindert eine sequenzielle, zeitgebundene Berechnung, dass ein Angreifer durch schnelles Neuberechnen von Plots Einfluss auf die Chain-Auswahl gewinnt. Der zusammengesetzte Begriff Proof of Space and Time – sowie der weitgehend synonym verwendete Begriff Proof of Capacity – bezeichnet dieses kombinierte Verfahren.
Das bekannteste produktive Beispiel ist das Chia Network. Dort entspricht eine Standard-Plot-Datei (k32) etwa 100 GB belegtem Speicher. Der eigentliche Beweis besteht aus 64 x-Werten mit je k Bit Länge – für k32 sind das insgesamt 256 Byte. Diese kompakte Struktur erlaubt eine sehr schnelle Verifikation durch andere Netzwerkknoten, ohne dass diese selbst große Speichermengen vorhalten müssen.
Einordnung
Gegenüber Proof of Work verspricht Proof of Space einen geringeren Energieverbrauch, da Festplatten im Ruhezustand kaum Strom ziehen. Im Vergleich zu Proof of Stake wird nicht finanzielles Kapital, sondern physische Infrastruktur als Sicherheitsanker genutzt. Kritiker merken an, dass ein dominanter Angriff dennoch möglich bleibt, wenn ein einzelner Akteur genügend Speicherkapazität konzentriert – das Sicherheitsmodell ist damit dem 51-%-Angriff beim Proof of Work strukturell verwandt.