Glossar
Pool-Gebuehr (Pool Fee Tier)
Aktualisiert 12. Juni 2026
Pool-Gebuehr (Pool Fee Tier) ist der prozentuale Gebührensatz, den ein dezentraler Liquiditätspool bei jedem Tauschvorgang erhebt und anteilig an die Liquiditätsanbieter ausschüttet. Sie stellt das wirtschaftliche Hauptanreizinstrument dar, das Kapitalbereitsteller dafür entschädigt, dass sie ihre Mittel einem Liquiditätspool zur Verfügung stellen und damit das Marktrisiko – insbesondere den sogenannten Impermanent Loss – tragen.
Entwicklung: Von einheitlichen zu gestaffelten Sätzen
Frühe dezentrale Börsen arbeiteten mit einem starren Einheitssatz. Uniswap v2 etwa berechnete pauschal 0,30 % auf jeden Swap, die automatisch den Poolreserven gutgeschrieben wurden und so den Anteil aller Liquiditätsgeber kontinuierlich erhöhten. Mit Uniswap v3 wurde dieses Modell grundlegend erweitert: Liquiditätsgeber wählen beim Eröffnen einer Position seither aus mehreren Fee-Tiers – etwa 0,01 %, 0,05 %, 0,30 % oder 1,00 %. Ein entscheidender technischer Unterschied besteht darin, dass diese Gebühren in v3 und v4 nicht automatisch reinvestiert werden, sondern als separate, manuell einlösbare Guthaben je Position akkumulieren.
Welcher Fee-Tier passt zu welchem Handelspaar?
Die Wahl des richtigen Fee-Tiers folgt einer klaren Logik: Sehr niedrige Sätze eignen sich für stabile Paare mit engem Preisband. Ein USDC/USDT-Pool auf Curve etwa arbeitet typischerweise mit rund 0,04 %, weil die Preisabweichung zwischen beiden Stablecoins minimal ist und Arbitrageure sowie Großhändler extrem preissensibel reagieren. Höhere Gebühren – 0,30 % bis 1,00 % – sind für volatile Paare sinnvoll, bei denen Liquiditätsanbieter ein größeres Kursrisiko eingehen und dieses durch höhere Einnahmen je ausgeführtem Trade kompensieren müssen.
Das Zusammenspiel von Gebührenhöhe und Handelsvolumen ist dabei kein Nullsummenspiel: Ein niedrigerer Satz zieht mehr Volumen an, weil Aggregatoren und Trader den günstigsten Ausführungspfad bevorzugen. Ein höherer Satz generiert bei vergleichbarem Volumen mehr Einnahmen pro Trade, kann aber Liquidität an günstigere Konkurrenzpools verlieren. Liquiditätsgeber, die mehrere Fee-Tiers für dasselbe Paar zur Auswahl haben, müssen daher das Volumenprofil des jeweiligen Paares kennen, bevor sie sich positionieren.
Uniswap v4 treibt diese Flexibilität weiter: Über einen Hook-Parameter im Pool-Key lassen sich dynamische Gebührensätze definieren, die sich etwa nach Marktvolatilität oder Tageszeit anpassen können – ein Mechanismus, der die Grenze zwischen statischen Tiers und algorithmischer Preisgestaltung zunehmend aufweicht.