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Glossar

Multi-Hop-Swap

Aktualisiert 12. Juni 2026

Multi-Hop-Swap ist ein Handelsmechanismus in dezentralen Börsen (DEX), bei dem ein Token-Tausch nicht direkt zwischen zwei Vermögenswerten stattfindet, sondern über eine Kette von Zwischenpools geroutet wird – jeder Pool ist dabei ein „Hop" (Sprung) auf dem Handelspfad.

Warum mehrere Hops?

Nicht für jedes Token-Paar existiert ein eigener Liquiditätspool. Soll etwa DAI gegen CRV getauscht werden, ohne dass ein DAI/CRV-Pool verfügbar ist, löst ein Multi-Hop-Swap das Problem: Der Router leitet die Order zunächst durch den Pool DAI → WETH und anschließend durch den Pool WETH → CRV. Zwei Hops, ein einziger Auftrag, eine atomare On-Chain-Transaktion. Der Nutzer muss die Zwischenschritte weder manuell anstoßen noch zwischenzeitlich WETH halten – der Smart Contract übernimmt das vollständig.

Multi-Hop-Swaps können gegenüber einem erzwungenen Direktswap in einem illiquiden Pool sogar günstigere Ausführungspreise liefern, weil sie Liquidität aus mehreren tiefen, spezialisierten Pools kombinieren, statt auf eine dünne direkte Handelspaarung angewiesen zu sein.

Technische Umsetzung

Der Handelspfad wird als ABI-kodierte Byte-Sequenz an den Router übergeben. Diese Sequenz enthält abwechselnd Token-Adressen und Pool-Parameter (z. B. Fee-Tier oder Tick-Spacing), sodass der Router die beteiligten Pools eindeutig ableiten kann, ohne dass sie explizit angegeben werden müssen.

Protokolle wie Uniswap v3 und v4 unterscheiden zwei Varianten:

  • Exact Input: Der Eingangsbetrag ist fest, der erhaltene Ausgangsbetrag variabel. Der Pfad wird in Handelsrichtung kodiert.
  • Exact Output: Der Ausgangsbetrag ist fest, der notwendige Eingangsbetrag variabel. Hier wird der Pfad rückwärts kodiert, weil der Router die Berechnung vom Ziel-Token aus rückwärts durch die Pools führt.

Abgrenzung

Der Begriff „Multi-Hop" taucht auch im Lightning Network (Bitcoin) auf, wo Zahlungen über mehrere Routing-Knoten weitergeleitet werden. Der Mechanismus ähnelt sich konzeptuell, unterscheidet sich aber grundlegend: Dort handelt es sich um Payment-Channel-Routing, nicht um AMM-Liquiditätspools. Im DeFi-Kontext ist Multi-Hop-Swap ausschließlich auf AMM-Protokolle bezogen.

Eine wichtige praktische Konsequenz: Jeder zusätzliche Hop verursacht zusätzliche Gas-Kosten, da mehr Pools und damit mehr Contract-Interaktionen an der Transaktion beteiligt sind. Der Preisvorteil durch tiefere Liquidität muss diesen Mehraufwand überwiegen, damit sich der Umweg lohnt – eine Abwägung, die moderne Router-Algorithmen automatisch vornehmen.

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