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Glossar

Money Flow Index (MFI)

Aktualisiert 12. Juni 2026

Money Flow Index (MFI) ist ein technischer Oszillator, der Kursbewegungen und Handelsvolumen kombiniert, um die Stärke des Kapitalzuflusses oder -abflusses in einen Vermögenswert zu messen – entwickelt Ende der 1980er-Jahre von Gene Quong und Avrum Soudack.

Berechnung und Funktionsweise

Grundlage der Berechnung ist der sogenannte Typical Price: der Durchschnitt aus Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs ((Hoch + Tief + Schlusskurs) / 3). Multipliziert mit dem Handelsvolumen dieser Periode ergibt sich der Raw Money Flow. Liegt der Typical Price einer Periode über dem der vorherigen, wird der Wert als positiver Geldfluss gewertet; liegt er darunter, als negativer. Das Verhältnis beider Summen über einen gewählten Zeitraum – üblicherweise 14 Perioden – ergibt schließlich den MFI-Wert auf einer Skala von 0 bis 100.

Werte oberhalb von 80 gelten als Hinweis auf eine möglicherweise überkaufte Marktlage, Werte unterhalb von 20 (je nach Plattform auch 10) als Hinweis auf eine möglicherweise überverkaufte. Die genauen Schwellenwerte variieren je nach Analysewerkzeug leicht (80/20 oder 90/10).

Abgrenzung zum RSI und praktische Einordnung

Der MFI gilt als volumengewichtete Variante des Relative Strength Index (RSI): Während der RSI ausschließlich Preisveränderungen auswertet, bezieht der MFI das Handelsvolumen explizit ein. Das ermöglicht eine zusätzliche Aussage darüber, wie viel Überzeugungsstärke hinter einer Bewegung steht. Steigt ein Kurs bei stark zunehmendem Volumen, erhöht sich auch der MFI deutlicher als bei dünnem Umsatz – ein Unterschied, der bei reinen Preisoszillatoren unsichtbar bleibt.

Besondere Aufmerksamkeit erhalten in der technischen Analyse sogenannte Divergenzen: Bildet ein Kurs ein neues Hoch, während der MFI gleichzeitig ein niedrigeres Hoch markiert, spricht man von einer bärischen Divergenz – und umgekehrt. Solche Konstellationen werden in der Chartanalyse als mögliche Hinweise auf nachlassende Trendstärke interpretiert.

Wichtiger Hinweis: Der MFI ist ein Hilfsmittel zur Marktbeschreibung, kein Handelssignal. Wie alle technischen Indikatoren kann er falsche Signale liefern, in Trendphasen dauerhaft im Extrembereich verbleiben und in ungewöhnlichen Marktphasen – wie bei illiquiden Kryptomärkten – systematisch versagen. Die hier dargestellten Muster ersetzen keine eigenständige Analyse und stellen keine Anlageberatung dar.

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