Glossar
Mining Pool
Aktualisiert 12. Juni 2026
Mining Pool ist ein Zusammenschluss mehrerer Miner, die ihre Rechenleistung (Hashrate) bündeln, um gemeinsam kryptografische Rechenaufgaben im Proof-of-Work-Verfahren zu lösen und die Blockbelohnung anteilig untereinander aufzuteilen.
Warum Mining Pools entstanden
Mit wachsender Netzwerkgröße steigt die Mining-Difficulty kontinuierlich an. Für einen Solo-Miner mit begrenzter Hardware bedeutet das: Die statistische Wartezeit auf eine Blockbelohnung kann sich auf Jahre oder Jahrzehnte erstrecken. Mining Pools lösen dieses Problem durch Kooperation. Statt gegeneinander zu konkurrieren, arbeiten die Teilnehmer gemeinsam auf eine Lösung hin – die Wahrscheinlichkeit eines Treffers wächst proportional zur gebündelten Hashrate. Die Belohnung wird anschließend nach dem individuellen Beitrag verteilt, der Pool-Betreiber behält eine Servicegebühr von typischerweise 1–3 %.
Das Share-System und Auszahlungsmodelle
Die Grundlage der Vergütung ist das sogenannte Share-System: Jeder Miner reicht laufend gültige Teil-Lösungen (Partial Proof-of-Work) ein, die als Shares gezählt werden. Sie belegen die geleistete Arbeit, ohne selbst einen vollständigen Block zu lösen. Auf dieser Basis berechnen Pools die Auszahlung nach unterschiedlichen Modellen:
- PPS (Pay Per Share): Jeder Share wird sofort zu einem festen Satz vergütet. Das Risiko trägt der Pool-Betreiber; Miner erhalten planbare Einnahmen.
- PPLNS (Pay Per Last N Shares): Vergütet werden nur Shares innerhalb eines gleitenden Fensters der zuletzt eingereichten Arbeitseinheiten. Ertragsschwankungen sind höher, aber das Modell belohnt loyale, kontinuierliche Mitarbeit.
- FPPS (Full Pay Per Share): Erweiterung von PPS, die zusätzlich Transaktionsgebühren aus dem Block einschließt.
Zentralisierungsrisiko
Mining Pools sind für das Netzwerk praktisch unerlässlich, bringen aber ein strukturelles Risiko mit sich: Wenn ein einzelner Pool mehr als 50 % der globalen Hashrate auf sich vereint, entsteht theoretisch die Möglichkeit einer 51-%-Attacke, bei der die Kontrolle über die Transaktionshistorie manipuliert werden könnte. In der Praxis verteilen sich große Pools zwar auf viele unabhängige Miner, dennoch bleibt die Konzentration von Hashrate ein dauerhaft diskutiertes Thema in der Blockchain-Forschung. Dezentralisierungsbestrebungen wie das Stratum-v2-Protokoll sollen Minern künftig mehr Autonomie bei der Blockzusammenstellung zurückgeben.
Mining Pools sind nicht zu verwechseln mit Cloud Mining, bei dem Rechenkapazität gemietet statt selbst betrieben wird.