Glossar
Metadata (Metadaten)
Aktualisiert 12. Juni 2026
Metadata (Metadaten) sind strukturierte Daten, die beschreibende Informationen zu einem anderen Datenobjekt liefern – ohne dessen eigentlichen Inhalt zu sein. Der Begriff setzt sich aus dem griechischen „meta" (für „über" oder „hinter") und „Daten" zusammen: Metadaten sind demnach Daten über Daten.
Grundprinzip und Funktion
Ein alltägliches Beispiel: Die Audiodatei eines Songs ist der eigentliche Inhalt – Interpret, Albumtitel und Erscheinungsjahr sind die dazugehörigen Metadaten. Im Blockchain-Kontext funktioniert das Prinzip identisch. Eine Transaktion enthält als Kerndaten die übertragene Menge und die beteiligten Adressen; optionale Zusatzfelder – etwa Zeitstempel, Versionsnummern oder angehängte Notizen – zählen zu den Metadaten.
Metadaten bei NFTs
Besonders relevant sind Metadaten im NFT-Bereich. Ein NFT nach dem Standard ERC-721 oder ERC-1155 verweist auf eine JSON-Datei, die typischerweise Name, Beschreibung, Bild-URL sowie individuelle Attribute (sogenannte Traits) enthält. Diese Datei ist nicht die Blockchain-Einheit selbst, sondern die strukturierte Zusatzinformation, die Marktplätze und Wallets einheitlich auslesen, um das NFT darzustellen und kategorisieren zu können.
Dabei ist die Speicherortwahl entscheidend:
- On-Chain-Metadaten sind direkt in der Blockchain verankert. Sie sind unveränderlich und dauerhaft verfügbar, verursachen aber durch den benötigten Speicherplatz höhere Transaktionskosten.
- Off-Chain-Metadaten liegen auf externen Speichersystemen – dezentral etwa über IPFS, zentralisiert auf klassischen Webservern. Diese Variante ist kostengünstiger, birgt jedoch Risiken: Fällt der externe Dienst aus oder wird die Datei gelöscht, verweist das NFT ins Leere – ein Szenario, das als „broken metadata" bekannt ist.
Bedeutung für Gaming und Metaverse
In blockchain-basierten Spielen und virtuellen Welten steuern Metadaten weit mehr als bloße Anzeigeinformationen. Spieleigenschaften, Seltenheitsstufen, Ausrüstungswerte und visuelle Darstellung eines digitalen Assets werden vollständig über die zugehörigen Metadaten definiert. Stimmen diese Daten nicht mit der tatsächlichen On-Chain-Logik überein oder sind sie nicht abrufbar, funktioniert das Asset im Spiel nicht korrekt. Die Qualität und dauerhafte Verfügbarkeit der Metadaten ist hier also unmittelbar spielrelevant.
Für Nutzer gilt: Wer NFTs oder Gaming-Assets erwirbt, sollte prüfen, wo und wie die zugehörigen Metadaten gespeichert sind – dieser technische Aspekt bestimmt maßgeblich die langfristige Nutzbarkeit des digitalen Objekts.