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Glossar

FRAX

Aktualisiert 12. Juni 2026

FRAX ist ein dezentraler Stablecoin, der 2020 von Sam Kazemian eingeführt wurde und als erster fraktional-algorithmischer Stablecoin gilt – ein Hybrid-Modell, das teilweise durch Krypto-Sicherheiten gedeckt ist und teilweise durch algorithmische Mechanismen im Gleichgewicht gehalten wird.

Das Zwei-Token-System

Das Frax Protocol basiert auf zwei Token mit klar getrennten Aufgaben. FRAX ist der eigentliche Stablecoin, dessen Wert an einen US-Dollar gebunden ist. Frax Shares (FXS) fungiert als Governance-Token: Inhaber können über Protokollanpassungen abstimmen und tragen gleichzeitig das wirtschaftliche Risiko des Systems. Dieses Konstrukt ist ein klassisches Dual-Token-Modell, bei dem ein stabiler Ausgabewert und ein volatiler Governancewert bewusst getrennt werden.

Dynamische Besicherungsquote

Das technische Kernmerkmal von FRAX ist die variable Collateral Ratio. Anders als vollständig besicherte Stablecoins – die jeden ausgegebenen Token durch einen gleichwertigen Gegenwert in Reserve halten – passt das Frax Protocol die Besicherungsquote laufend an die Marktbedingungen an:

  • Liegt der FRAX-Kurs über 1 USD, sinkt die Besicherungsquote um einen Schritt von 0,25 %. Das Protokoll vertraut dann stärker auf den algorithmischen Anteil.
  • Liegt der FRAX-Kurs unter 1 USD, steigt die Besicherungsquote um 0,25 %. Mehr reale Sicherheiten – typischerweise USDC – werden eingefordert, um den Peg zu stabilisieren.

Dieser Mechanismus erlaubt es dem Protokoll, die Kapitaleffizienz zu erhöhen, ohne den Anker zum US-Dollar vollständig aufzugeben. Ein Beispiel: Bei einer Besicherungsquote von 85 % sind 85 Cent jedes ausgegebenen FRAX durch USDC abgesichert; die verbleibenden 15 Cent entstehen algorithmisch über FXS.

Einordnung und Weiterentwicklung

FRAX nimmt eine Mittelstellung zwischen vollständig besicherten Stablecoins (wie USDC) und rein algorithmischen Modellen ein, die ausschließlich auf Marktanreizen beruhen. Das rein algorithmische Modell gilt nach dem Zusammenbruch vergleichbarer Projekte als besonders risikoreich – FRAX versucht, dieses Risiko durch einen variablen, aber stets vorhandenen Sicherheitenpuffer zu begrenzen.

Das Protokoll hat sich mit der Zeit zum breiteren Frax-Ökosystem weiterentwickelt. Mit frxETH etwa adressiert es den Bereich des Liquid Staking, womit es über seinen Ursprung als reiner Stablecoin-Mechanismus hinausgewachsen ist. Die Steuerung aller wesentlichen Protokollparameter liegt bei den FXS-Inhabern – einem typischen Merkmal dezentraler Governance Token-Strukturen.

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