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Glossar

CARF (Crypto-Asset Reporting Framework)

Aktualisiert 12. Juni 2026

CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) ist ein von der OECD in Zusammenarbeit mit der G20 entwickelter internationaler Standard zur automatischen Übermittlung steuerrelevanter Informationen über Krypto-Asset-Transaktionen zwischen nationalen Steuerbehörden.

Funktionsweise und Anwendungsbereich

Das Framework verpflichtet sogenannte Crypto-Asset Service Provider (CASPs) – also Kryptobörsen, Broker und Zahlungsdienstleister – dazu, Kundendaten und Transaktionsinformationen jährlich zu erheben und automatisch an die zuständigen Steuerbehörden zu melden. Konkret müssen CASPs sowohl Identifikationsdaten aus dem KYC-Prozess als auch Art und Volumen der getätigten Transaktionen erfassen. Die Steuerbehörden der teilnehmenden Staaten tauschen diese Daten anschließend grenzüberschreitend untereinander aus – analog zum bereits etablierten Common Reporting Standard (CRS) für klassische Bankkonten.

In den Geltungsbereich fallen Krypto-Assets, die zu Zahlungs- oder Investitionszwecken genutzt werden können: darunter Stablecoins, tokenisierte Wertpapiere und – einzelfallabhängig – bestimmte NFTs. Ausdrücklich ausgenommen sind staatlich emittierte digitale Zentralbankwährungen (CBDCs), da diese bereits über bestehende Meldepflichten des Finanzsystems erfasst werden.

Ein Beispiel zur Einordnung: Nutzt eine in Deutschland ansässige Person eine regulierte Kryptobörse in einem anderen CARF-Teilnehmerstaat, werden ihre Transaktionsdaten künftig automatisch an das deutsche Bundeszentralamt für Steuern weitergeleitet – ohne dass ein gesonderter Auskunftsersuchen erforderlich wäre.

Umsetzung in der EU und im DACH-Raum

In der Europäischen Union erfolgt die Implementierung von CARF über die DAC8-Richtlinie (Directive on Administrative Cooperation), die den Standard in harmonisiertes EU-Recht überführt. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz bedeutet dies, dass CASPs, die Nutzer mit Wohnsitz im DACH-Raum bedienen, denselben Meldepflichten unterliegen wie Banken unter dem CRS. Die DAC8 schließt damit eine bislang bestehende regulatorische Lücke: Während Zinseinkünfte auf Bankkonten seit Jahren gemeldet wurden, blieben Krypto-Transaktionen grenzüberschreitend weitgehend unsichtbar für Steuerbehörden.

Für Nutzer selbst entstehen durch CARF keine unmittelbaren neuen Pflichten – die Meldelast liegt ausschließlich bei den Dienstleistern. Indirekt erhöht das Framework jedoch den Druck, Gewinne aus Krypto-Transaktionen korrekt in der Steuererklärung anzugeben, da Behörden künftig über belastbarere Vergleichsdaten verfügen. Wallets in reiner Selbstverwahrung ohne CASP-Beteiligung fallen hingegen nicht in den direkten Meldepflichtenkreis des Frameworks.

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