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Glossar

AMM-Kurve

Aktualisiert 12. Juni 2026

AMM-Kurve ist die mathematische Funktion, die in einem automatisierten Market Maker (AMM) den Zusammenhang zwischen den Token-Reserven eines Liquiditätspools und dem daraus resultierenden Tauschpreis beschreibt.

Constant Product: die Grundform

Die bekannteste Ausprägung ist die Constant-Product-Formel x · y = k, die Uniswap in seiner ursprünglichen Form etabliert hat. Dabei stehen x und y für die Reserven zweier Token im Pool; k ist eine Konstante, die durch jede Transaktion unverändert bleibt. Grafisch ergibt sich eine Hyperbel: Kauft ein Nutzer Token A, sinkt dessen Reserve, die Reserve von Token B steigt entsprechend – und der Preis verschiebt sich entlang der Kurve. Weil die Hyperbel asymptotisch verläuft, kann keine Reserve auf null fallen; gleichzeitig bedeutet das, dass größere Transaktionen überproportional stark in den Preis eingreifen. Diesen Effekt bezeichnet man als Slippage: Je weiter sich eine Transaktion entlang der Kurve bewegt, desto ungünstiger wird der effektive Tauschkurs.

Varianten für unterschiedliche Anwendungsfälle

Die Form der AMM-Kurve ist kein einheitlicher Standard, sondern wird je nach Pooltyp angepasst:

  • Stableswap-Invariante (genutzt z. B. für Stablecoin-Pools): Diese Kurve ist im Bereich ähnlicher Asset-Preise nahezu flach und geht erst an den Extremen in eine hyperbelförmige Kurve über. Das reduziert Slippage beim Tausch von Vermögenswerten, die preislich eng beieinander liegen, erheblich.
  • Generalisierte Constant-Product-Kurve (Multi-Asset-Pools mit Gewichtungen): Hier werden mehr als zwei Token mit individuellen Gewichtungsfaktoren in die Formel einbezogen. Das erlaubt Pools mit asymmetrischen Anteilen – etwa 80 % Token A und 20 % Token B.

Die Wahl der Kurvenform entscheidet direkt darüber, wie konzentriert die bereitgestellte Liquidität ist und für welche Handelspaare ein Pool effizient arbeitet. Konzentrierte Liquidität, bei der Anbieter ihre Mittel nur innerhalb eines definierten Preisbandes einsetzen, lässt sich als weitere Verfeinerung verstehen: Die aktive Kurve wird auf einen Ausschnitt der Hyperbel beschränkt, was die Kapitaleffizienz erhöht, aber das Verwaltungsrisiko für Liquiditätsanbieter steigt.

Hinweis: Die AMM-Kurve ist ein strukturelles Designmerkmal von Protokollen – kein Handelssignal. Rückschlüsse auf zukünftige Preisentwicklungen sind daraus nicht ableitbar; wie bei jedem Modell kann das tatsächliche Marktverhalten von den theoretischen Annahmen abweichen.

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