News
Zcash plant NU7-Upgrade für November: Blockzeit soll auf 25 Sekunden sinken
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 18. September 2026

Wer mit Zcash (ZEC) bezahlt, wartet derzeit bis zu 75 Sekunden auf eine Transaktionsbestätigung — das könnte sich bald drastisch ändern. Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph vom 18. September 2026 planen die Zcash-Entwickler für den 5. November die Aktivierung des Protokoll-Updates NU7, das die Blockzeit auf 25 Sekunden senken und private Zahlungen damit bis zu dreimal schneller bestätigen soll. Die endgültige Entscheidung fällt jedoch erst am 20. Oktober.
Einstimmiges Entwickler-Votum, klare Abstimmung, straffer Zeitplan
Hinter dem Upgrade steckt eine breite Einigkeit: Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk einigten sich die fünf Kernentwicklerteams — Zcash Foundation, Project Tachyon, Valar, ZODL und Shielded Labs — einstimmig auf Inhalt und Zeitplan von NU7. Auch die Community zog mit: Rund 2,4 Millionen ZEC, was 66 % des abstimmungsberechtigten Pools entspricht, wurden in der Abstimmung eingesetzt. Dabei sprachen sich 98,9 % der Abstimmenden für den bestehenden Halving-Zeitplan aus.
Konkret enthält NU7 laut Cointelegraph zwei zentrale Änderungen an der Coin-Ausgabe: Die Blockbelohnung wird durch drei geteilt, gleichzeitig verlängert sich das Halving-Intervall — also der Zeitabstand zwischen Belohnungshalbierungen — von 1,68 Millionen auf 5,04 Millionen Blöcke. Unterm Strich bleibt die Gesamtmenge ausgegebener ZEC dadurch weitgehend gleich.
Neu ist außerdem der sogenannte Network Sustainability Mechanism (NSM): Rund 60 % der anfallenden Transaktionsgebühren werden vorübergehend dem Umlauf entzogen — nicht dauerhaft vernichtet, sondern erst ab Februar 2031 als zusätzliche Mining-Belohnungen zurückgeführt.
Der Zeitplan ist eng: Code-Fertigstellung bis 30. September, Testlauf im Testnetzwerk ab 6. Oktober, finale Entscheidung inklusive Aktivierungsblock am 20. Oktober.
Schneller bestätigt, aber kein Allheilmittel: Was NU7 wirklich verändert – und was nicht
Die wichtigste Verschiebung durch NU7 ist psychologischer Natur: 75 Sekunden fühlen sich an der Ladenkasse oder beim Online-Checkout wie eine Ewigkeit an — 25 Sekunden dagegen liegen im Bereich dessen, was die meisten Menschen als akzeptables Warten empfinden. Ob Zcash dadurch tatsächlich häufiger für alltägliche Zahlungen genutzt wird, hängt von weit mehr ab als der Blockzeit allein — etwa von der Verfügbarkeit kompatibler Wallets und der Akzeptanz durch Händler.
Technisch aufschlussreich ist die Lösung für den Zielkonflikt beim Halving: Wer die Blöcke dreimal so schnell produziert, erzeugt ohne Gegenmaßnahme auch dreimal so viele davon — und würde die Gesamt-Ausgabe an neuen ZEC massiv beschleunigen. Die Entwickler lösen das elegant: Die Belohnung pro Block wird durch drei geteilt, das Halving-Intervall wird entsprechend auf 5,04 Millionen Blöcke gestreckt. Das Ergebnis ist eine Emissionskurve, die rechnerisch nahezu identisch bleibt. Dass 98,9 Prozent der Abstimmenden diesen Kurs bestätigten, deutet auf einen stabilen Konsens innerhalb der Community hin.
Interessant ist auch der Network Sustainability Mechanism: Rund 60 Prozent der Transaktionsgebühren fließen temporär aus dem Umlauf und sollen ab Februar 2031 als zusätzliche Mining-Belohnungen zurückkehren. Das ist im Kern eine Art Rücklage für die Zeit nach der intensiven Coin-Ausgabe — kein dauerhaftes Verbrennen von Gebühren.
Für Nutzer in Deutschland ist schließlich relevant: Das Upgrade erfordert laut Entwicklern keine nennenswerten Änderungen an Standard-Wallets. Wer seinen eigenen Full Node betreibt — also eine vollständige Kopie der Blockchain selbst verwaltet — sollte die Ankündigungen der Entwicklerteams rund um den 20. Oktober genau im Blick behalten.
Wie Blockzeit und Halving bei Zcash zusammenspielen
Zcash ist eine Kryptowährung, die auf starken Datenschutz setzt: Transaktionen können vollständig verschlüsselt abgewickelt werden, sodass Betrag und Adressen für Außenstehende unsichtbar bleiben. Die Blockzeit — also der Abstand, in dem neue Transaktionen endgültig ins Netzwerk geschrieben werden — bestimmt dabei direkt, wie lange Nutzer auf eine Bestätigung warten müssen.
NU7 greift außerdem in den Ausgabemechanismus von ZEC ein. Wie bei Bitcoin gibt es bei Zcash ein Halving — eine regelmäßige Halbierung der Mining-Belohnung, die das Tempo der neuen Coin-Ausgabe bremst. Da kürzere Blockzeiten automatisch mehr Blöcke pro Jahr erzeugen, muss das Upgrade die Belohnung pro Block und das Halving-Intervall gleichzeitig anpassen — sonst würden deutlich mehr ZEC als geplant in Umlauf kommen. Genau das ist Teil dessen, worüber die Entwickler abgestimmt haben.
Häufige Fragen
Muss ich als Zcash-Nutzer meine Wallet aktualisieren?
Für die meisten Nutzerinnen und Nutzer ist kein Handlungsbedarf zu erwarten. Laut Entwickler Sean Bowe sind gewöhnliche Wallets von NU7 kaum betroffen, weil das Upgrade zwar das ältere Transaktionsformat (Version 4) abschaltet, aber kein neues Format einführt. Wer ein älteres Wallet nutzt, sollte dennoch prüfen, ob der Anbieter ein Update bereitstellt. Stärker betroffen sind technische Dienste wie Full Nodes, Indexer und Block Explorer.
Was ändert sich am Zcash-Angebot durch die Halving-Anpassung?
Wenig bis nichts an der Gesamtmenge. NU7 teilt die Blockbelohnung durch drei und verlängert gleichzeitig das Halving-Intervall von rund 1,68 Millionen auf 5,04 Millionen Blöcke – beides hebt sich rechnerisch auf, sodass die langfristige Gesamtausgabe von ZEC weitgehend unverändert bleibt. Getrennt davon leitet der neue Network Sustainability Mechanism etwa 60 % der Transaktionsgebühren vorübergehend um; diese fließen ab Februar 2031 als zusätzliche Mining-Belohnungen zurück.