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ZachXBT infiltrierte chinesisches Geldwäschenetzwerk, das über 1 Milliarde Dollar für Lazarus Group wusch

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 06. Oktober 2026

ZachXBT infiltrierte chinesisches Geldwäschenetzwerk, das über 1 Milliarde Dollar für Lazarus Group wusch

Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt hat der pseudonyme Blockchain-Ermittler ZachXBT am 5. Oktober 2026 auf der Plattform X enthüllt, wie er sich persönlich in ein chinesisches Kriminellennetzwerk einschleuste, das mehr als eine Milliarde US-Dollar aus gestohlenen Krypto-Geldern für die nordkoreanische Lazarus Group gewaschen haben soll. Dafür setzte er im März 2025 fast 350.000 Dollar eigenes Geld ein — als vermeintlicher Kunde getarnt. Für deutsche Krypto-Nutzer zeigt der Fall eindrücklich, wie staatlich unterstützte Hacker gestohlene Gelder über internationale Mittelsmänner in reguläre Finanzkreisläufe schleusen.

349.700 Dollar als Köder: So infiltrierte ZachXBT das Netzwerk von innen

Am 6. März 2025 überwies ZachXBT laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt 349.700 USDC — das sind an den US-Dollar gekoppelte digitale Münzen, sogenannte Stablecoins — an einen Netzwerk-Operator, der unter dem Alias „Jimmy Green" agierte. Er gab sich dabei als Kunde aus, der Gelder bewegen wollte. Um Vertrauen aufzubauen, akzeptierte er bewusst bei jeder Transaktion einen Verlust von fünf Prozent — eine kalkulierte Investition in seine Tarnung, kein Versehen.

Das Netzwerk wickelte den Umtausch gestohlener Krypto-Gelder hauptsächlich über sogenannten OTC-Handel ab — das ist ein direkter Tausch zwischen zwei Parteien, abseits regulierter Börsen und ohne die dort üblichen Identitätsprüfungen. Die Gelder stammten laut den Berichten aus mehreren großen Hacks, darunter dem Bybit-Einbruch, bei dem 1,5 Milliarden Dollar erbeutet wurden. Insgesamt soll das Netzwerk über verschiedene Exploits hinweg mehr als eine Milliarde Dollar für die Lazarus Group bewegt haben.

ZachXBT identifizierte dabei einen Adressen-Cluster mit über zwölf Millionen Dollar. Stablecoin-Anbieter Tether reagierte und fror 442.000 USDT — eine weitere Stablecoin-Variante — auf entsprechenden Adressen ein.

Ein Milliarden-Netzwerk, 442.000 Dollar eingefroren: Die Grenzen privater Krypto-Ermittlungen

Der Fall offenbart eine klare Arbeitsteilung im Verborgenen: Nordkoreanische Staatshacker stehlen Krypto-Milliarden, spezialisierte Netzwerke übernehmen anschließend das sogenannte Layering — die Verschleierung der Herkunft durch viele Zwischenschritte. Genau an dieser Nahtstelle setzte ZachXBT an.

Dass Tether auf seine Hinweise hin rund 442.000 USDT einfrieren konnte, klingt zunächst beeindruckend. Im Verhältnis zum identifizierten Cluster von über zwölf Millionen Dollar ist es jedoch ein kleiner Bruchteil — und am Gesamtvolumen von mehr als einer Milliarde Dollar gemessen fast symbolisch. Das zeigt die strukturelle Grenze solcher Ermittlungen: Ohne behördliche Koordination und internationale Rechtshilfe lassen sich Gelder zwar sichtbar machen, aber kaum vollständig stoppen. Eine Einzelperson mit investigativem Talent kann ein Netzwerk aufdecken — auflösen kann sie es nicht.

Für Nutzer in Deutschland ist der OTC-Aspekt besonders relevant. OTC-Handel — also der direkte Tausch von Kryptowährungen außerhalb regulierter Börsen — unterliegt hierzulande strengen AML-Anforderungen (Anti-Geldwäsche-Regeln). International existieren solche Schranken oft nicht, und genau diese Lücke nutzen Netzwerke wie das beschriebene systematisch aus.

Was der Fall ausdrücklich nicht belegt: dass Krypto als System grundsätzlich auf Kriminalität ausgelegt ist. Die öffentliche Nachverfolgbarkeit jeder Transaktion auf der Blockchain war hier paradoxerweise das schärfste Werkzeug gegen die Täter — ZachXBTs gesamte Methode basierte darauf, dass On-Chain-Spuren nicht verschwinden.

Lazarus Group, OTC-Handel und Geldwäsche — die Hintergründe kurz erklärt

Die Lazarus Group ist eine nordkoreanische Hackergruppe, die staatlichen Quellen zufolge direkt dem Geheimdienst des Landes untersteht. Ihr Ziel: Kryptowährungen stehlen, um Nordkoreas Staatshaushalt und sein Waffenprogramm zu finanzieren. Laut der Analyse-Firma Chainalysis erbeutete die Gruppe bis 2025 mindestens 6,75 Milliarden Dollar — über viele einzelne Angriffe hinweg.

Das gestohlene Geld lässt sich nicht einfach ausgeben. Es muss erst „gewaschen" werden — ein Prozess, bei dem die kriminelle Herkunft verschleiert wird. Dafür nutzen solche Netzwerke oft den sogenannten OTC-Handel (Over-the-Counter): Krypto wird direkt zwischen zwei Parteien getauscht, ohne regulierte Börse, ohne AML-Prüfung — also ohne die Kontrollen, die Geldwäsche eigentlich verhindern sollen.

Stablecoins wie USDC oder USDT — digitale Münzen, die an den US-Dollar gekoppelt sind — spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie schnelle, grenzüberschreitende Transfers ermöglichen.

Häufige Fragen

Warum hat ZachXBT echtes Geld riskiert, statt anonym zu recherchieren?

Undercover-Recherchen in kriminellen Netzwerken erfordern Vertrauen — und Vertrauen entsteht durch echte Transaktionen. ZachXBT musste als glaubwürdiger Kunde auftreten und nahm dabei bewusst einen Verlust von fünf Prozent pro Order in Kauf. Nur so konnte er die internen Abläufe des Netzwerks dokumentieren, ohne Verdacht zu erregen. Rein anonyme On-Chain-Analyse hätte diese Insider-Einblicke nicht geliefert.

Was bedeutet es, wenn Tether Gelder „einfriert"?

Tether ist der Herausgeber des Stablecoins USDT — einer digitalen Währung, deren Wert an den US-Dollar gekoppelt ist. Als zentraler Betreiber kann Tether einzelne Wallet-Adressen auf eine Sperrliste setzen, sodass die betroffenen Gelder nicht mehr bewegt werden können. Dieses Instrument wird im Rahmen von AML-Maßnahmen — also der Bekämpfung von Geldwäsche — eingesetzt und unterscheidet Stablecoins grundlegend von dezentralen Kryptowährungen wie Bitcoin.

Quellen