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OCC erteilt Trump-naher World Liberty Trust Company bedingte Banklizenz für USD1-Stablecoin

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 15. August 2026

OCC erteilt Trump-naher World Liberty Trust Company bedingte Banklizenz für USD1-Stablecoin

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Decrypt hat die US-Bundesbehörde für das Bankwesen, das Office of the Comptroller of the Currency (OCC), der World Liberty Trust Company — einem Unternehmen aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump — eine vorläufige, bedingte Zulassung als nationale Trust-Bank erteilt. Die Gesellschaft soll künftig die Ausgabe und Einlösung des Stablecoins USD1 eigenständig abwickeln. Für europäische Beobachter ist der Fall aufschlussreich: Er zeigt erstmals, unter welchen Bedingungen ein Krypto-Projekt in den USA eine Bundesbanklizenz für einen Stablecoin erhalten kann.

Eine Trust-Bank ohne Einlagen: Was die OCC-Zulassung konkret erlaubt und was nicht

Die Zulassung betrifft die in Bay Harbor Islands, Florida ansässige World Liberty Trust Company, National Association — und sie ist in mehrfacher Hinsicht bewusst begrenzt gehalten. Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Decrypt wird das Institut keine Kundeneinlagen annehmen, keine staatliche Einlagensicherung (FDIC) tragen und keinen Zugang zum Zentralbankverrechnungssystem der US-Notenbank beantragen. Es fällt damit nicht unter die klassische Bankdefinition des amerikanischen Bankenrechts.

Die Genehmigung ist an klare Bedingungen geknüpft: Laut Decrypt muss die Gesellschaft einen Mindestkapitalbedarf von 20 Millionen US-Dollar erfüllen und die Vorgaben des GENIUS Act einhalten — eines neuen US-Gesetzes, das speziell den Betrieb von Stablecoins (digitale Münzen mit festem Kursbezug, meist zum US-Dollar) reguliert. Für die Eröffnung des Betriebs bleiben 18 Monate Zeit.

Als Aufgabe ist der Trust-Bank die Ausgabe und Einlösung des USD1 zugedacht — eine Rolle, die derzeit noch BitGo Bank & Trust als exklusiver Emittent und Verwahrstelle innehat. Diese Aufgabe würde erst nach endgültiger Lizenzerteilung übergehen. Im OCC-Schreiben wird Zachary Witkoff als Mitgründer, Direktor und Präsident aufgeführt; Eric Trump unterzeichnete laut Decrypt sogenannte Passivity Commitments für eine beteiligte Investoreneinheit.

Eine Banklizenz mit Sternchenvermerken — was die Genehmigung wirklich bedeutet

Das Entscheidende ist, was diese Zulassung ausdrücklich nicht ist: keine vollwertige Geschäftsbank, keine Einlagensicherung, kein Zugang zum Zentralbank-System der Federal Reserve. Die World Liberty Trust Company wird eine sehr eng definierte Trust-Bank — vergleichbar mit einem spezialisierten Treuhänder, der ausschließlich die technische Abwicklung eines Stablecoins übernimmt. Wer USD1 hält, genießt damit keinen staatlichen Schutz für seine Einlagen, wie ihn deutsche Sparer von der gesetzlichen Einlagensicherung kennen.

Hinzu kommt: Die Genehmigung ist erst „preliminary conditional" — also vorläufig und an Bedingungen geknüpft. Die 20-Millionen-Dollar-Eigenkapitalpflicht muss erst aufgebracht, der GENIUS Act — das neue US-Bundesgesetz für Stablecoin-Emittenten — muss eingehalten werden, und die Bank muss innerhalb von 18 Monaten tatsächlich eröffnen. Erst dann wäre die Zulassung vollständig.

Für die breitere Debatte ist ein anderer Aspekt mindestens genauso interessant: Das OCC hat die massiven Einwände zu Interessenkonflikten — Stichwort Präsidentenfamilie, emiratische Investoren, Verfassungsfragen rund um persönliche Bereicherung im Amt — nicht inhaltlich widerlegt, sondern schlicht für außerhalb seiner Zuständigkeit erklärt. Das ist keine Entwarnung; es ist eine Zuständigkeitsabgrenzung.

Für europäische Nutzer liefert der Fall dennoch einen konkreten Orientierungspunkt: In den USA zeichnet sich ab, dass Stablecoin-Emittenten künftig als regulierte Trust-Banken mit Mindestkapital und gesetzlicher Compliance-Pflicht aufgestellt sein müssen — ein Ansatz, der dem europäischen MiCA-Rahmen in Grundzügen ähnelt, aber deutlich enger zugeschnitten ist.

Was Trust-Banken mit Stablecoins zu tun haben

Ein Stablecoin — eine Kryptowährung, die ihren Wert an eine stabile Referenzgröße wie den US-Dollar koppelt — braucht jemanden, der die dahinterliegenden Dollars sicher verwahrt und neue Token ausgibt oder einlöst. Diese Rolle nennt sich Emittent und Verwahrstelle. Laut CoinDesk und Decrypt hatte beim USD1 (World Liberty Financial) bislang BitGo Bank & Trust diese Aufgabe als exklusiver Partner inne.

Eine nationale Trust-Bank darf in den USA genau solche Verwahrungs- und Treuhandaufgaben übernehmen — ohne dabei Kundeneinlagen entgegenzunehmen oder unter die staatliche Einlagensicherung (FDIC) zu fallen. Sie ist damit schmaler aufgestellt als eine klassische Geschäftsbank, aber regulatorisch klar beaufsichtigt.

Hinzu kommt der GENIUS Act, das neue US-Bundesgesetz für Stablecoins, das lizenzierte Emittenten einer einheitlichen Bundesaufsicht unterstellt. Laut Decrypt sieht die konkrete OCC-Genehmigung für World Liberty Trust Company als individuelle Bedingung ein Mindestkapital von 20 Millionen US-Dollar sowie die Einhaltung dieses Gesetzes vor.

Häufige Fragen

Ist USD1 jetzt offiziell eine bankenregulierte Währung?

Nein. Die Genehmigung des OCC ist vorläufig und an Bedingungen geknüpft — eine endgültige Zulassung steht noch aus. Zudem ist eine Trust-Bank eine andere Kategorie als eine klassische Geschäftsbank: Sie nimmt keine Einlagen entgegen und unterliegt keiner staatlichen Einlagensicherung (FDIC). USD1 bleibt ein Stablecoin — also ein digitales Zahlungsmittel, das seinen Wert an den US-Dollar koppelt — und kein gesetzliches Zahlungsmittel.

Was ändert sich für bestehende USD1-Nutzer?

Vorerst nichts. BitGo Bank & Trust bleibt laut den vorliegenden Berichten bis auf Weiteres exklusiver Emittent und Verwahrstelle von USD1. Die World Liberty Trust Company muss zunächst alle Bedingungen der Lizenz erfüllen — darunter ein Mindestkapital von 20 Millionen US-Dollar und die Einhaltung des GENIUS Act, des neuen US-Stablecoin-Gesetzes — bevor sie diese Rolle übernehmen darf.

Quellen