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Winklevoss-Zwillinge beantragen Spot-Zcash-ETF bei der SEC – Ticker „WINK

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 06. Oktober 2026

Winklevoss-Zwillinge beantragen Spot-Zcash-ETF bei der SEC – Ticker „WINK

Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt haben Cameron und Tyler Winklevoss am 6. Oktober 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Antrag für einen Spot-ETF auf die Kryptowährung Zcash eingereicht — ein börsengehandelter Fonds, der ZEC direkt und ohne Hebelwirkung hält und unter dem Ticker „WINK" an der Nasdaq notieren soll. Für deutsche Anleger ist das aus zwei Gründen bemerkenswert: Erstens würde ein solcher Fonds den Kauf von Zcash über ein klassisches Wertpapierdepot ermöglichen — ganz ohne eigene Krypto-Wallet. Zweitens zeigt der Antrag, dass sogenannte Privacy-Coins, also Kryptowährungen mit besonders starkem Datenschutz, zunehmend ins Visier traditioneller Finanzprodukte geraten.

S-1-Antrag: Gemini als Verwahrstelle, 100 Millionen Dollar Kaufinteresse — und ein Konzerngeflecht

Laut den übereinstimmenden Berichten von Winklevoss-backed Zcash ETF files with SEC for Nasdaq listing (Cointelegraph) und Another Zcash ETF Coming: Winklevoss Twins File for 'WINK' (Decrypt) sieht die eingereichte S-1-Registrierungserklärung — das Standardformular für neue Wertpapierprodukte in den USA — eine jährliche Sponsor-Gebühr von 0,25 % vor. Als Verwahrstelle, also als sicherer Aufbewahrungsort für die tatsächlichen ZEC-Coins, ist Gemini Trust Company vorgesehen, die Kryptobörse der Winklevoss-Zwillinge. Die Coins sollen dabei in sogenanntem Cold Storage verwahrt werden — das bedeutet: offline, getrennt vom Internet.

Winklevoss Capital Fund hat laut beiden Medien ein Kaufinteresse von bis zu 100 Millionen US-Dollar an Fondsanteilen signalisiert — ausdrücklich ohne rechtliche Bindung. Als beratender „Zcash Ecosystem Partner" für Protokollfragen ist Cypherpunk Technologies vorgesehen, ein Unternehmen, das ebenfalls von den Winklevoss-Zwillingen unterstützt wird. Sowohl die Verwahrstelle als auch der potenzielle Ankerinvestor und der Berater stammen also aus dem direkten Umfeld der Antragsteller — ein Interessengeflecht, das Anleger kennen sollten.

Privacy-Coin im ETF-Mantel: Was der Antrag bedeutet – und was nicht

Ein ETF-Antrag ist kein ETF. Die SEC prüft solche Anträge erfahrungsgemäß über viele Monate, fordert Nachbesserungen an oder lehnt sie ab. Solange keine Zulassung vorliegt, können deutsche Anleger über „WINK" nicht handeln — und es ist keineswegs sicher, dass es jemals dazu kommt.

Dazu kommt eine Besonderheit, die Zcash von anderen Krypto-ETF-Kandidaten unterscheidet: Zcash ist explizit auf Anonymität ausgelegt. Genau das macht die Kryptowährung für Aufsichtsbehörden weltweit zur Grauzone. Regulatoren, darunter die SEC, stehen Privacy-Coins skeptisch gegenüber, weil deren Datenschutz-Funktionen die Nachverfolgbarkeit von Transaktionen erschweren — was aus Sicht der Geldwäscheprävention ein Risiko darstellt.

Hinzu kommt ein technischer Vorbehalt: Decrypt berichtet von einer im Dezember entdeckten Sicherheitslücke im sogenannten Orchard-Protokoll — dem neuesten Datenschutz-Layer von Zcash. Ob und wie diese Schwachstelle vollständig geschlossen wurde, lässt sich auf Basis der vorliegenden Quellen nicht abschließend beurteilen. Für ein Produkt, das institutionelle Gelder verwalten soll, ist das ein relevanter Unsicherheitsfaktor.

Bemerkenswert ist auch die Verflechtung der Beteiligten: Cypherpunk Technologies, das als Berater für das Zcash-Ökosystem vorgesehen ist, wird selbst von den Winklevoss-Zwillingen unterstützt. Der Kreis der Akteure ist also eng — das ist kein Ausschlusskriterium, aber etwas, das interessierte Anleger einordnen sollten.

Kurzum: Der Antrag ist ein Signal, dass Privacy-Coins in der Finanzwelt ankommen wollen. Ob die Regulatoren das genauso sehen, steht auf einem anderen Blatt.

Zcash, ETFs und Datenschutz — drei Begriffe, die zusammenpassen müssen

Zcash ist eine Kryptowährung, die auf sogenannten Zero-Knowledge-Proofs basiert — kryptografischen Beweisen, mit denen sich Transaktionen bestätigen lassen, ohne dass Absender, Empfänger oder Betrag öffentlich sichtbar sind. Das unterscheidet Zcash grundlegend von Bitcoin, dessen gesamte Transaktionshistorie für jeden einsehbar ist.

Ein Spot-ETF wiederum ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Vermögenswert — hier ZEC, die Währungseinheit von Zcash — direkt kauft und verwahrt. Anleger halten damit Fondsanteile über ihr gewohntes Wertpapierdepot, ohne selbst eine digitale Geldbörse einrichten zu müssen.

Die Kombination beider Konzepte ist regulatorisch heikel: Aufsichtsbehörden weltweit schauen bei Privacy-Coins genauer hin als bei transparenten Blockchains, weil die eingebaute Anonymität Geldwäschekontrollen erschwert. Genau dieser Spannungsbogen macht den Winklevoss-Antrag zu mehr als einer reinen Produktmeldung.

Häufige Fragen

Ist der ETF damit schon genehmigt und handelbar?

Nein. Die eingereichte S-1-Erklärung ist lediglich der erste formale Schritt im Zulassungsverfahren. Die US-Börsenaufsicht SEC muss dem Antrag noch ausdrücklich zustimmen, bevor der Fonds an der Nasdaq unter dem Ticker „WINK" gehandelt werden darf. Bis zu einer Entscheidung kann es Monate dauern — ein Handel ist derzeit nicht möglich.

Was bedeutet das „nicht bindende" Kaufinteresse von 100 Millionen Dollar?

Winklevoss Capital Fund hat laut übereinstimmenden Berichten signalisiert, Anteile im Wert von bis zu 100 Millionen US-Dollar erwerben zu wollen. Das Wort „nicht bindend" ist dabei entscheidend: Es handelt sich um eine Absichtserklärung ohne rechtliche Verpflichtung — der Kauf muss also nicht zwingend zustande kommen.

Wer ist Cypherpunk Technologies — und warum ist das wichtig zu wissen?

Cypherpunk Technologies soll laut Decrypt als Berater für Protokollfragen und Abstimmungen der Coin-Inhaber tätig sein. Wichtig: Das Unternehmen wird selbst von den Winklevoss-Zwillingen unterstützt. Hier berät also kein unabhängiger Dritter, sondern ein nahestehender Partner — eine Interessenverflechtung, die Anleger kennen sollten.

Quellen