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Kraken als erste US-Börse: USDT0 und USDC.e jetzt auf dem Tempo-Netzwerk handelbar

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 10. Juli 2026

Kraken als erste US-Börse: USDT0 und USDC.e jetzt auf dem Tempo-Netzwerk handelbar

Die Krypto-Börse Kraken unterstützt ab sofort Einzahlungen und Auszahlungen der Stablecoins USDT0 und USDC.e über das Tempo-Netzwerk — und ist damit laut eigenen Angaben die erste US-amerikanische zentralisierte Börse, die diese Blockchain nativ integriert hat (Stand: 10. Juli 2026). Tempo ist eine eigenständige Layer-1-Blockchain, die speziell für Zahlungen entwickelt wurde und Transaktionen in rund einer halben Sekunde abwickelt. Für deutsche Nutzer könnte das vor allem bei grenzüberschreitenden Stablecoin-Transfers relevant werden, da die Netzwerkgebühren unter einem US-Cent liegen können — und kein separates Krypto-Token für die Transaktionskosten benötigt wird.

Settlement in einer halben Sekunde — so funktioniert Krakens Tempo-Integration

Konkret bedeutet die neue Integration: Wer bei Kraken ein Konto führt, kann USDT0 und USDC.e nun über das Tempo-Netzwerk einzahlen und auszahlen lassen. Laut New Features: USDT0 and USDC.e now available on Tempo (Kraken Blog) läuft die Abwicklung dabei nativ auf der Tempo-Blockchain — das heißt, Kraken hat das Netzwerk direkt eingebunden, nicht über einen Umweg.

Technisch setzt Tempo laut Kraken auf sogenannte dedizierte Payment Lanes — reservierte Spuren im Netzwerk, die garantiert niedrige Gebühren sicherstellen sollen, selbst wenn das Netzwerk stark ausgelastet ist. Das Settlement dauert dabei rund 0,5 Sekunden. Hinzu kommt: Tempo ist so konzipiert, dass keine sogenannten Re-Orgs auftreten — also nachträgliche Neuordnungen von Transaktionen, die in anderen Netzwerken gelegentlich zu Unsicherheiten führen können.

Wer die Stablecoins über ein nicht unterstütztes Netzwerk schickt, verliert laut Kraken seine Einzahlung unwiderruflich — ein ausdrücklicher Warnhinweis auf der Plattform. Noch nicht verfügbar ist das Trading über die Kraken App sowie die Instant-Buy-Funktion; dafür müssen laut Kraken erst ausreichende Liquiditätsbedingungen erfüllt sein.

Was Krakens Tempo-Integration wirklich bedeutet — und was sie (noch) nicht ist

Kraken ist die erste US-Börse mit nativer Tempo-Unterstützung — doch das Prädikat sollte man nüchtern einordnen. Es handelt sich zunächst nur um Ein- und Auszahlungen, also den Transfer von Stablecoins auf die eigene Kraken-Wallet und zurück. Der eigentliche Handel über die Kraken-App und die Funktion "Instant Buy" ist zum Launch noch gesperrt: Kraken knüpft die Freischaltung an ausreichende Liquiditätsbedingungen im Netzwerk — ein Vorbehalt, der zeigt, wie jung das Tempo-Ökosystem noch ist.

Für deutsche Nutzer ist besonders ein Aspekt bemerkenswert: Netzwerkgebühren in USD-Stablecoins zu bezahlen, statt ein volatiles Gas-Token vorzuhalten, senkt die praktische Hürde spürbar. Wer bislang für günstige Transfers extra Ether oder andere Token kaufen musste, kennt das Problem. Tempo löst es strukturell — ähnlich wie ein Mautsystem, bei dem man direkt in Euro zahlt, statt vorher eine spezielle Münze kaufen zu müssen.

Allerdings ist Vorsicht geboten: Wer Coins versehentlich über ein nicht unterstütztes Netzwerk einzahlt, verliert sie laut Kraken unwiederbringlich. Diese Warnung gilt grundsätzlich für alle Netzwerke, ist aber bei einem neuen, noch wenig bekannten System wie Tempo besonders ernst zu nehmen.

Tempo wurde von Paradigm und Stripe inkubiert — zwei Schwergewichten aus Venture Capital und globalem Zahlungsverkehr. Das verleiht dem Projekt Glaubwürdigkeit, ist aber kein Garant für breite Adoption. Wie sich Tempo langfristig gegen etablierte Netzwerke behauptet, bleibt abzuwarten.

Warum eine eigene Blockchain nur für Zahlungen?

Wer Krypto bisher genutzt hat, kennt das Problem: Transaktionsgebühren schwanken stark, Überweisungen dauern Minuten oder länger, und man braucht oft ein netzwerkspezifisches Krypto-Token allein um die Gebühren zu bezahlen. Tempo ist als Layer-1-Blockchain — also als eigenständiges Netzwerk mit eigenen Regeln, nicht als Aufsatz auf einer anderen Blockchain — gezielt gegen diese Reibungspunkte entwickelt worden. Das Projekt wurde laut Kraken von Paradigm, einem Krypto-Investmentfonds, und Stripe, einem Zahlungsdienstleister, inkubiert.

Eine Besonderheit: Auf Tempo werden Netzwerkgebühren direkt in Stablecoins — also preislich stabilen digitalen Münzen, die an den US-Dollar gekoppelt sind — bezahlt. Das vereinfacht die Nutzung, weil kein separates Token vorgehalten werden muss. Ob sich dieses Modell in der Breite durchsetzt, hängt letztlich davon ab, wie viele Börsen und Anwendungen das Netzwerk künftig unterstützen.

Häufige Fragen

Kann ich USDT0 und USDC.e sofort über die Kraken-App kaufen?

Noch nicht. Laut Kraken sind Einzahlungen und Auszahlungen über das Tempo-Netzwerk bereits aktiv, das Trading über die Kraken-App sowie die Funktion „Instant Buy" stehen aber erst zur Verfügung, wenn ausreichende Liquiditätsbedingungen erfüllt sind. Wann genau das der Fall sein wird, nennt Kraken nicht.

Was passiert, wenn ich versehentlich ein anderes Netzwerk für die Einzahlung wähle?

Das ist ein kritischer Punkt: Kraken warnt ausdrücklich, dass Einzahlungen, die über ein nicht unterstütztes Netzwerk gesendet werden, unwiederbringlich verloren gehen. Wer also USDT0 oder USDC.e einzahlen möchte, muss beim Erstellen der Einzahlungsadresse sicherstellen, dass explizit das Tempo-Netzwerk ausgewählt ist — und nicht etwa Ethereum oder eine andere Chain.

Brauche ich ein separates Token für die Transaktionsgebühren auf Tempo?

Nein. Tempo ist so konzipiert, dass Netzwerkgebühren direkt in USD-Stablecoins bezahlt werden. Ein eigenes „Gas-Token" — wie es etwa bei Ethereum der Fall ist — ist nicht erforderlich.

Quellen