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17 US-Senatoren wollen CFTC-Klagefeldzug gegen Prediction Markets stoppen

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 26. Juni 2026

17 US-Senatoren wollen CFTC-Klagefeldzug gegen Prediction Markets stoppen

Siebzehn demokratische US-Senatoren haben sich gemeinsam gegen die US-Terminmarktbehörde CFTC gestellt: Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt forderten sie in einem Brief, der Behörde zu untersagen, Bundesmittel für Klagen gegen staatliche Spielaufsichtsbehörden einzusetzen. Der Hintergrund ist ein eskalierender Regulierungsstreit darüber, ob sogenannte Prediction Markets — Plattformen, auf denen Nutzer auf den Ausgang realer Ereignisse wetten können — als Finanzinstrumente unter Bundesrecht oder als Glücksspiel unter Landesrecht fallen, mit direkten Folgen auch für internationale Krypto-Plattformen.

Bundesbehörde gegen neun Bundesstaaten — und der Streit eskaliert weiter

Der Brief der Senatoren richtet sich gegen eine konkrete Strategie: CFTC-Vorsitzender Michael Selig stuft Ereigniskontrakte auf Prediction-Market-Plattformen als sogenannte „Swaps" — also standardisierte Tauschgeschäfte, die klassischerweise unter Bundesaufsicht stehen — ein und leitet daraus eine ausschließliche Bundeszuständigkeit ab. Die unterzeichnenden Senatoren, darunter Richard Blumenthal und Jeff Merkley, nennen dieses Vorgehen in ihrem Brief laut US Senators Call Out CFTC 'Assault' on State Prediction Market Regulators (Cointelegraph) einen „Assault" — einen gezielten Angriff — auf staatliche Behörden.

Konkret führt die CFTC bereits Rechtsstreitigkeiten gegen Spielaufsichtsbehörden in neun Bundesstaaten: Connecticut, Illinois, Arizona, Kentucky, Wisconsin, New York, Minnesota, Rhode Island und New Mexico.

Parallel dazu klagte die Prediction-Market-Plattform Kalshi am 24. Juni 2026 vor einem Bundesgericht gegen den Staat Illinois. Auslöser: Gouverneur JB Pritzker unterzeichnete ein Gesetz, das ab 1. Juli 2026 eine Steuer von 15 Prozent auf Bruttoeinnahmen aus sportbezogenen Prediction-Market-Wetten erhebt und diese damit als staatlich reguliertes Sportwetten einstuft — wie Kalshi Sues Illinois After State Taxes Sports-Related Prediction Markets (Decrypt) berichtet. Unternehmen wie Kalshi und Polymarket unterstützen damit aktiv die Bundesposition der CFTC.

Wenn Bundesmacht auf Landesrecht trifft — was der Streit wirklich entscheidet

Der eigentliche Kern des Konflikts ist eine Definitionsfrage mit weitreichenden Folgen: Ist ein Vorhersagemarkt-Kontrakt — etwa die Wette, wer die nächste Wahl gewinnt oder welches Team den Meistertitel holt — ein Swap im Sinne des US-Finanzrechts oder schlicht eine Glücksspielwette unter staatlicher Aufsicht? CFTC-Chef Selig beantwortet diese Frage mit „Swap" und beansprucht damit für seine Behörde das letzte Wort. Die Senatoren sehen das anders — und ihre Warnung vor einem „Regulierungswettlauf nach unten" beim Spielerschutz ist kein leeres Schlagwort: Wenn die Bundesebene staatliche Glücksspielregeln aushebelt, könnten Minderjährigenschutz, Suchtprävention und Steuereinnahmen der Länder unter Druck geraten.

Für die Krypto-Welt ist die Einordnung als Swap besonders brisant. Plattformen wie Polymarket laufen auf dezentraler DeFi-Infrastruktur und bedienen auch europäische Nutzer — eine Bundesklassifizierung als Derivate würde strenge Registrierungs- und Transparenzpflichten nach sich ziehen, die mit dem anonymen Charakter solcher Protokolle kaum vereinbar sind.

Pikant ist zudem die politische Konstellation: Es sind ausgerechnet Demokraten, die gegen eine Behörde vorgehen, die unter der Trump-Administration faktisch als Ein-Mann-Kommission agiert — alle vier weiteren Sitze sind unbesetzt. Das schwächt die institutionelle Legitimität der CFTC erheblich und dürfte auch vor Gericht eine Rolle spielen. Ob der geplante CLARITY Act die Zuständigkeitsfrage dauerhaft klärt, hängt davon ab, ob Gaming-Organisationen mit ihrer Forderung nach einer ausdrücklichen Ausnahme für sportbezogene Ereigniskontrakte Gehör finden — noch ist das offen.

Wettbörsen, Bundesrecht und ein Behördenstreit mit Krypto-Bezug

Die CFTC — die US-Aufsichtsbehörde für Terminmärkte — reguliert traditionell Derivate: Finanzverträge, bei denen der Wert von einem zukünftigen Ereignis abhängt. Genau hier liegt der Kern des Konflikts: CFTC-Chef Michael Selig stuft die Wettverträge auf Prediction-Market-Plattformen als sogenannte „Swaps" ein — eine spezielle Form solcher Derivate — und beansprucht damit ausschließliche Bundesaufsicht über diese Plattformen.

Einzelne US-Bundesstaaten sehen das anders. Sie behandeln dieselben Produkte als Glücksspiel und damit als ihre ureigene Domäne — eine Einordnung, die in den USA traditionell Ländersache ist.

Für den Krypto-Bereich ist das bedeutsam, weil Plattformen wie Polymarket auf Blockchain-Infrastruktur aufbauen und ihre Verträge technisch wie digitale Finanzprodukte funktionieren. Die Frage, welches Recht gilt, berührt damit direkt das breitere Thema Regulierung und Kryptowährungen — und könnte Signalwirkung weit über die USA hinaus haben.

Häufige Fragen

Was ist ein Prediction Market überhaupt?

Ein Prediction Market ist eine Plattform, auf der Nutzer mit echtem Geld oder Krypto auf den Ausgang realer Ereignisse setzen können — etwa Wahlergebnisse, Sportspiele oder wirtschaftliche Entwicklungen. Der Preis einer Wette spiegelt dabei die kollektive Einschätzung der Teilnehmer wider, wie wahrscheinlich ein Ereignis ist. Bekannte Beispiele sind Kalshi und Polymarket.

Warum streiten sich Bundesbehörde und Bundesstaaten überhaupt darum?

Es geht um Zuständigkeit und Schutzstandards. Die CFTC sieht Prediction-Market-Kontrakte als Derivate — also als Finanzinstrumente unter ihrer Bundesaufsicht. Einzelne Bundesstaaten behandeln dieselben Produkte hingegen als Glücksspiel, das sie selbst regulieren dürfen. Wer die Oberhand behält, entscheidet darüber, welche Verbraucherschutzregeln gelten — und ob Anbieter strengere staatliche Auflagen umgehen können.

Was bedeutet es, dass die CFTC derzeit nur einen Commissioner hat?

Ein Commissioner ist das stimmberechtigte Mitglied einer US-Bundesbehörde, vergleichbar mit einem Vorstand. Laut Cointelegraph ist Michael Selig aktuell der einzige amtierende Commissioner der CFTC — die vier weiteren Sitze sind unbesetzt. Das bedeutet, eine einzelne Person trifft weitreichende Entscheidungen für die gesamte Behörde, ohne interne Gegenstimmen.

Quellen