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Trump fordert Senat zur Verabschiedung des Clarity Act auf – White House trifft Krypto-Branche
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 19. August 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt hat US-Präsident Donald Trump am Mittwoch, dem 19. August 2026, Führungskräfte der Krypto- und Finanzbranche ins Weiße Haus eingeladen und den Senat öffentlich aufgefordert, eine „faire Version" des sogenannten CLARITY Act zu verabschieden — eines Gesetzes, das erstmals verbindliche bundesweite Regeln für digitale Vermögenswerte in den USA schaffen würde. Für die globale Krypto-Branche, auch in Deutschland, könnte die Entscheidung des US-Senats die internationalen Spielregeln ebenso prägen wie die europäische MiCA-Verordnung es für Europa getan hat.
Wer saß am Tisch – und was genau Trump vom Senat verlangt
Am 19. August 2026 versammelten sich im Weißen Haus laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt einige der bekanntesten Namen der Branche: Coinbase-Chef Brian Armstrong, Ripple-CEO Brad Garlinghouse, Robinhood-Chef Vlad Tenev, Kraken-Co-Chef Arjun Sethi, Chainlink-Mitgründer Sergey Nazarov sowie die Gemini-Gründer Tyler und Cameron Winklevoss. Auch die Regulierungsspitze war vertreten: SEC-Chef Paul Atkins, CFTC-Chef Michael Selig und White-House-Krypto-Berater Patrick Witt nahmen teil.
Trump begründete seinen Appell an den Senat mit dem Wettbewerb gegen China: „It's a very, very powerful structure legislation which will keep us ahead of China", wird er von Decrypt zitiert. Der CLARITY Act — vollständiger Name: Digital Asset Market Clarity Act — wurde bereits im Juli 2025 vom Repräsentantenhaus verabschiedet, steckt im Senat aber seither fest. Als Gründe nennen beide Medien Bedenken rund um tokenisierte Aktien, Stablecoin-Erträge sowie mögliche Interessenkonflikte der Trump-Familie mit der Krypto-Branche. Coinbase-Chef Armstrong zeigte sich laut Cointelegraph optimistisch: Er rechnet mit „mehr als 60 Stimmen", sobald der Senat am 15. September über einen Verfahrensantrag abstimmt — die Republikaner benötigen dafür noch rund sechs demokratische Stimmen.
Politischer Druck als Regulierungs-Turbo — was das Treffen wirklich bedeutet
Dass ein US-Präsident Konzernchefs persönlich ins Weiße Haus bittet, um Druck auf den Senat zu machen, ist kein gewöhnlicher Vorgang. Es zeigt, wie ernst die Trump-Administration das Thema Krypto-Gesetzgebung nimmt — und wie festgefahren der parlamentarische Prozess offenbar ist. Der CLARITY Act liegt seit über einem Jahr im Senat auf Eis, obwohl er das Repräsentantenhaus bereits passiert hat. Ein Präsidententermin mit Branchengrößen ist ein klassisches Mittel, um öffentlichen und parteiinternen Druck zu erzeugen.
Gleichzeitig sollte man das Treffen nicht überbewerten: Eine Einladung ins Weiße Haus ist kein Gesetzesbeschluss. Die Blockade im Senat hat handfeste Ursachen — Streitpunkte rund um tokenisierte Aktien (also Aktien, die als digitale Token auf einer Blockchain abgebildet werden), Erträge aus Stablecoins und mögliche Interessenkonflikte der Trump-Familie. Diese Bedenken löst ein Fototermin nicht auf. Für die nötige Mehrheit brauchen die Republikaner noch etwa sechs demokratische Stimmen — eine politisch anspruchsvolle Aufgabe.
Für deutsche Nutzer und Unternehmen lohnt der Blick über den Atlantik dennoch: Die USA und die EU sind die beiden größten Regulierungsräume für Krypto weltweit. Was Washington als Wertpapier oder Ware einstuft, beeinflusst, wie internationale Anbieter ihre Produkte gestalten — und damit indirekt auch, welche Dienste hierzulande verfügbar und rechtssicher nutzbar sind. Ein US-Bundesgesetz wäre kein europäisches Recht, aber ein globaler Taktgeber.
Warum ein US-Gesetz über Krypto die ganze Branche neu ordnen würde
Im Kern dreht sich der Streit um eine einfache, aber folgenreiche Frage: Ist ein Token — also ein digitaler Vermögenswert auf einer Blockchain — ein Wertpapier wie eine Aktie, oder ein Rohstoff wie Gold? Von der Antwort hängt ab, welche US-Behörde zuständig ist und welche Regeln gelten. Bisher liefern sich die Börsenaufsicht SEC und die Rohstoff-Regulierungsbehörde CFTC seit Jahren einen Zuständigkeitsstreit, der für Unternehmen vor allem eines bedeutet: Rechtsunsicherheit.
Der CLARITY Act soll genau diesen Graubereich auflösen und klare Grenzen zwischen den Behörden ziehen. Auch Stablecoins — also an einen festen Wert wie den US-Dollar gekoppelte digitale Münzen — sind ein Streitpunkt im Gesetz, da ihre möglichen Ertragsmodelle regulatorisch heikel sind. Solange der Senat nicht zustimmt, bleibt das Gesetz auf Eis — und die Unsicherheit bestehen.
Häufige Fragen
Was ist der CLARITY Act überhaupt?
Der CLARITY Act — ausgeschrieben „Digital Asset Market Clarity Act" — ist ein US-Gesetzentwurf, der erstmals bundesweit regeln soll, welche digitalen Vermögenswerte als Wertpapier (Zuständigkeit der Börsenaufsicht SEC) und welche als Rohstoff (Zuständigkeit der Warenterminaufsicht CFTC) gelten. Bisher ist diese Abgrenzung in den USA ungeklärt, was zu Rechtsunsicherheit für Unternehmen und Nutzer führt. Das Repräsentantenhaus hat das Gesetz bereits im Juli 2025 verabschiedet; im Senat steht die Abstimmung noch aus.
Warum hat der Senat den Act noch nicht beschlossen?
Der Senat zögert aus mehreren Gründen: Strittig sind unter anderem Regelungen zu tokenisierten Aktien und zu Erträgen aus Stablecoins — also digitalen Münzen mit stabilem Wert. Hinzu kommen politische Bedenken wegen möglicher Interessenkonflikte der Trump-Familie mit der Krypto-Branche. Die Republikaner benötigen noch etwa sechs demokratische Stimmen, um die nötige Mehrheit zu erreichen.