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Strategy belässt STRC-Vorzugsdividende bei 12 % – Kurs weiter unter Nennwert
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 02. August 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph hält das Bitcoin-Investmentunternehmen Strategy seine Dividende auf die Vorzugsaktie STRC für August 2026 unverändert bei 12 Prozent – eine von einigen Investoren erhoffte Anhebung bleibt aus. Gleichzeitig notiert die Aktie mit rund 89,46 USD noch deutlich unter ihrem Nennwert von 100 USD. Für deutsche Anleger, die STRC als hochverzinsliches Instrument betrachten, verdeutlicht das: Der Abstand zum Nennwert ist kein technisches Detail, sondern ein echtes Risikosignal.
Keine Erhöhung trotz Kursschwäche: Was Strategy konkret entschieden hat – und warum
Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph war am Markt eine Anhebung der STRC-Dividende um 50 Basispunkte — also um einen halben Prozentpunkt — erwartet worden. Diesen Schritt hatte Strategy noch am 1. Juli 2026 vollzogen, nachdem der Kurs der Vorzugsaktie im Juni zeitweise auf 71 USD abgerutscht war. Diesmal blieb die Erhöhung aus.
CEO Phong Le nannte laut beiden Medien ein langfristiges Kursziel von 99 bis 100 USD als Corporate Objective — also als erklärtes Unternehmensziel — ohne jedoch einen verbindlichen Zeitplan zu nennen. Executive Chairman Michael Saylor verbreitete die Entscheidung laut Cointelegraph per Tweet und bewarb STRC dabei als Werkzeug, um regelmäßige Einnahmen zu erzielen.
Zum finanziellen Hintergrund: Strategy meldete laut Cointelegraph für das zweite Quartal 2026 einen Nettoverlust von 8,22 Milliarden USD. Dieser entstand fast vollständig aus einem nicht realisierten Buchverlust — einer rein rechnerischen Abschreibung auf die Bitcoin-Bestände des Unternehmens, kein tatsächlicher Geldabfluss. Als Puffer hat Strategy laut Cointelegraph eine Barreserve von 3,75 Milliarden USD aufgebaut, die nach eigenen Angaben mehr als zwei Jahre an Dividenden- und Zinszahlungen abdecken soll. Zusätzlich kaufte das Unternehmen eigene STRC-Aktien im Wert von 25 Millionen USD unterhalb des Nennwerts zurück.
Kein Vertrag, keine Pflicht: Was STRC-Anleger wirklich absichert – und was nicht
Der entscheidende Punkt, den das Geschehen rund um STRC verdeutlicht: Es gibt keine vertragliche Verpflichtung von Strategy, die Dividende jemals anzuheben – selbst wenn die Aktie weit unter ihrem Nennwert notiert. Die Erhöhung im Juli war eine freiwillige Entscheidung des Unternehmens, keine automatische Schutzklausel. Wer STRC kauft, erwirbt das Recht auf die laufende Dividende, aber eben keinen garantierten Kursanker bei 100 USD.
Das Puffer-Argument, das Strategy selbst ins Feld führt, ist reell, aber begrenzt: Eine Barreserve von 3,75 Milliarden USD – ausreichend für mehr als zwei Jahre Dividenden- und Zinszahlungen laut Unternehmensangaben – federt das unmittelbare Zahlungsrisiko ab. Strukturelle Risiken verschwinden damit nicht.
Relevant ist auch der Kontext des gemeldeten Quartalsverlusts: Die 8,22 Milliarden USD Verlust im zweiten Quartal 2026 sind kein Betriebsverlust, sondern ein nicht realisierter, buchhalterischer Verlust – entstanden, weil der Bitcoin-Bestand von Strategy nach den geltenden Bilanzierungsregeln zum Marktwert bewertet werden muss und dieser im Quartal gesunken war. Solange Strategy die Bitcoin nicht verkauft, bleibt der Verlust auf dem Papier.
Für deutsche Anleger, die Vorzugsaktien als vermeintlich sichere Ertragsquelle kennen, ist das eine wichtige Unterscheidung: STRC verhält sich anders als klassische Vorzugsaktien etablierter Industriekonzerne – die Kursentwicklung ist eng an die Bitcoin-Strategie des Unternehmens geknüpft, nicht an klassische Ertragsstabilität.
STRC — was hinter Vorzugsaktien und dem Nennwert-Abstand steckt
Strategy verfolgt seit Jahren eine ungewöhnliche Unternehmensstrategie: Der Konzern hält Bitcoin als primäres Kapitalanlage-Instrument und finanziert diese Position unter anderem über die Ausgabe von Vorzugsaktien. Vorzugsaktien sind eine besondere Aktiengattung – vereinfacht gesagt ein Mittelding zwischen klassischer Aktie und Anleihe. Inhaber erhalten eine feste Dividende, haben aber in der Regel kein Stimmrecht. Im Gegenzug werden sie im Insolvenzfall vor Stammaktionären bedient.
Der Nennwert – bei STRC 100 USD – ist dabei keine Nebensächlichkeit. Er ist der Referenzpunkt, zu dem das Unternehmen die Aktie ursprünglich ausgegeben hat und auf den sich die Dividendenberechnung bezieht. Handelt die Aktie dauerhaft darunter, deutet das auf ein Misstrauen des Marktes hin: Die versprochene Rendite reicht offenbar nicht aus, um alle Risiken zu entschädigen – darunter Kurs-, Liquiditäts- und Unternehmensrisiken.
Häufige Fragen
Was bedeutet es, wenn eine Aktie unter Nennwert handelt?
Der Nennwert – auch „Par Value" genannt – ist der rechnerische Ausgabepreis einer Vorzugsaktie, im Fall von STRC 100 USD. Handelt die Aktie darunter, wie derzeit bei rund 89,46 USD, bedeutet das: Wer die Aktie am Markt erwirbt, zahlt weniger als den ursprünglichen Ausgabepreis. Die Dividende wird aber stets auf den Nennwert berechnet – nicht auf den aktuellen Marktpreis.
Ist Strategy verpflichtet, die STRC-Dividende zu erhöhen?
Nein. Laut übereinstimmenden Berichten besteht keine vertragliche Pflicht zur Anhebung. CEO Phong Le hat zwar das Ziel formuliert, dass STRC langfristig bei 99–100 USD handeln soll – einen konkreten Zeitplan oder eine Erhöhungsverpflichtung nannte er jedoch nicht. Die Entscheidung, die Dividende anzuheben oder konstant zu lassen, liegt im Ermessen des Unternehmens.
Wie ist der hohe Quartalsverlust einzuordnen?
Der für das zweite Quartal 2026 gemeldete Nettoverlust von 8,22 Milliarden USD ist kein operativer Verlust im klassischen Sinne. Er entsteht buchhalterisch durch einen nicht realisierten Wertrückgang auf die Bitcoin-Bestände von Strategy – also eine Bewertungskorrektur auf dem Papier, solange die Bestände nicht verkauft werden.